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| 20:47 Uhr

Auch mehr Rohheitsdelikte und Sachbeschädigungen
Ladendiebstähle bleiben in Doberlug-Kirchhain Problem

Die Polizei ist in der Stadt Doberlug-Kirchhain öfter als in vergangenen Jahren zu sehen. Häufig werden die Polizisten zu Einsätzen in der Erstaufnahmeeinrichtung an der Torgauer Straße gerufen.
Die Polizei ist in der Stadt Doberlug-Kirchhain öfter als in vergangenen Jahren zu sehen. Häufig werden die Polizisten zu Einsätzen in der Erstaufnahmeeinrichtung an der Torgauer Straße gerufen. FOTO: Frank Hilbert
Doberlug-Kirchhain. Während im Landkreis Elbe-Elster und im Land Brandenburg ein Rückgang bei Straftaten zu erkennen ist, stagnieren diese Zahlen in Doberlug-Kirchhain. Von Heike Lehmann

Das hat auch etwas mit den Bewohnern der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge an der Torgauer Straße zu tun. Das berichtete Thomas Ballerstaedt, Leiter der Polizeiinspektion Elbe-Elster, vor den Stadtverordneten.

Zufall sei, so Ballerstaedt, dass die Zahl der Straftaten in der Stadt mit 367 im ersten Halbjahr 2017 identisch mit der im ersten Halbjahr 2018 ist. Zum Vergleich: In Finsterwalde waren es in der ersten Hälfte 2018 exakt 738 Straftaten (Vergleichszeitraum 2017: 918) und in Elsterwerda 298 (2017: 360). Die Zahlen beinhalten die Strafverfahren zum Moment der Abgabe von der Polizei an die Staatsanwaltschaft und keine Verkehrsdelikte.

Während die Diebstähle aus Wohnungen und Nebengelassen auch in Doberlug-Kirchhain zurückgehen, steigt die Zahl der Diebstähle aus Firmen und Ladengeschäften. Sorgen bereitet der Polizei die wachsende Häufigkeit an Rohheitsdelikten und Sachbeschädigungen.

Zu den 367 Straftaten im ersten Halbjahr 2018 wurden 169 Tatverdächtige ermittelt. Aber: Ein erheblicher Anteil der Straftaten entfällt auf die Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtung. Deshalb ist bei den Personen, die dingfest gemacht werden können, der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger sprunghaft angestiegen. Betrug er 2015 noch 4,9 Prozent, schnellte die Kurve hoch. Im Jahr 2016 waren es schon 14,5 Prozent, 2017 registrierte die Polizei 34,5 Prozent und im ersten Halbjahr 2018 sogar 47,3 Prozent. „Davon muss die Stadt als solche nicht unbedingt betroffen gewesen sein“, so Ballerstaedt, denn häufig werden „Einsätze in der Erstaufnahmeeinrichtung gefahren“. Er sagt: „Vieles passiert dort in den Unterkünften, bindet aber unsere Beamten.“ Auch 2017 lag die Kloster- und Gerberstadt deshalb bei dieser Betrachtung schon weit über dem Kreisdurchschnitt von 14,7 Prozent Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen. Die meisten dieser Einsätze und Straftaten haben aber lediglich „statistischen Einfluss auf die Stadt Doberlug-Kirchhain“, sagt der Polizeichef von Elbe-Elster.

Ein „massives Problem“ für die Stadt mit „wesentlich erkennbaren Auswirkungen“ bleiben dagegen  die Ladendiebstähle. Was der Polizei anfangs nicht bekannt wurde, dann aber sogar den Innenminister höchstselbst mehrfach nach Doberlug-Kirchhain trieb, ist immer noch ein großes Ärgernis. Thomas Ballerstaedt bekräftigt deshalb auch, dass die vom Innenministerium eingeleiteten Maßnahmen aufrecht erhalten werden. Er sagt: „Die Bereitschaftspolizei bleibt präsent in der Stadt.“

Auch auf den Straßen kracht es immer häufiger. Gab es 2017 insgesamt 121 Verkehrsunfälle in der Stadt und 212 inklusive Umland sind bis Ende September 2018 schon 133 registriert. Leider auch mit 24 verletzten Personen – im vorigen Jahr wurden auf den Straßen insgesamt nur 18 Menschen verletzt. Meist sind Autos verwickelt, wesentlich seltener andere Kraftfahrzeuge, Radfahrer und Fußgänger. Bei den Unfallursachen ragen die Wildunfälle deutlich aus der Statistik heraus. Außerdem wird zu dicht aufgefahren und die Vorfahrt missachtet.

Unfallhäufungen gibt es an der Einmündung der Bahnhofsallee in die Bahnhofstraße, an der Kreuzung Hagwall/Rathausstraße /Friedensstraße, an der Einmündung der Karl-Liebknecht-Straße/Finsterwalder Straße, der Kreuzung Torgauer Straße/Akazienweg sowie an der Einmündung der L 60/L 601 (Abzweig Lugau).