ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 16:29 Uhr

Literatur
Kommissarin Klaudia kämpft sich durch Spreewalddickicht

Christiane Dieckerhoff während ihrer Lesung in Finsterwalde.
Christiane Dieckerhoff während ihrer Lesung in Finsterwalde. FOTO: Jürgen Weser
Finsterwalde. Vier Lesungen umfasst der diesjährige abwechslungsreiche Leseherbst in der Buchhandlung Mayer in Finsterwalde. Die zweite Veranstaltung brachte Christiane Dieckerhoff für Krimifreunde in die Sängerstadt. Donnerstagabend stellte sie „Spreewaldtod“ vor. Von Jürgen Weser

„Er spürte die Mückenstiche nicht mehr – er war schon tot.“ Ermittlerin Klaudia Wagner bekommt mit ihrem neuen Fall wieder viel Arbeit. Dabei hat sie sich aus dem hektischen Ruhrgebiet in den beschaulichen Spreewald versetzen lassen. Schon im ersten Spreewaldkrimi „Spreewaldgrab“ von Christiane Dieckerhoff kommt die Kommissarin nur knapp mit dem Leben davon. Die Autorin ließ in Mayers Buchhandlung Ermittlerin Klaudia im zweiten Band ihrer Krimireihe den Mördern von Leichen in den Fließen von Lehde auf die Spur kommen, verriet die Auflösung natürlich nicht. Dazu gab es die gute Nachricht von Christiane Dieckerhoff: Die taffe Polizistin bleibt auch diesmal am Leben und ihren Lesern erhalten.

Band 3 der Reihe kommt im kommenden April in die Bücherregale und die Ermittlungsarbeit für Band 4 laufen an Dieckerhoffs Computer am Rande des Ruhrgebiets.  So konnten sich die Zuhörer am Donnerstagabend entspannt zurücklehnen und Kommissarin Klaudia bei ihren Ermittlungen folgen. Gruseliges traf sich mit Unterhaltsamem im Ambiente zwischen Fließen und Gurkenproduktion. Aus einer Tanzfete im „Fröhlichen Hecht“ von Lehde wird grausame Realität.

Dieckerhoff verarbeitet gesellschaftliche Problemthemen. So geht es hier um junge Leute aus dem rumänischen Siebenbürgen, die zum Geldverdienen bei der Gurkenernte in den Spreewald gekommen und nicht von allen gern gesehen sind. Zwar hat die Autorin konkretes Spreewaldambiente vor Augen, aber ohne romantische Verklärung und durch ihre Phantasie in eigene Realität gebracht.

Verantwortlich für ihr kriminelles Eintauchen in den Spreewald war die Lausitzer Rundschau mit einem Krimi-Schreibangebot mit heimischem Flair vor etlichen Jahren für die Internetplattform, erzählt sie. Ihr eingereichter Text wurde genommen. Inzwischen kennt sie sich ziemlich gut im Spreewald aus und arbeitet bei der Recherche mit Polizei- und anderen Behörden zusammen. Unter dem Pseudonym Anne Breckenridge streift die Autorin auch auf Abenteuerwegen durch Jahrhunderte wie in „Engel der Themse“.

Freuen können sich Literaturfreunde am 10. November auf die jährliche Buchgala von Pfarrer, Literaturwissenschaftler und Buchautor Dr. Felix Leibrock. Seine Titelauswahl verspricht einen spannenden Streifzug durch ein Dutzend Neuerscheinungen des Jahres.