Die Gebote halten, heißt, mit sich selbst, mit seinem Leben, mit seiner Zeit, mit der Schöpfung und mit den Menschen so umzugehen, wie es Gott entspricht. Die Liebe zu Gott zeigt sich im richtigen Umgang mit seiner Schöpfung, vor allem mit seiner höchsten Schöpfung, dem Menschen. Für mich bedeutet diese Liebe Vertrauen, Geborgenheit, Stärke und wieder Liebe. Die Liebe zu Gott bekräftigt mein Handeln im Umgang mit anderen Menschen. Und wenn ich genau hinschaue auf die höchste Schöpfung, dann sehe ich, wie klein und kostbar sie anfängt: Denn jeder Mensch, der geboren wird, beginnt sein Leben als Kind. Und die Kinder müssen geliebt, umsorgt und gestärkt werden in ihrem eigenen Handeln, um dann selber als Erwachsene ihren Weg des Lebens beschreiten zu können. Und wer hier durch die Taufe und das Gemeindeleben Gott mit ganzem Herzen lieben kann, wird alles so behandeln, wie es der Wirklichkeit entspricht, nämlich als das uns von Gott Gegebene und nicht als Gott selbst. Gott lieben ist somit der wirklichkeitsgerechte Umgang mit Menschen und Dingen. Und genau das ist in der Gesellschaft und den Problemen, mit den wir uns auseinandersetzen müssen, gar nicht so leicht und selbstverständlich. Angesichts der Arbeitsmarktlage, der Schulsituationen, der Pädagogik, der politischen Unruhen in vielen Ländern, der Kriege und Umweltzerstörungen. Ich kann meine Augen davor nicht schließen, aber wenn ich die Welt um mich herum als Geschenk Gottes an mich behandle, dann kann ich sie selber hegen und pflegen, dann muss ich sie nicht ausbeuten, dann spiele ich mich nicht zu ihrem Herrn auf. Gott ist Herr über die Schöpfung. In meinem Umgang mit der Schöpfung beachte ich, dass ich in ihr etwas von Gott berühre: Die Arbeit und den Umgang mit den Mitarbeiterinnen, den Haupt- und Ehrenamtlichen. Die Großen und die Kleinen, die Alten und die Jungen. Ich berühre dabei etwas von Gott, denn seine Schöpfung ist von seinem Geist durchdrungen. Die höchste Schöpfung ist der Mensch. Der Mensch muss vorsichtig sein, damit die gut gemeinte Schöpfung Gottes erhalten bleibt in Liebe und Vertrauen, Geborgenheit und Stärke. Immer wieder neu: Liebe, Liebe, die den anderen gelten lässt und in Gott seinen Grund und seinen Wert erfährt.