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| 14:18 Uhr

Dreifacher Paukenschlag
Schloss Doberlug lebt, wächst und lockt Besucher

Im Schloss Doberlug wurde am Samstag das neue Besucherinformationszentrum des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft eröffnet. Es ist das modernste in einem Brandenburger Großschutzgebiet. Politiker von Bund, Land, Kreis und Stadt haben das Band durchschnitten.
Im Schloss Doberlug wurde am Samstag das neue Besucherinformationszentrum des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft eröffnet. Es ist das modernste in einem Brandenburger Großschutzgebiet. Politiker von Bund, Land, Kreis und Stadt haben das Band durchschnitten. FOTO: Veit Rösler
Doberlug-Kirchhain. Einen fulminanten Saisonstart legten die Akteure im Schloss Doberlug am Samstag hin. Der Naturpark ist angekommen und Dalí auch. „Natur, Kultur und Tourismus“ lautete das Motto bis in den Abend. Von Heike Lehmann

Mit großem Bahnhof und einem tollen Frühlingsfest wurde das neue Besucherinformationszentrum vom Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft im Schloss Doberlug eröffnet. Kern ist die interaktive Ausstellung „erlebnisREICH Naturpark“, konzipiert von Viktoria und Tobias Wille von der Firma Stories within architecture (Berlin). Selbst der Parlamentarische Staatssekretär vom Bundeslandwirtschaftsministerium, der Finsterwalder Michael Stübgen (CDU), hatte einen seiner ersten öffentlichen Auftritte in neuer Funktion im Schloss Doberlug. Denn: Der Landkreis Elbe-Elster ist eine von bundesweit 13 Modellregionen des Modellvorhabens Land(auf)Schwung, das wiederum Teil des Bundesprogramms für Ländliche Entwicklung ist. Stübgen betonte: „Die Modellregion Elbe-Elster hat für den Aufbau des Bildungs- und Besucherinformationszentrums eine Fördersumme von rund 568 000 Euro erhalten.“

Dalí & mehr im Schloss Doberlug FOTO:

Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (CDU), auch Vorsitzender vom Förderverein des Naturparks, sagte. „Das neue Besucherinformationszentrum zieht weitere Nutzer ins Schloss, die auf Information und Unterhaltung stehen.“ Im Oktober 2015 war die Idee gereift. „In nur 18 Monaten wurden Ideen entwickelt, Fördermittel akquiriert und Projektpartner gefunden“, führte er aus. Entstanden sei „das modernste Besucherinformationszentrum in einem Brandenburger Großschutzgebiet“ als naturtouristischer Anlaufpunkt, der Auskünfte, Ausflüge und Veranstaltungen anbietet. Für Bürgermeister Bodo Broszinski (FDP) ist die Naturpark-Ausstellung eine Form von modernstem Heimtkundeunterricht. Er freue sich, dass die Schau nicht wie die Landesausstellung vor drei Jahren einem Shuttle gleich einfliegt und nach Monaten wieder abhebt. Lars Thielemann, Chef der Naturparkverwaltung, versicherte: „Wir sind gekommen, um zu bleiben.“

Besucherandrang im Schloss zur Eröffnung des neuen Naturpark-Ausstellung und der Sonderausstellung „Dalí in Doberlug“.
Besucherandrang im Schloss zur Eröffnung des neuen Naturpark-Ausstellung und der Sonderausstellung „Dalí in Doberlug“. FOTO: Heike Lehmann

Im Westflügel vom ersten Obergeschoss des Schlosses dominiert dagegen europäische Kunst höchsten Ranges. Die Sonderausstellung „Dalí in Doberlug. Der Künstler als Illustrator“ fand gleich am ersten Tag viele Interessenten. Der Kunstsammler Helmut Rebmann aus Eberdingen stellt die etwa 140 originalen Illustrationen von Salvador Dalí (1904 - 1989) aus seiner umfangreichen Privatsammlung für drei Monate dem Schloss Doberlug zur Verfügung. Schnell entwickelten sich am Eröffnungstag Fachgespräche zwischen dem Dalí-Kenner, der mit erworbener Expertise auch als Gutachter für die Arbeit Dalís arbeitet, und Besuchern. Thoralf Schirmer aus Spremberg hält sie für eine sehr gute Ausstellung, die sicher ihre Besucher finden wird. Auch er werde sicher noch einmal wiederkommen. Thomas Klatt aus Cottbus war mit einer ganzen Geburtstagsrunde angereist. Und Kunstlehrerin Petra Schober aus Doberlug-Kirchhain hält die Ausstellung wegen der Vielfalt der Dalí-Techniken für sehenswert.

140 originale Werke von Salvador Dalí werden in einer Sonderausstellung im Museum gezeigt. Sie stammen aus der Sammlung von  Helmut Rebmann (l.).
140 originale Werke von Salvador Dalí werden in einer Sonderausstellung im Museum gezeigt. Sie stammen aus der Sammlung von Helmut Rebmann (l.). FOTO: Heike Lehmann

Schließlich hat auch die Dauerausstellung „Doberlug und das sächsische Brandenburg“ einen neuen Höhepunkt. Mit einem interaktiven Frage- und Antwortspiel, einem sogenannten Identomaten, ermitteln Friedrich Wilhelm III. von Preußen und Friedrich August I. von Sachsen die Identität der Besucher. Dass dieser Spaß den Museumsbesuch attraktiver macht, ist nicht zuletzt der Förderung durch die Sparkassenstiftung „Zukunft Elbe-Elster-Land“ zu verdanken. Auch das „erlebnisREICH Natur“ wurde von ihr unterstützt.

Eine szenische Lesung mit Jörg Schüttauf (r.) und Holger Umbreit zu „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ beschloss den erlebnisreichen Tag im Refektorium. Eine Veranstaltung vom Schlossförderverein.
Eine szenische Lesung mit Jörg Schüttauf (r.) und Holger Umbreit zu „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ beschloss den erlebnisreichen Tag im Refektorium. Eine Veranstaltung vom Schlossförderverein. FOTO: Heike Lehmann
Jasper Zimmermann (7) aus Pießig spürt in der neuen interaktiven Ausstellung „erlebnisREICH Naturpark“ dem Auerhahn nach.
Jasper Zimmermann (7) aus Pießig spürt in der neuen interaktiven Ausstellung „erlebnisREICH Naturpark“ dem Auerhahn nach. FOTO: Heike Lehmann
Die Schauspieler Roland Kurzhals (l./Friedrich Wilhelm III. von Preußen) und Friedrich Rößiger (r. Friedrich August I. von Sachsen) schlüpfen bei der Einweihung des Identomaten noch einmal in ihre Rollen.
Die Schauspieler Roland Kurzhals (l./Friedrich Wilhelm III. von Preußen) und Friedrich Rößiger (r. Friedrich August I. von Sachsen) schlüpfen bei der Einweihung des Identomaten noch einmal in ihre Rollen. FOTO: Heike Lehmann
Susanne Richter aus Zeckerin (r.) mit Enkelin Carlotta Kießling (11) aus Berlin beim Frühlingsfest im Schloss.
Susanne Richter aus Zeckerin (r.) mit Enkelin Carlotta Kießling (11) aus Berlin beim Frühlingsfest im Schloss. FOTO: Heike Lehmann