ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:02 Uhr

Wahl ungültig
Alles auf Anfang: Elbe-Elster Linke wählt neu

Finsterwalde. Die Wahl der Direktkandidaten für den Brandenburger Landtag ist ungültig. Von der Mitgliederversammlung der Linken am Samstag, 15. September, hatten nicht alle Genossen erfahren. Von Gabi Böttcher

Mit 35 Anwesenden von derzeit 200 Mitgliedern der Partei Die Linke in Elbe-Elster mutete die Mitgliederversammlung am Samstag, 15. September, in der Gaststätte „Zur Erholung“ wie ein Familientreffen an. Kreisvorsitzender Herbert Damm hatte die Beteiligung in dem hohen Altersdurchschnitt – er liegt bei 66 Jahren – und Anreiseproblemen gesehen. Schnell stellte sich heraus, dass nicht alle Genossen von der Mitgliederversammlung erfahren hatten. Das sei jedoch laut Wahlgesetz Voraussetzung, so Kreisgeschäftsführerin Elke Rädisch. „Ich hatte mich schon gewundert“, kommentiert sie die Teilnahme im Nachhinein. Und kennt den Grund: „Es hat Probleme in der Informationskette gegeben.“ Sie habe den selben Verteiler genutzt wie immer. Aber es seien Informationen liegen geblieben. Die Folge: Offizieller Einspruch gegen die Wahl beim Landesvorstand.

Nun wird die Elbe-Elster-Linke die Mitgliederversammlung mit der Wahl ihrer Direktkandidaten für die Wahlen zum Brandenburger Landtag im September kommenden Jahres wiederholen. Jetzt soll jedes Mitglied direkt Post von Elke Rädisch bekommen. Auf sich selbst könne sie sich verlassen.

Für bereits gewählte, unterlegene und vielleicht noch ganz neue Kandidaten steht somit alles auf Null. In der kommenden Woche, so Herbert Damm, werde sich zunächst der Vorstand der Elbe-Elster-Linken zusammenfinden, um über einen neuen Termin zu befinden. Ob man einen anderen, verkehrstechnisch vielleicht noch besser zu erreichenden und zentraler gelegenen Ort bestimmen wird, ist offen. „Auf alle Fälle hoffe ich, dass mehr als 35 Mitglieder kommen“, so Herbert Damm. Die mit 10 zu 8 Stimmen gegen Amtsinhaberin Diana Bader erfolgreiche Monika Förster und die gegen den 18-jährigen Linken Aaron Birnbaum mit 9 zu 7 Stimmen erfolgreiche parteilose Heidrun Elsner müssen ihre Nominierung also noch einmal bestätigen. Beziehungsweise haben die Unterlegenen die Chance zum erneuten Angriff. Für Diana Bader, die Landtagsabgeordnete der Linken, ist indes nicht klar, ob sie erneut antritt. „Es ist alles noch so frisch. Das muss ich mir noch genau überlegen“, sagt die alleinstehende Mutter dreier Kinder. Auf ihre für die meisten überraschende Niederlage gegen Kreisvorsitzende Monika Förster reagiert sie Tage danach nüchtern: „Das ist Demokratie, jeder kann abstimmen wie er will. Das Ergebnis ist zu akzeptieren.“ Dass dieses Ergebnis beim zweiten Anlauf ein ganz anderes sein könnte als am 15. September, darin sieht nicht nur der Vorsitzende der Fraktion Linke/B90-Grüne im Kreistag, Joachim Pfützner, eine besondere Spannung der Wahlwiederholung.