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| 18:17 Uhr

Kammermusikfestival
Eine musikalische Lücke geschlossen

Johanna Zmeck und Nassib Ahmadieh sind in diesem Jahr mit dem Weimarer Klavierquartett beim Finale in der Trinitatiskirche zu erleben.
Johanna Zmeck und Nassib Ahmadieh sind in diesem Jahr mit dem Weimarer Klavierquartett beim Finale in der Trinitatiskirche zu erleben. FOTO: Jürgen Weser
Finsterwalde. Das Kammermusikfestival in der Sängerstadt ist in acht Jahren zum Erfolgsprodukt geworden. Von Jürgen Weser

Ein bisschen wundern sich Johanna Zmeck und Nassib Ahmadieh selbst. Kammermusik wächst und gedeiht prächtig in der Sängerstadt. Die beiden Finsterwalder Musikschullehrer und Konzertmusiker waren überzeugt, dass eine musikalische Lücke geschlossen werden muss, als sie 2011 mit Unterstützung der Stadtverwaltung das erste Kammermusikfestival ins Leben riefen. Aber dass sich das Festival so prächtig entwickelt und von vielen Musikliebhabern angenommen wird, war nicht abzusehen.

Umso schöner finden sie, dass ihr Konzept aufgegangen ist: ein Komponist steht jeweils im Mittelpunkt des Festivals, junge professionelle und ehrgeizige Ensembles musizieren, das Logenhaus bietet eine prima Kammermusik-Kulisse und Highlights der Konzertreihen locken in die Trinitatiskirche. So wird es auch sein, wenn am Samstag fünf Blechbläser von „Berlin City Brass“ einen mitreißenden Eröffnungsabend des achten Festivals im Sinne von Wilhelm Busch bieten wollen: „Musik ist angenehm zu hören, doch ewig braucht sie nicht zu währen.“ Nach dem Komponisten-Schwergewicht Ludwig van Beethoven im Vorjahr entführt das Kammermusikfestival diesmal in die schwelgerische und spannende Mischung norwegischer Folklore mit romantischer Musik des späten 19. Jahrhunderts von Edvard Grieg umrahmt von weiteren Komponisten.

„Wir freuen uns, dass es in der Region ein Publikum für Kammermusik gibt.“ Beleg dafür ist, dass der Kartenvorverkauf für die sechs Abendkonzerte in diesem Jahr prima läuft. Es sind bereits 650 Tickets verkauft, strahlt Johanna Zmeck. Gestartet ist das Festival 2011 mit fünf Konzerten, „jetzt sind es zehn bis elf mit den Kinderkonzerten“. Nach neun Jahren an der Kreismusikschule „Gebrüder Graun“ haben Johanna Zmeck und Nassib Ahmadieh ein gewachsenes Verständnis und persönliche Energie bei Musikschülern für den klassischen Musikbereich festgestellt. „Das sind die Künstler und Konzertbesucher von morgen“, erklären sie ihr Engagement für die Zielgruppe. Bereits dreihundert Voranmeldungen gibt es für zwei Schülerkonzerte, bei denen zur Freude von Cellist Nassib Ahmadieh das Cello als Instrument des Jahres im Mittelpunkt stehen wird. Erstmalig haben Johanna Zmeck und Nassib Ahmadieh in diesem Jahr die Reihe „Junior-Konzerte“ entwickelt, bei der Musikschultalente wie Laetitia Pilz und Carl Schwarz ihr Können zeigen können. „Musikschulpädagoge und Musiker geht hier auf wunderbare Weise Hand in Hand“, ist Johanna Zmeck sicher, auch mit diesem Format Erfolg zu haben. Als Musiker gehört Nassib Ahmadieh dem East-Western-Divan-Orchestra an und ist gerade mit der Staatskapelle Weimar in den USA unterwegs. Johanna Zmeck konzertiert häufig mit Musikern der Semperoper und in verschiedenen Kammermusikensembles. In diesem Jahr hatte sie unter anderem einen Lehrauftrag an der Musikhochschule Dresden.

Weitere Gründe für den Erfolg des Festivals, das sich im Raum zwischen Berlin und Dresden einen guten Ruf erworben hat, sei die Unterstützung durch die Stadt mit Bürgermeister Jörg Gampe und Kulturreferentin Yvonne Jeske. „Auch eine große Schar begeisterter Sponsoren steht uns zur Seite.“ Wohlfühlfaktor für das Publikum bietet dazu im Logenhaus die gastronomische Betreuung durch das Team von Martina und Udo Tschatschula. Etwas mehr Unterstützung wünscht sich das Festivalteam noch durch den Landkreis. „Dass unsere Konzerttermine nicht im Veranstaltungskalender des Kreisanzeigers standen“, wundert Johanna Zmeck schon. Jetzt freut sie sich auf einen stimmungsvollen Festivalstart mit „Berlin City Brass“ am Samstag in der Trinitatiskirche. Infos unter www.finsterwalder-kammermusik.de