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Lange Straße wird zur Reeperbahn

Die Lange Straße ist am Samstag ähnlich der Reeperbahn zu einer großen Amüsiermeile geworden. Der große Spaß diente auch einem guten Zweck.
Die Lange Straße ist am Samstag ähnlich der Reeperbahn zu einer großen Amüsiermeile geworden. Der große Spaß diente auch einem guten Zweck. FOTO: jgw1
Finsterwalde. Segelboot, Riesenanker und Strandbar haben am Samstag die Lange Straße in Finsterwalde ge- schmückt. Ein Besuch der großen Straßenparty mit ihrem erstmals maritimen Flair hat sich gelohnt. Silvia Dedek / sdk1

Zur 14. Auflage des mittlerweile traditionellen Straßenfestes hatte sich der Verein LebensArt um seinen Vorsitzenden Lutz Müller terminlich erstmals den von Sparkasse und Jungunternehmerverein organisierten Marktschreiertagen auf dem Finsterwalder Marktplatz angeschlossen und sogar das eigene Motto entsprechend angepasst.

So wurde das bunte Programm durch einen "Händlerchor" der Unternehmer in und um die Lange Straße sowie einiger Unterstützer eröffnet. "Lange Straße nachts um halb eins" statt wie im berühmten Hamburger Original "Auf der Reeperbahn …" hieß es im von Lutz Müller umgedichteten Text, den die Sänger ihren Gästen freudig entgegenschmetterten. Hier freuten sich Händler und Gastronomen, die gern zusammenarbeiteten, wirklich auf ihre Gäste: Diese einmalige Atmosphäre war von Beginn an zu spüren. "Besonders bedanken müssen wir uns bei Veit Klaue vom Sängerstadt Marketing", gestand Lutz Müller nach dem gelungenen Auftakt. "Wir sind alle keine Sänger und er hat das Lied geduldig mit uns geübt, so dass wir es heute vortragen konnten."

Die Lange Straße war am Samstag ähnlich der Reeperbahn eine Amüsiermeile - weit mehr als nur eine andere Art des Verkaufens. Dabei standen nicht nur die Eigenwerbung und der persönliche Gewinn im Vordergrund, vielmehr sammelten alle gemeinsam für einen guten Zweck: in diesem Jahr für die Jugendfeuerwehr von Finsterwalde. "Unser Geschäft hat einen Brief verbunden mit der Bitte um eine Spende von der Jugendfeuerwehr bekommen", erklärte Kristine Schulze vom Modehaus "Männersache". "Wir haben das Anliegen mit in den Verein getragen und beschlossen, auf dem Straßenfest dafür zu sammeln. Außerdem kann die Jugendfeuerwehr hier gleichzeitig für sich Werbung machen."

Dies taten die Kinder und Jugendlichen der Gruppen Nehesdorf, Stadtmitte und Sorno dann auch kräftig. Linus Pietzsch, der gerade erst seit einem halben Jahr dabei ist, und Tony Grosch zogen mit einem zur Sammeldose umfunktionierten Helm durch die Straße, unterstützten sogar den Leierkastenmann und baten die Passanten um Spenden. "Das Geld wird für die Nachwuchsarbeit und die Wettkampfausrüstung dringend benötigt." betonte Stadtjugendwart Jeffrey Schindler. "Wir sind dem Verein LebensArt und allen, die uns heute hier unterstützen und spenden sehr dankbar. Die Wettkämpfe motivieren unsere Kinder und Jugendgruppen besonders, da ist die entsprechende Ausrüstung natürlich wichtig."

Nicht nur die direkten Anlieger der Langen Straße, auch umliegende Geschäfte beteiligten sich an der Aktion. So konnte man sich am Stand des Gesundheitsstudios Berndt aus der Kleinen Ringstraße gegen eine kleine Spende massieren lassen. Bei Thoralf Emunds konnte, wer wollte, eine Testfahrt mit dem E-Bike unternehmen - gegen eine kleine Spende für die Feuerwehr natürlich.

Dass die Lange Straße an der Kreuzung langer Damm/Grabenstraße nicht endet, stellte Raumausstatterin Sandra Lebedies, frischgebackenes Mitglied des LebensArt-Vereins, unter Beweis. Zum ersten Mal beim Straßenfest dabei, zeigte sie sich in der Gestaltung schon federführend und verlieh dem Fest mit den neuen Wimpelketten und einem Stückchen Sandstrand mit gemütlich bezogenen Sitzhockern einen besonderen Charme. Für die recht kurzfristige Idee wurden fast 700 Dreiecke auf 196 Metern Girlande verarbeitet und vernäht - eine Arbeit, die sich bezahlt machte. "Ich wurde von den anderen Mitgliedern gefragt, ob ich nicht mitmachen möchte, und habe mich schließlich überreden lassen und es nicht bereut", sagte Sandra Lebedies. "Der Verein ist klasse und es macht Spaß, zusammen zu arbeiten. Für uns als Ausbildungsbetrieb ist es auch toll, wenn die Lehrlinge bei solchen Gelegenheiten einmal andere Dinge kennenlernen können." Erste Ideen für das nächste Straßenfest hat sie auch schon gesammelt. Bei einem so angenehmen Verein und einem so tollen Ergebnis möchte man eben einfach dabei bleiben.