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| 20:48 Uhr

30 Jahre für Traktoren
Alte Landtechnik „lebt“ in Lindena weiter

 Der stellvertretende Vereinschef Christian Müller, Clubchef Hartmut Müller und Kassenwartin Yvonne Müller (von links) freuten sich zum Jubiläum auch über eine kleine Ausstellung.
Der stellvertretende Vereinschef Christian Müller, Clubchef Hartmut Müller und Kassenwartin Yvonne Müller (von links) freuten sich zum Jubiläum auch über eine kleine Ausstellung. FOTO: Mirko Sattler
Lindena. Die Mitglieder des Lanz Bulldog Club Lindena blicken auf 30 Jahre Vereinsgeschichte zurück. Von Mirko Sattler

Auf 30 Jahre Vereinsgeschichte haben am Sonntag die Mitglieder des Lanz Bulldog Club Lindena zurückgeschaut. In seiner Rede würdigte Vereinschef Hartmut Müller die vergangenen Jahre. „Als 1989 die Idee zu einem ersten Traktortreffen reifte, konnte sich keiner vorstellen, was einmal aus den Treffen werden sollte und dass ein Verein gegründet werden würde, der mittlerweile 30 Jahre vorweisen kann“, so Müller.

Der damalige Bürgermeister Gerhard Wülknitz war seinerzeit an Hartmut Müller mit der Bitte herangetreten, etwas Neues für das Lindenblütenfest zu organisieren. Das erste Traktortreffen war geboren. 37 Maschinen konnten die Besucher des 12. Lindenblütenfestes bewundern. Nach dem Treffen wollte man alles in geordnete Bahnen legen.

Die Idee, einen Verein zu gründen, reicht aber bis in die 1980er-Jahre zurück. In den 1960er- und 1970er-Jahren haben viele Menschen Großvieh gefüttert und individuell Landwirtschaft betrieben. Dazu benötigte man entsprechende Technik. Zu dieser Zeit existierten in Lindena fünf alte Lanz Bulldog in verschiedenen Ausführungen, Baujahren und Zuständen. Mit der Hilfe des gelernten Bulldogschlossers Arno Krüger, der viel zu früh verstorben ist, war es im Dorf möglich, dank seines hohen Fachwissens den Jüngeren die nötigen Grundkenntnisse zu vermitteln, um derartige Maschinen wieder in Gang zu bringen. Wie die Chronik schreibt, soll die Ehefrau von Manfred Kutscher den Anstoß gegeben haben, als Manfred Kutscher Anfang der 1980er-Jahre an der Hydraulik seines 25er-Lanz Bulldog bastelte. Am 16. April 1989 wurde der Verein gegründet. Er war somit der dritte Verein, der sich um die alten DDR-Traktoren kümmerte. Vor den Lindenaern hatten sich bereits die „Lanz-Freunde Sachsen“ in Markleeberg und die „Lanz-Freunde Schleizer Dreieck“ gegründet.

Seit 2002 ist der Verein gemeinnützig. Über die Jahre wurde der Bedarf für das Inventar wie Anmeldewagen, Dreschkasten und verschiedene anderer Gerätschaften immer größer. Nach mehreren Umzügen und Einmietungen entschloss sich der Verein, eine Halle auf dem Gelände des ehemaligen Kreisbetriebes für Landtechnik Doberlug zu kaufen. Anfang 2011 konnte Einzug gefeiert werden. Ein herber Rückschlag erreichte den Verein, als die Halle kaum fertig war. „Der Wasserverband Doberlug trat an uns heran und wollte die Kosten der Altanschließer beanspruchen. Nach langem diskutieren, einigten wir uns auf eine Ratenzahlung“, erinnert sich Hartmut Müller.

Im Lanz Bulldog Club Lindena e.V. kann jeder Mitglied werden, der sich für den Erhalt alter Landtechnik interessiert. Während der Festveranstaltung in der Waldschänke Bad Erna gab Vereinschef Hartmut Müller aus Altersgründen seinen Vorsitz ab. Bis zur Wahl im September wird sein Sohn Christian Müller die Geschicke des Clubs leiten.

 Der stellvertretende Vereinschef Christian Müller, Clubchef Hartmut Müller und Kassenwartin Yvonne Müller (von links) freuten sich zum Jubiläum auch über eine kleine Ausstellung.
Der stellvertretende Vereinschef Christian Müller, Clubchef Hartmut Müller und Kassenwartin Yvonne Müller (von links) freuten sich zum Jubiläum auch über eine kleine Ausstellung. FOTO: Mirko Sattler