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Luther mit viel Action und Tamtam

Unter dem Titel "Das doppelte Lutchen" gab es in Werenzhain einen "heiteren Hofspaziergang" mit vielen Künstlern. Auch Gäste waren reichlich da – und für sie gab es keinen Stillstand. Alles war ständig in Bewegung, vom Vorplatz durch den Stall, die Scheune, den Saal und wieder auf den Hof.
Unter dem Titel "Das doppelte Lutchen" gab es in Werenzhain einen "heiteren Hofspaziergang" mit vielen Künstlern. Auch Gäste waren reichlich da – und für sie gab es keinen Stillstand. Alles war ständig in Bewegung, vom Vorplatz durch den Stall, die Scheune, den Saal und wieder auf den Hof. FOTO: Torsten Pötzsch/top1
Werenzhain. Traditionell wurde auf dem Pferdekopfhof das Werenzhainer Dorffest gefeiert, mit allem drum und dran, doch dann gab es ja noch den Tag des offenen Denkmals und hier konzentrierte sich am Sonntagvormittag alles vor und im Atelierhof. Die Berliner Kunstperformerin Bridge Markland, keine Unbekannte auf dem Hof, hatte sich was ganz Besonderes einfallen lassen. Torsten Pötzsch / top1

Unter dem Titel "Das doppelte Lutchen" gab es einen "heiteren Hofspaziergang" mit der Künstlerin, Abdullah Wichmann als profunden Moderator, den Werenzynas unter der Leitung von Beate Kunze und vielen Werenzhainer Akteuren.

Mit viel Action und Tamtam ging es um Luther, von seiner Geburt bis zu seinem Tode, und das in knapp 45 Minuten. Gäste waren reichlich da und für sie gab es keinen Stillstand, alles war ständig in Bewegung, vom Vorplatz durch den Stall, die Scheune, den Saal und wieder auf den Hof. Die Idee dazu hatte Iris Stöber, die Atelierhofleiterin, und das schon vor knapp einem Jahr. In Bridge Markland fand sie die ideale Partnerin und Vorbereiterin und sie schrieb eine Inszenierung einzig und allein für den Hof. Zweimal wurde geprobt, dann stand die Aktion. "Ich bin begeistert", so die Künstlerin. "Es war eine großartige Zusammenarbeit mit den Werenzhainern. Es sind echt talentierte, engagierte und auch witzige Leute, die sich sofort und ganz offen mit eigenen spritzigen Ideen eingebracht haben." Bereits zum fünften Mal war die Berlinerin auf dem Hof in Werenzhain und sie gestand: "Es ist schon fast so was wie eine Liebe entstanden, der Hof ist einfach grandios."

Ins Schwärmen geriet auch die Filmemacherin Andrea Keiz, die das Spektakel mit der Kamera begleitete. Gefördert durch das "Kulturland Brandenburg" wird in den kommenden zwei Wochen ein Film entstehen, der dann auch auf der Seite des Atelierhofes zu sehen sein wird. "Ich kannte den Hof bis dato nicht und er ist einfach toll. Ich könnte mir sogar vorstellen, hier auch mal länger zu bleiben und zu arbeiten, denn es gibt hier überall schöne Bilder und viel zu entdecken." Bei der Performance fand sie vor allem die spielerische Umsetzung durch die Laienschauspieler faszinierend und die Mischung aus Sachinformation und Unterhaltung.

Und das kam auch beim Publikum an, das nicht selten selbst zum Akteur wurde, sei es beim Anschlagen der Thesen ans Kirchentor oder bei der Vertreibung des Leibhaftigen auf der Wartburg. "Super!", so die Werenzhainerin Antje Konrad, die gern selbst mitgespielt hätte, leider aber bei den Proben zeitlich verhindert war. "Man hat ja nicht gewusst, was einen erwartet, doch es war alles toll. Die viele Bewegung, das Mitmachen, die Spontanität, die Informationen, die Art und Weise, wie sich die Künstlerin an Luther als Mensch und an sein Werk angenähert hat. Einfach nur toll." Und so hatten alle einen unvergesslichen Sonntagvormittag und konnten ruhig am Nachmittag weiter ihr Dorffest feiern.