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| 17:57 Uhr

Fontanejahr in den vier Museen des Landkreises Elbe-Elster
Märkische Wanderung und mehr

 „Herrschaftszeiten! Adel in der Niederlausitz“ war eine Korrespondenzausstellung vom Schloss Branitz zur 1. Brandenburgischen Landesausstellung 2014 in Doberlug. Im Fontane-Jahr 2019 wird sie im Museum Schloss Doberlug über Standesherren der Region und deren Schlösser informieren.
„Herrschaftszeiten! Adel in der Niederlausitz“ war eine Korrespondenzausstellung vom Schloss Branitz zur 1. Brandenburgischen Landesausstellung 2014 in Doberlug. Im Fontane-Jahr 2019 wird sie im Museum Schloss Doberlug über Standesherren der Region und deren Schlösser informieren. FOTO: Foto Werner / Werner
Doberlug-Kirchhain. Der Museumsverbund Elbe-Elster auf Fontanes Spuren. Höhepunkte, die neugierig machen. Von Heike Lehmann

2019 jährt sich der Geburtstag von Theodor Fontane zum 200. Mal. Wie kein anderer Autor hat er die Identität Brandenburgs geprägt. Das Land Brandenburg widmet dem Schriftsteller das Kulturjahr 2019. Und das Fontane-Jahr hat auch den Museumsverbund Elbe-Elster zu höchst interessanten Veranstaltungen inspiriert.

Museum Schloss Doberlug: Im Renaissanceschloss wird mit Blick auf die Dauerausstellung zur Adelskultur, die Eröffnung ist für 2020 geplant, erst einmal der Fokus auf den Adel der Niederlausitz gerichtet. „Da kommt uns zugute, dass die Ausstellung ,Herrschaftszeiten! Adel in der Niederlausitz’ aus Branitz bei uns eingelagert ist. Das passt zu Fontane und deshalb werden wir sie ab dem 7. Februar bei uns zeigen“, sagt Babette Weber, Leiterin vom Museumsverbund Elbe-Elster. Bis Ende März ist auch noch die „Märkische Landschaft mit Unterholz“ mit Bildern von Ulrich Baehr zu sehen.

Lyrik und Prosa von Theodor Fontane ist am 11. April Inhalt einer musikalischen Lesung. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde Reisen zum neuen Massensport des Bürgertums. Auf dem Flügel, eine Dauerleihgabe vom Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark, erklingt schwungvolle Klaviermusik des 19. Jahrhunderts.

Fontanes Frauenporträts stehen im Mittelpunkt einer Lesung mit der Autorin Christine von Brühl am 26. September.

Eine Doppelausstellung wird es im Schloss Doberlug und im Sänger- und Kaufmannsmuseum Finsterwalde geben. Sie verspricht hohen Schauwert. Denn sie widmet sich „Fontanes Illustrator. Alexander Duncker – Chronist brandenburgischer Adelswelten“. Fontanes Wanderungen durch die Mark Brandenburg erschienen zu seinen Lebzeiten ohne Illustrationen. Grafiken der beschriebenen Schlösser und Herrenhäuser fanden sich aber in der zeitgleich veröffentlichten Sammlung von Alexander Duncker. In Finsterwalde und Doberlug werden etwa 60 Duncker-Ansichten aus einer Privatsammlung gezeigt. Lücken werden geschlossen. „Eventuell fehlende Schlösser wollen wir aktuell illustrieren lassen“, sagt Babette Weber. Dazu gehören auch die Schlösser in Finsterwalde und Doberlug. Fotografische Ansichten von heute werden den historischen Grafiken gegenübergestellt – auch wenn sie inzwischen vielleicht „nichts“ zeigen. Die Eröffnung ist für den 7. Juli geplant. Parallel dazu wird zu den Brandenburgisch-Sächsischen Begegnungen als höfisch-barockes Sommerfest auf Schloss Doberlug eingeladen.

Museum Mühlberg 1547: Den einzig wahren Bezug zu Theodor Fontane kann das Museum in der Elbestadt in diesem Jahr bieten. Denn dort ist Theodor Fontane nachweislich gewesen. 1837/38 haben Fontanes Eltern die Apotheke in Mühlberg betrieben. Sohn Theodor war zu dem Zeitpunkt Apothekerlehrling und nur zu Besuchszwecken in Mühlberg – etwa als die dort geborene Schwester Elise getauft wurde. Ein passender Anlass für eine Sonderausstellung ab 19. Mai, die ein Stadtpanorama zu Fontanes Zeichen nachzeichnet und sich dabei im eigenen Depot bedient. Der zeitliche Bogen reicht von Napoleons Niederlage bei Waterloo 1815 – vier Jahre vor Theodor Fontanes Geburt – bis zum Herrschaftsbeginn von Kaiser Wilhelm II., den der Dichter noch miterlebte. Das erklärt den Titel „Von Waterloo bis Wilhelm Zwo. Mühlberg zu Fontanes Zeiten“.

„Wenn einer eine Reise tut“ heißt es zur Einstimmung bei einer musikalischen Lesung, bei der neben Fontane noch andere Autoren zu Wort kommen.

„Fontane in neuem Licht“ stellt Regina Dieterle am 10. Juli vor. Sie hat eine Fontane-Biografie, basierend auf jüngsten Recherchen, veröffentlicht und ermöglicht so neuen Zugang zu Fontanes Schaffen.

Mitteldeutsches Marionettentheatermuseum Bad Liebenwerda: Im Museum in Bad Liebenwerda greift die wunderbare Idee, angelehnt an Fontanes „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ „Märkische Wanderungen in Elbe-Elster“ aufzulegen. Hierzu kooperiert Ralf Uschner mit der AG für Heimatkunde. „Das 6. Lichtmess-Symposium am 2. Februar gibt den Auftakt für die unterschiedlichsten Blickweisen, um historische Landschaften zu entdecken“, sagt Babette Weber. Es wird Vorträge und Exkursionen geben. Und der Fotograf Frank Höhler aus Dresden durchstreift die Region mit dem Fotoapparat. Im November werden seine Bilder in Bad Liebenwerda ausgestellt.