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| 16:31 Uhr

Offensive aus Finsterwalde
Lauter Ruf nach Potsdam: L 62 sanieren

Die Stadtwerke-Geschäftsführer Andy Hoffmann (Mitte) und Jürgen Fuchs (rechts) mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Rainer Genilke (links) auf der Landesstraße 62, die aus ihrer Sicht dringend sanierungsbedürftig ist.
Die Stadtwerke-Geschäftsführer Andy Hoffmann (Mitte) und Jürgen Fuchs (rechts) mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Rainer Genilke (links) auf der Landesstraße 62, die aus ihrer Sicht dringend sanierungsbedürftig ist. FOTO: LR / Gabi Böttcher
Finsterwalde. Nicht locker lässt der Landtagsabgeordnete Rainer Genilke (CDU): Es gebiete die Vernunft, die Landesstraße 62 von der Schacksdorfer Stra­ße bis zum Ortsausgang Finsterwalde schnellst­möglich zu sanieren. Vom Land erntet er indes eine erneute Abfuhr.­ Von Gabi Böttcher

Mit seinem jüngsten Vorstoß – einer mündlichen Anfrage im Potsdamer Landtag – ist Rainer Genilke erneut abgeblitzt. Seit Jahren setzt er sich für die grundhafte Sanierung der Landesstraße 62 ein. Der Fokus liegt auf dem Abschnitt vom Abzweig Schacksdorfer Straße bis zum Ortsausgang am Kreisverkehr in der Dresdener Straße. Mit dem Verweis auf die Ausbauarbeiten an der L 60 in der Kirchhainer Straße, am Langen Damm, die Förderung des Baus der Südlichen Stadtkernentlastungsstraße (SSKES) und die Verlegung der Ortsdurchfahrt der B 96, die derzeit noch im Gange ist, heißt es in der Antwort des Potsdamer Fachministeriums knapp: Der grundhafte Ausbau der L 62 konnte aufgrund anderer Prioritäten bisher nicht eingeordnet werden. Das will Rainer Genilke so nicht hinnehmen. „Nicht bei 1,2 Milliarden Rücklage im Landeshaushalt, den enormen Steuermehreinnahmen des Landes und immer verfügbarem Geld, wenn es um den Flughafen BER geht“, sagt der Abgeordnete. Und er weiß mit der Stadt, den Stadtwerken und dem Entwässerungsbetrieb schlagkräftige Partner an seiner Seite. Vielfach haben diese – zuletzt in der Oskar-Kjellberg-Straße/Leipziger Straße bewiesen, wie effizient ein gemeinsames, abgestimmtes Agieren vonstatten geht. Und wie dabei – beim Bauen in einem Zuge – die Kosten äußerst erfolgreich optimiert werden können.

Die Straßentrasse von etwa zwei Kilometern Länge im Bereich der Rosa-Luxemburg-/Dresdener Straße zu erneuern, böte den Stadtwerken die Möglichkeit, gleichzeitig den immer wieder lautstark geforderten Ausbau des Glasfasernetzes voranzutreiben. Ein Geschäftsfeld, das von den Stadtwerken im Unterschied zu anderen Anbietern ohne Fördermittel beackert wird. Umso unverständlicher ist es für Rainer Genilke, dass der in Finsterwalde auf der Hand liegende Synergieeffekt vom Land offenbar nicht gesehen und zum Nutzen aller schnellstmöglich genutzt wird. Die Stadtwerke haben ihre Investition in diesem Bereich vorbereitet und könnten loslegen, versichern die Geschäftsführer Andy Hoffmann und Jürgen Fuchs. Und das zum Nutzen aller am Bau Beteiligten, wie sie betonen. Ganz zu schweigen von den mehr als 3000 Haushalten, die entlang der Trasse vom schnellen Internet profitieren könnten und der Erschließung von Nehesdorf und Pechhütte.

Die Forderung des Landes, die Schulen ans schnelle Internet zu bringen, müsse in Nehesdorf über einen anderen Weg, das Anmieten eines fremden Glasfasernetzes, erfolgen, gibt Jürgen Fuchs zu bedenken. Rainer Genilke führt neben dem schlechten Zustand der Straße, der immer wieder nach dem Winter Flickschusterei erforderlich mache, auch die Sanierungsbedürftigkeit des Abwasserkanals sowie des Rad- und Gehweges ins Feld. Dominika Ramos, Werkleiterin des Entwässerungsbetriebes, kann bestätigen: „Der in den 1920er-Jahren gebaute Mischwasserkanal in der Rosa-Luxemburg-Straße ist in keinem gutem Zustand. Er liegt auf beiden Seiten unter den Gehwegen.“ Kein Zweifel auch aus ihrer Sicht: Ein gemeinsames Agieren in dieser Straße wäre sehr sinnvoll.

Das Land schnellstmöglich im Boot zu haben, sei auch aus der Sicht wichtig, dass von einer zwei Jahre dauernden Planungszeit auszugehen ist, sagt Rainer Genilke und drückt deshalb auf die Tube. Die neuerliche Abfuhr vom Land spornt ihn erst recht an. „Ich werde ihnen in Potsdam weiter auf die Nerven gehen.“ Alles, wirklich alles spreche für den zügigen Ausbau dieser letzten großen Hauptstraße in der Sängerstadt: Die in den Startlöchern stehenden Stadtwerke mit dem (vom Land gewünschten) Breitbandausbau, ein altersschwacher, erneuerungsbedürftiger Abwasserkanal, Rad und Gehwege, auf denen man sich nicht mehr gefahrlos bewegen könne und die jährlich nach dem Winter anfallenden Kosten für die Ausbesserung der Fahrbahn. Letztere belaufen sich laut Aussage des Ministeriums auf „rund 2000 Euro für die Handflickung mit Heißasphalt und für das Patchsystem auf rund 10 000 Euro“. Stadtwerkechef Andy Hoffmann verweist auf das am Langen Damm erfolgreich praktizierte Zusammengehen mit dem Landesbetrieb und die Sinnhaftigkeit der Kostenteilung. Aus wirtschaftlicher Sicht und mit Blick auf die Gewehr bei Fuß stehenden Partner in Finsterwalde ist die Hoffnung groß, dass es im Land doch noch ein schnelles Umdenken gibt.