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| 13:23 Uhr

Puppentheaterfestival in Elbe-Elster
Erna und Maria lassen das Leben in Doberlug-Kirchhain pulsieren

Gern ließ sich das Publikum dieser Vorstellung mit asiatischer Gymnastik locker machen.
Gern ließ sich das Publikum dieser Vorstellung mit asiatischer Gymnastik locker machen. FOTO: Jürgen Weser
Doberlug-Kirchhain. Puppentheater-Besucherrekord im neunten Jahr bei der Zobel & Co GmbH. Von Jürgen Weser

Zwei urkomische Weiber aus MeckPom hatte sich Detlef Zobel zum diesjährigen 20. Puppentheaterfestival ins Firmenhaus geholt. Dazu kamen 130 Besucher, die am Freitagabend „Zwei Damen – eine Absicht“ als Co-Produktion vom Figurentheater Ernst Heiter und dem Theater Maskotte erleben wollten. Das bedeutete Besucherrekord der Aufführungen im Rahmen des Elbe-Elster-Puppentheaterfestivals bei der Zobel & Co GmbH in Doberlug-Kirchhain.

Überrascht und erfreut gleichermaßen zeigte sich Geschäftsführer Detlef Zobel, der mit seiner Firma seit neun Jahren das „Internationale Puppentheaterfestival“ in Elbe Elster jeweils mit einer gesponserten Aufführung unterstützt. „Sonst waren es immer 80 bis 100 Zuschauer“, erzählt der zum Puppentheaterfan gewordene Unternehmer. „Nadine Harnisch vom Kulturamt des Landkreises versuchte mich vor zehn Jahren als Unterstützer für das Festival zu gewinnen, aber wie viele dachte ich, Puppentheater ist doch nur für Kinder.“ Nadine Harnisch nahm ihn mit zu einer Puppentheatervorstellung und er war begeistert. Seitdem weiß er, dass die Kunstform durchaus etwas für Erwachsene ist. Und seitdem unterstützt Detlef Zobel das Festival.

Gemeinsam mit den Besuchern hatte er diesmal viel Freude an dem Figurentheater von Ute Kotte aus Buchholz und Katharina Sell aus Alt-Schönau in Mecklenburg, die als Erna Krause und Maria Hering ihre „Absicht“ überzeugend, höchst lustvoll und komisch vermittelten. Ja, in MeckPom pulsiert auch das kulturelle Leben: also „manchmal“ und etwas langsamer als anderswo, wie schon Kanzler Bismarck wusste! Dazu traten Erna und Maria den ultimativen Beweis unter Einsatz ihres Könnens und ihrer Stab- und Handpuppen an. Traditionspflege hieß ihr Schlagwort. Darauf wurde das Publikum erst einmal mit meditativer asiatischer Gymnastik eingestellt. Dann gab es die Geschichte aus einem mecklenburgischen Sagenbuch als „Sprachrohr Gottes“ zur Entstehung der Welt von Adam bis zum Affen auf höchst vergnügliche Weise. Gruppendynamisches Zusammensein hieß das Zauberwort von Erna und Maria für das Publikum, das sich gern „zum Affen machen ließ“ und beim ungewöhnlichen Kanon und Volkslied kräftig mitsang. Schließlich, so musste der Käpt’n von der Waterkant nach seinem alkoholbedingten Ableben feststellen, ist ein Platz im Himmel schwer zu bekommen (siehe Wohnungsnot), aber man kann ihn sich ja immer noch ersingen.

Der Spaß war bei Akteuren wie Zuschauern, zu denen zahlreiche Puppenspielerkollegen gehörten, gleichermaßen groß und der Applaus forderte zur Zugabe heraus. Bei so viel Begeisterung und Zuschauerzuspruch freut sich Ulli Voland aus Birkwalde auf seine zukünftige Aufgabe als künstlerischer Leiter des Festivals. Für Detlef Zobel steht fest, er bleibt dem Internationalen Puppentheaterfestivals in Elbe-Elster treu.