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| 18:51 Uhr

Tag der Städtebauförderung
Erhebend: Verfallsstraße als gute Adresse

Architektin Judith Poller präsentiert die Leipziger Straße 44 und informiert gleich im Anschluss über das Bauvorhaben auf dem Nachbargrundstück. Auch dort soll ein Mehrfamilienhaus entstehen. Unterstützung für Grob-Checks der Pläne stammt aus der Städtebauförderung.
Architektin Judith Poller präsentiert die Leipziger Straße 44 und informiert gleich im Anschluss über das Bauvorhaben auf dem Nachbargrundstück. Auch dort soll ein Mehrfamilienhaus entstehen. Unterstützung für Grob-Checks der Pläne stammt aus der Städtebauförderung. FOTO: Gabi Böttcher
Finsterwalde. Tu’ Gutes und sprich darüber: In Leipziger Straße in Finsterwalde Effekte der Städtebauförderung präsentiert. Von Gabi Böttcher

Der Verkehr rollt  schon als ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk seit Dezember vorigen Jahres. Anlässlich des Tages der Städtebauförderung folgte am Freitagnachmittag der symbolische  Freigabeakt für die Leipziger Straße. Und gleichzeitig wurde an Grundstücks-Stationen bis hinein in die Oskar-Kjellberg-Straße gezeigt, was Städtebauförderung in der Sängerstadt in diesem boomenden Quartier bewirkt hat. Besonders liebevoll hatten sich Bewohner der Leipziger Straße 44 auf ihre Gäste vorbereitet: mit einem Stand, an dem Crepes frisch zubereitet wurden. Ebenfalls vor der frischen Zubereitung stehen im übertragenen Sinne die nahegelegenen Häuser Leipziger Straße 46 und Oskar-Kjellberg-Straße 1 (das Magnolienhaus). Architektin Judith Poller hätte für die Leipziger 46 eine Anmeldeliste bei sich haben können, so groß schien das Interesse für die hier in einem Neubau entstehenden Wohnungen mit einem Garten und Parkplätzen vor dem Haus. Architekten-Kollege Jürgen Habermann stellte vis a vis das bereits in der Sanierung befindliche Magnolien-Haus vor, das mit einem Aufzug und einem Zugang zur Terrasse von Küche und Wohnzimmer in jeder Etage gefällt. Das sich in der Oskar-Kjellberg-Staße 3 anschließende noch freie Grundstück der Wohnungsgenossenschaft soll sechs bis sieben Wohnungen mit insgesamt etwa 500 Quadratmetern Wohnfläche beherbergen. Die Vorstände der Genossenschaft, Ulrich Witt und Gabriele Brungart, verwiesen auf die 2500 Euro aus der Städtebau-Förderung, die von ihnen für einen Grob-Check des Bauvorhabens in Anspruch genommen wurden. Auch sei die sanierte Straße ein Entscheidungsgrund gewesen, an diesem Ort im Zentrum neu zu bauen. Die von Jürgen Habermann wieder flott gemachte  ehemalige Fabrikantenvilla in der Oskar-Kjellberg-Straße 5 gehört ebenfalls in die Referenzliste der Städtbauförderung.

Insgesamt sind seit dem Beginn des ersten Bauabschnittes in der Oskar-Kjellberg-Straße im April 2016 bis zum Dezember vorigen Jahres  2,75 Millionen Euro in die Sanierung geflossen, davon  rund 900 000 Euro Städtebaufördermittel, verdeutlichte Bürgermeister Jörg Gampe (CDU) die Dimension. Dass der neue Charakter der Straße mit neuen, breiten Gehwegen und zusätzlichen 16 Parkflächen auch bei den Anwohnern gut ankommt, wurde vielfach laut.

Jürgen Schlinger, der 87-jährige akribische Beobachter der Finsterwalder Stadtgeschichte: „Wir können wirklich stolz sein, wie schön die Stadt geworden ist.“ Für Gerd Laddmann, der in der Leipziger Straße groß geworden ist, ist es gar „ein erhebendes Gefühl, die Entwicklung von einer Verfallsstraße zu einer richtig guten Adresse zu erleben“. Dass seit Beginn der Städtebauförderung 1992 etwa 25 Millionen Euro Fördermittel in die Innenstadt geflossen sind und  diese Millionen durch private Investitionen vervielfacht wurden, ist auch für Uwe Brenner vom Stadtsanierungspartner DSK eine stolze Bilanz. Da lohnte es sich auch für Horst Hensel aus Kirchhain, zum Straßenfest zu kommen. 35 Jahre sei er für die Bauaufsicht auch in Finsterwalde zuständig gewesen. „Es ist alles wunderbar geworden. Auch dass die Stadthalle gebaut wird, befürworte ich. Wenn gebaut wird, lebt die Stadt“, so der Kirchhainer anerkennend.

Uwe Brenner, der als Cottbuser die Stadtsanierung in Finsterwalde begleitet, wird nicht müde, auf die Unterstützungsmöglichkeiten zur weiteren Sanierung von Bausubstanz im Stadtzentrum hinzuweisen. Auch 2018 kann das Förderinstrument „Sanierungs-Grobcheck“ genutzt werden. Immer dienstags ab 13 Uhr gibt es dazu im Rathaus am Markt das passende Beratungsangebot.

Zum feierlich-fröhlichen Banddurchschnitt hatten sich Dominika Ramos,   Jörg Gampe,  Jürgen Fuchs,  Michael Stübgen und Olaf Weiß (v.l.) eingefunden.
Zum feierlich-fröhlichen Banddurchschnitt hatten sich Dominika Ramos, Jörg Gampe, Jürgen Fuchs, Michael Stübgen und Olaf Weiß (v.l.) eingefunden. FOTO: LR / Gabi Böttcher
Im Hintergrund: Das  Magnolien-Haus wird saniert. Vorn wartet das Grundstück Kjellbergstraße 3 auf ein neues Mehrfamilienhaus der Genossenschaft.
Im Hintergrund: Das Magnolien-Haus wird saniert. Vorn wartet das Grundstück Kjellbergstraße 3 auf ein neues Mehrfamilienhaus der Genossenschaft. FOTO: LR / Gabi Böttcher
In der Leipziger 44 gab es von den Bewohnern frisch gebackene Crepes.
In der Leipziger 44 gab es von den Bewohnern frisch gebackene Crepes. FOTO: LR / Gabi Böttcher