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| 14:34 Uhr

Handwerk im Landkreis Elbe-Elster
Landrat und Präsident bei Elektro Rimpel

Elbe-Elster Landrat Christian Heinrich-Jaschinski, Handwerkskammer-Präsident Peter Dreißig und deren Geschäftsführer Knut Deutscher zu Gast bei der Elektro Rimpel GmbH in Massen. Firmenchef Ingolf Rimpel (hinten Mitte) und Mitarbeiter Klaus Kühne an einem Baustromverteiler vermitteln Eindrücke vom Firmenalltag.
Elbe-Elster Landrat Christian Heinrich-Jaschinski, Handwerkskammer-Präsident Peter Dreißig und deren Geschäftsführer Knut Deutscher zu Gast bei der Elektro Rimpel GmbH in Massen. Firmenchef Ingolf Rimpel (hinten Mitte) und Mitarbeiter Klaus Kühne an einem Baustromverteiler vermitteln Eindrücke vom Firmenalltag. FOTO: Gabi Böttcher / LR
Massen. Wasserinstallateurmeister Edmund Jähne würde Bauklötzer staunen. Der von ihm in den 30er-Jahren in der Cottbuser Straße in Finsterwalde gegründete Betrieb ist heute auf etwa 40 Baustellen gleichzeitig tätig. Und das deutschlandweit. Von Gabi Böttcher

Allerdings ist das Unternehmen heute mit komplett neuer Spezialisierung als Elektro Rimpel GmbH auf dem Markt unterwegs. Geschäftsführer Ingolf Rimpel hat das Unternehmen 1997 von seinem Vater übernommen. Da war er 28 Jahre alt. Vater Lothar hatte es ihm vorgemacht, er trat mit 23 Jahren im Jahr 1955 die Nachfolge des Unternehmensgründers Edmund Jähne an. Hatte die Firma nach der Wende auf einem hart umkämpften Markt ein breites Spektrum auf dem Gebiet der Elektroinstallationen bedient, so traf Ingolf Rimpel im Jahr 2008 eine wohl grundlegende  Entscheidung. Das Unternehmen spezialisierte sich auf Baustromversorgung und Baustellen- sowie Eventbeleuchtung.  13 Mitarbeiter und drei Auszubildende stehen in Lohn und Brot. Die Leistungen der Elektro Rimpel GmbH sind vor allem auf großen Baustellen in Ballungsgebieten wie Berlin, Dresden, Hannover und Nürnberg gefragt. Ob Baustromversorgung für Brückenbauten an Autobahnen, eine Logistikhalle für einen großen Autohersteller in Heilbronn oder eine große Baustelle für die Landesregierung in Hannover – Baustromversorgung bedeutet schon lange nicht mehr, nur einen Verteilerkasten aufzustellen.Oft geht es um Beleuchtung bis ins Baufeld hinein und für alle am Bau beteiligten Firmen. Die Planung der komplexen Aufgabe gehört nicht selten dazu.

Ende des Jahres 2013 war Elektro Rimpel ins Gewerbegebiet Massen gezogen, hatte hier zunächst 2400 Quadratmeter Fläche erworben und eine erste, 300 Quadratmeter große Halle gebaut. Jetzt ist das Unternehmen bei etwa 1000 Quadratmetern Gebäudenutzfläche angekommen und hat sich für eine etwaige weitere Expansion im vorigen Jahr noch einmal 2000 Quadratmeter Fläche gesichert. Ein neuer Anbau für Beratungen, Schulungen und multifunktionale Nutzung steht vor der Fertigstellung.

Beeindruckt von der Unternehmensentwicklung zeigte sich bei einem Besuch zu Wochenbeginn Elbe-Elster-Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (CDU), der regelmäßig die Nähe zu den Alltagssorgen der heimischen Unternehmer sucht. Gemeinsam mit dem Präsidenten der Handwerkskammer Cottbus, Peter Dreißig, und deren Geschäftsführer Knut  Deutscher kam man im Massener Unternehmen schnell auf die entscheidende Erfolgskomponente: den Nachwuchs.   Peter Dreißig hält ein Umsteuern von Bund und Land für unabdingbar. Es müsse nicht jeder ein Abitur haben. Zudem müsse es Verpflichtungen für Schulen geben, dass mindestens 80­Prozent der jungen Leute mit einer klaren Zukunftsvorstellung abgehen. Die Berufsorientierung sei ein ganz großes Problem.

Ingolf Rimpel hat die Erfahrung gemacht, dass es die meisten Bewerber im Bereich der Elektrohelfer, nicht jedoch bei Elektrofachkräften und Ingenieuren gebe. „Keiner will Verantwortung übernehmen.“ Peter Dreißig hat als Bäckerei-Inhaber schon zu diesem Lockmittel greifen müssen: „Wer anderthalb Jahre durchsteht, kann kostenfrei die Fahrerlaubnis machen.“ Anett Kotte aus Ingolf Rimpels Führungscrew weiß aus ihrer Erfahrung: „Jugendliche interessiert vor allem das Geld. Und da geht  es nicht um die Aussicht, erst nach der Lehre etwas zum Führerschein dazu zu bekommen.“ Christian  Heinrich-Jaschinski setzt auf das Prinzip Leistung  gegen Leistung. Er sehe eher einen Weg, sich vom Unternehmen einen Kredit geben zu lassen. Ingolf Rimpel meint, dass es besser wäre, nicht nur mit Geld zu werben. Aber er räumt gleichzeitig ein, dass man wohl keine andere Wahl habe. An die Adresse des Landrates richtet er die Erwartung, die Attraktivität der Städte und Gemeinden im Blick zu haben. Es gehe um den Wohlfühlfaktor für die Menschen, die in der Region leben beziehungsweise hierher zurückkommen möchten. „Wir brauchen qualifizierte Schulabgänger mit guten Zensuren“, ist sein Appell an die Schulen. Schon im Kindesalter in den Nachwuchs zu investieren und alle Kinder und Jugendlichen dabei mitzunehmen, die Jugendarbeitslosigkeit zu drücken – das ist für Landrat Heinrich-Jaschinski wichtiges Anliegen. Um das bisherige Plus der Region – die Ausstattung mit Kindergartenplätzen – zu erhalten,  sei ein Umdenken kommunaler Politik  erforderlich. Da gelte es eben wieder, Geld für den Anbau an Kitas einzuplanen.