„Lugau City Lights – Ein DDR-Dorf schreibt Popgeschichte“ ist für den Deutschen Dokumentarfilmpreis 2020 im Bereich Musik-Doku nominiert. Traditionell wird der Deutsche Dokumentarfilmpreis im Rahmen des SWR Doku Festivals in Stuttgart verliehen. Der Film aus dem Jahr 2019 von Alexander Kühne (Buch) und Tim Evers (Regie) erzählt, wie Lugau, heute Ortsteil von Doberlug-Kirchhain, zu DDR-Zeiten Pop-Geschichte schrieb. Es ist eine Koproduktion von MDR und Arte. Produzentin ist Gwendolin Szyszkowitz-Schwingel.

Selbst die BBC hatte Interesse an der DDR-Jugendkultur

Die Geschichte von Alexander Kühne hat große mediale Aufmerksamkeit geweckt. Selbst Reporter von der British Broadcasting Company (BBC) aus London fanden den Weg in die Niederlausitz, um die einstige DDR-Jugendkultur aufzugreifen. Am Donnerstag war erneut ein Filmteam im Dorf, hat Autor und Produzentin im Landei, der Dorfkneipe, in der bis heute Live-Musik abseits des Mainstreams gespielt wird, interviewt.
„Lugau City Lights“, die Musik-Dokumentation basiert auf dem Roman „Düsterbush City Lights“ (2016) von Alexander Kühne und erzählt seine wahre Geschichte: Mit seinen Mitstreitern hat er im Nirgendwo der DDR, im kleinen Lugau, nach westlichem Vorbild einen höchst erfolgreichen und bekannten Musikclub bis in die 1990er-Jahre geführt, den Jugendclub „Extrem“. In Lugau wurde Party gemacht, um der Trostlosigkeit der Provinz etwas entgegenzusetzen. Polizei und Staatlichkeit dabei zu umgehen, ins Illegale abzudriften war Ausdruck von Aufmüpfigkeit.
Prominente Gäste wie Rammstein, Fettes Brot und Sandow, die damals dort auf der Bühne standen, kehrten für diese Dokumentation noch einmal nach Lugau zurück.

Sechs-Minuten-Porträt für die Preisverleihung

Genug Stoff für den Deutschen Dokumentarfilmpreis? Das hat eine hochkarätig besetzte Jury zu entscheiden. Es gibt drei Nominierte in der Kategorie Musik-Doku. Matthias Gabriel und Christopher Conrady (Kamera) dürfen jedenfalls ein sechsminütiges Porträt für den SWR/MDR für die Preisverleihung drehen. Die wird am 20. Juni online im Internet zu verfolgen sein. Im Saal vom Landei, im Dorf und in Fischwasser, wo für die Dokumentation gedreht wurde, stehen Autor und Produzentin vor der Kamera und erklären die Geschichte des Films.
In einer stillen Minute sagt Alexander Kühne, dass er nicht glaubt, den Preis zu gewinnen. Die Mitbewerber im Blick sagt der Fernsehjournalist wie zu Entschuldigung: „Wir sind der leichteste Beitrag.“

Fortsetzung „Kummer im Westen“ erscheint im September

Der Autor Kühne dagegen ist sehr entspannt. Der neue Roman „Kummer im Westen“, eine Fortsetzung von „Düsterbusch City Lights“, der in den 1990er-Jahren handelt, ist fertig. „Es kommen jetzt irgendwann die Fahnen (Korrekturabzüge/d.A.). Da darf aber inhaltlich nichts mehr geändert werden, damit sich der Satz nicht verschiebt.“ Erscheinungstermin ist der 14. September 2020.

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