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| 10:12 Uhr

Landtagswahl 2019
Linke nominieren Monika Förster und Heidrun Elsner

Überraschung bei den Linken in Elbe-Elster: Monika Förster (l.) und die parteilose Heidrun Elsner gehen als Direktkandidaten der Linken in den Landtagswahlkampf 2019. Erster Gratulant ist der Kreisvorsitzende der Linken in Elbe-Elster, Herbert Damm.
Überraschung bei den Linken in Elbe-Elster: Monika Förster (l.) und die parteilose Heidrun Elsner gehen als Direktkandidaten der Linken in den Landtagswahlkampf 2019. Erster Gratulant ist der Kreisvorsitzende der Linken in Elbe-Elster, Herbert Damm. FOTO: Gabi Böttcher
Finsterwalde. Die bisherige Landtagsabgeordnete der Linken, Diana Bader, ist nicht als Direktkandidatin für die Wahlen 2019 im Rennen. Elbe-Elster-Linke rebellieren gegen Bundesvorstand und fordern Kooperation mit linker Sammlungsbewegung „Aufstehen“. Von Gabi Böttcher

Das ist eine faustdicke Überraschung: Die Linken in Elbe-Elster nominieren bei ihrer Mitgliederversammlung am Samstag in der Gaststätte „Zur Erholung“ im Wahlkreis 36 Monika Förster (43) zur Direktkandidatin für die Landtagswahlen im September 2019. Mit 10 zu 8 Stimmen hat damit die bisherige   Landtagsabgeordnete Diana Bader das Nachsehen. Obwohl sie sich nach einem umfassenden  Bericht über ihre Arbeit als Landtagsabgeordnete  durchaus nicht sicher war, sich gegen die Kreisvorsitzende der Linken in Elbe-Elster durchsetzen zu können, hatte sie Mühe, die dann tatsächlich verabreichte bittere Pille zu schlucken.

Monika Förster tritt damit gegen den bereits von der CDU nominierten Rainer Genilke an. Die Mutter von vier Kindern, die erst mit 36 Jahren ihren ersten unbefristeten Arbeitsvertrag als Verwaltungsfachangestellte erhalten hatte, bildete sich zur Verwaltungsbetriebswirtin fort und arbeitet heute beim Kommunalen Abfallversorgungsverband in Lübben. Sie ist sachkundige Bürgerin im Ausschuss für Wirtschaft, Umwelt und Bauen der Finsterwalder Stadtverordnetenversammlung, Ortsverbandsvorsitzende  und gemeinsam mit Herbert Damm Vorsitzende  des Kreisverbandes der Linken. Sie will unter anderem  für angemessen bezahlte Arbeitsplätze kämpfen.

Für den Wahlkreis 37 gab es ebenfalls eine Überraschung. Zu vermuten war, dass die Genossen der parteilosen  Kreisvorsitzenden des DGB in Elbe-Elster, Heidrun Elsner,  zwar wohlwollend  gegenüber stehen, jedoch ihrem Kontrahenten, dem jungen Parteimitglied Aaron Birnbaum aus Knippelsdorf, den Vorzug geben würden.  Dieser legte dann auch einen beachtlichen Auftritt hin und ließ die Genossen wissen, dass er  sowohl sehr beherzt für mehr soziale Gerechtigkeit, als  auch gegen rechte Strömungen kämpfen will. Ebenfalls knapp – mit 7 zu 9 Stimmen – unterlag er dann in der Abstimmung der 56-jährigen Rückersdorferin, die sich erst am Montag zuvor entschlossen hatte, sich der Wahl zu stellen und vom Ortsverband Doberlug-Kirchhain ins Rennen geschickt wurde.  Nach eigenen Angaben  seit längerer Zeit als Hartz IV-Empfängerin in prekärer Lebenssituation befindlich, punktete Heidrun Elsner offenbar mit ihrer Kämpfernatur, die in der Schilderung ihres Lebensweges deutlich wurde. Seit vorigem  Jahr befindet  sie sich über die IG Metall in einer Referentenausbildung, war vor zehn Jahren in die Gewerkschaft eingetreten, um wirkungsvoller gegen soziales Unrecht zu kämpfen. Von ihren bereits nominierten Kontrahenten für den Wahlkreis 37 steht  bislang Sebastian Rick von der CDU fest.

Weniger überraschend sondern absehbar das leidenschaftliche öffentliche Comeback des Vorsitzenden der Kreistagsfraktion Linke/B 90-Grüne, Joachim Pfützner. Angesichts der Richtungsdiskussion in seiner Partei werde er in letzter Zeit geübte Zurückhaltung aufgeben und nicht mehr den Mund halten. In der Entscheidung des Bundesvorstandes der Linken, der Bewegung „Aufstehen“ von Sahra Wagenknecht eine Abfuhr zu erteilen, sieht Joachim Pfützner in erster Linie eine Ablehnung von Funktionären. An der Basis sehe man eher die Chance, mehr Menschen zu erreichen. Kreisvorsitzender Herbert Damm formulierte, was als einstimmige Forderung aus Elbe-Elster an  den Bundesvorstand der Linken geht: Offenheit und Kooperation im Umgang mit „Aufstehen“, dem Zusammenschluss von linken sozialen Kräften, um Deutschland voranzubringen.