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| 03:49 Uhr

Lutz Kilian bleibt Vorsitzender

Mit Spannung wurde am Donnerstagabend im Gerätehaus der Feuerwehr Kirchhain bei der konstituierenden Sitzung der Stadtverordneten die Wahl des Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung erwartet. Bernd Heinke (CDU) forderte den bisherigen Amtsinhaber Lutz Kilian (SPD) heraus – beide mit einer jeweils fünfköpfigen Fraktion hinter sich. Kilian konnte sich mit klarer Mehrheit im ersten Wahlgang durchsetzen. Von Heike Lehmann

Zunächst wurden die nicht wiedergewählten Abgeordneten Harald Sacher (FDP), Roland Schmidt, Bruno Geiger und Astrid Homagk (alle CDU) feierlich verabschiedet. Der Dank des Vorsitzenden Lutz Kilian und Bürgermeisters Bodo Broszinski ging an alle Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung für eine "angenehme und konstruktive Zusammenarbeit zum Wohle der Stadt".

Der Bürgermeister nahm die neue Legislaturperiode zum Anlass, die zurückliegenden fünf Jahre noch einmal zusammenzufassen. Viele Nackenschläge habe man zu verkraften gehabt. Die größten waren wohl der Abzug des Fallschirmjägerbataillons und die Schließung des Gerberstadt-Gymnasiums. Ein Fehlbetrag in der Stadtkasse und Schulden beim Landkreis hatten sich angestaut. "Aber wir haben uns nicht entmutigen lassen und gekämpft", so Broszinski. Die ersten Punkte im gemeinsam erarbeiteten Integrierten Stadtentwicklungskonzept seien abgearbeitet. Im Jahr 2008 wurde noch kein Kassenkredit in Anspruch genommen.

Viele Bauprojekte konnten abgeschlossen oder vorangebracht werden - in den beiden Sanierungsgebieten, an Brücken, Straßen, am Schloss, dem Bahnhofsumfeld, ein neuer Spielplatz, das Einkaufszentrum. Die Verwaltungsneugliederung sei man angegangen, Personalabbau habe stattgefunden. Die Stadt habe überregional auf sich aufmerksam gemacht und sei jetzt Mitglied in der AG Städte mit historischen Stadtkernen.

Gleichzeitig machte das Stadtoberhaupt deutlich, dass die nächsten sechs Jahre für die Abgeordneten "eine arbeitsintensive Zeit" werden. Die Rahmenbedingungen werden nicht besser. "Wir müssen uns auf das konzentrieren, was wir haben und unser touristisches Potenzial entwickeln, um im Konzert der Großen mitspielen zu können", argumentierte Broszinski und führte wichtige Veranstaltungshöhepunkte an.

Nach dem Platzwechsel - die neuen Abgeordneten Bernd Heinke, Sebastian Rudolph (beide CDU), Hartmut Nocke (LUN) und Elke Wondzinski (Linke) zogen ein - begann der Wahlmarathon. Auf Antrag der Fraktion WBU-LUN wurde die Sitzverteilung und namentliche Besetzung der Fachausschüsse in die nächste Sitzungsfolge geschoben. Für die Wahl zum Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung gab es, wie vorab angekündigt, die beiden Kandidaten Lutz Kilian (Fraktion SPD/FDP) und Bernd Heinke (CDU). Abgestimmt wurde in geheimer Wahl. Bereits im ersten Wahlgang vereinte der bisherige Amtsinhaber Lutz Kilian mit zwölf Stimmen die klare Mehrheit auf sich. Für Bernd Heinke stimmten sieben Abgeordnete, zwei mehr als in der eigenen CDU-Fraktion sitzen. Kilian bedankte sich für das Vertrauen und erklärte, "das Amt so ernsthaft wie in den letzten fünf Jahren weiter auszuführen".

Zu wählen waren zwei Stellvertreter des Vorsitzenden. Die CDU schickte erneut Bernd Heinke ins Rennen, die Linken nominierten Roland Kuhl. Und wieder war Heinke der Unterlegene. Er bekam acht Stimmen, Kuhl elf. Für die Wahl des zweiten Stellvertreters gab es dann nur noch einen Kandidaten, den Neuling Hartmut Nocke, vorgeschlagen von seiner Fraktion WBU-LUN. Mit 15 Stimmen wurde er gewählt.

Einen kurzen Disput gab es um die Anzahl der Abgeordneten im Hauptausschuss. Gert Fest, Fraktionsvorsitzender der WBU-LUN, wollte statt der vorgeschlagenen sechs, wegen der Meinungsvielfalt wie bisher acht Abgeordnete in diesem Ausschuss. Der Bürgermeister mahnte Effizienz und Effektivität an, verwies auf die Arbeit in den Fraktionen und Fachausschüssen und darauf, dass dann "eine Woche vor der Stadtverordnetenversammlung jeweils eine halbe Stadtverordnetenversammlung" stattfinden würde. Der Fest-Antrag fand keine Mehrheit, die sechs Abgeordneten für den Hauptausschuss wurden namentlich festgelegt.

Es sind: Bernd Heinke, Uwe Roland (beide CDU), Lutz Kilian, Frank Röhnert (beide SPD/FDP), Karla Pohl (Linke) und Gert Fest (WBU-LUN). Auch die Stellvertreter wurden festgelegt. Einstimmig wurde entschieden, dass den Vorsitz im Hauptausschuss weiterhin der Bürgermeister innehaben solle.

Die neuen Mitglieder im Aufsichtsrat der Wohnungsgesellschaft mbH der Stadt Doberlug-Kirchhain sind: Uwe Roland, Thomas Boxhorn (beide CDU), Lutz Köhler, Andreas Töpper (beide SPD/FDP), Gerd Setzermann (Linke) und Gert Fest (WBU-LUN).