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| 17:10 Uhr

Traditionsreiches Haus lebt weiter
Kur für Finsterwalder Poliklinik

Hartmut Hülle will die Tradition medizinischer Versorgung in der Kirchhainer Straße 1 in Finsterwalde fortsetzen und das als Poliklinik bekannte Gebäude bis 2019 komplett  saniert haben.
Hartmut Hülle will die Tradition medizinischer Versorgung in der Kirchhainer Straße 1 in Finsterwalde fortsetzen und das als Poliklinik bekannte Gebäude bis 2019 komplett saniert haben. FOTO: Gabi Böttcher / LR
Finsterwalde. Vor zwei Jahren wurde der marode Schriftzug durch einen neuen mit LED-Leuchtkraft ersetzt. Jetzt steuert das Haus der Poliklinik in der Kirchhainer Straße in privatem Besitz auf das Ende seiner Rundum-Sanierung zu. Von Gabi Böttcher

Im kommenden Jahr sollen alle Arbeiten beendet sein. Die Sanierung der Toilettenanlage im Obergeschoss des in den 20er-Jahren erbauten Hauses in der Kirchhainer Straße in Finsterwalde soll den Abschluss des seit 2016 laufenden Baugeschehens bilden. Damit geht für Hartmut Hülle und dessen Frau Ina Krehl ein weiteres Projekt in Erfüllung. Seit 1993 sind sie mit ihrer Physiotherapie in jenem Hause Mieter, das schließlich im Jahr 2008 vom Elbe-Elster Klinikum in die Hoheit der Familie übernommen wurde. Zuvor hatte sich das Duo Hülle/Krehl mit Physiotherapie-Praxen in Oppelhain im Jahr 1991 und in Folgejahren in Elsterwerda und schließlich 2006 mit dem Physio-Forum in Finsterwalde die wirtschaftliche Basis aufgebaut, die schließlich das Poliklinik-Projekt möglich machte. In der Physiotherapie-Praxis in der Poliklinik ist Silke Kaßner Mitgesellschafterin.

„Das ist der beste Job, den ich mir vorstellen kann, immer wieder neu in die Zukunft zu investieren. Und das in Finsterwalde, die für mich eine begehrenswerte, aufstrebende Stadt ist“, lässt Hartmut Hülle keinen Zweifel an der Begeisterung für das derzeitige Projekt. Mit Dach- und Fassadensanierung war es 2016 losgegangen, im vorigen Jahr steckte der agile Unternehmer im Selbst-ist-der-Mann-Verfahren seine Arbeitskraft in die Sanierung einer leerstehenden ehemaligen Kinderarztpraxis. Hier ist inzwischen der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie Jörg W. Rademacher ansässig. Ein Treppenlift ermöglicht Patienten den barrierefreien Zugang. Einen solchen für alle anderen Praxen im Hause zu schaffen, ist das Ziel bis Ende dieses Jahres. Ein Fahrstuhl soll eingebaut werden. Barrierefreiheit im alten Gemäuer herzustellen, liegt Hartmut Hülle am Herzen. Das gehöre in der heutigen Zeit einfach zu einer medizinischen Einrichtung dazu. Mit der Allgemeinmedizinerin Dr. Monika Schulz und dem Facharzt für Arbeitsmedizin MR Dr. Horst Kleiber sind seit Jahren zwei angestammte Praxen im Hause, zwei weitere stehen zur künftigen Nutzung zur Verfügung. Eine davon ist einzugsbereit.

Gegenwärtig arbeitet Hartmut Hülle an der Fertigstellung der Toilettenanlage im Untergeschoss. Mit Wolfgang Lepski steht dem gelernten Elektriker ein langjähriger Handwerker-Partner zur Seite. Beide sind derzeit auch damit beschäftigt, den alten Sockel des Gebäudes mit Granit zu verkleiden. Auf der Hofseite sind sie schon weit vorangeschritten. Hier soll das vorhandene Areal für Patienten-Parkplätze noch optimiert werden. Hartmut Hülle räumt ein, dass das Poliklinik-Projekt schon etwas Mut und Risikobereitschaft verlangt. Allein der Einbau des Fahrstuhls, für den es keine Fördermöglichkeit gebe, koste rund 90 000 Euro. Doch Hartmut Hülle folgt seinem Naturell. Seit dem Bau seines Wohnhauses und der ersten Physiotherapie-Praxis seiner Frau im Jahr 1991 stellten sich beide immer neuen Herausforderungen. „Es macht einfach Spaß. Sobald die Sonne höher steht, muss ich raus auf den Bau“, sagt der Allrounder im Physiotherapie-Unternehmen von Ina Krehl.

Er spüre eine Aufbruchstimmung in der Stadt, in der viele kluge Köpfe die Zügel in der Hand halten und Finsterwalde voranbringen würden. Und obwohl man es zunächst zweimal abgelehnt hatte, das Haus der früheren Poliklinik zu übernehmen, habe es immer eine besondere Beziehung dazu gegeben. Jetzt also sind alle Signale auf Grün gestellt, dass hinter frischer Fassade und neuen Schriftzeichen weiter ein Ort bleibt, an dem sich Menschen um die Gesundheit anderer kümmern. Dr. Monika Schulz, die im April 2020 in den Ruhestand geht, will ihren Part dazu beitragen. Sie bemüht sich um eine Praxisnachfolge.