| 18:57 Uhr

Gesangswettbewerb
Der „Finsterwalder Sänger“ geht nach Mainz

Die Teilnehmer und die drei Preisträgerinnen vom 8. Internationalen Gesangswettbewerb um den „Finsterwalder Sänger“: Ida Sevelkaityte, Nathalie Hoyer und Betina Quest (vorn v.l.).
Die Teilnehmer und die drei Preisträgerinnen vom 8. Internationalen Gesangswettbewerb um den „Finsterwalder Sänger“: Ida Sevelkaityte, Nathalie Hoyer und Betina Quest (vorn v.l.). FOTO: Jürgen Weser
Finsterwalde. Für drei wundervolle Jazz-Pop-Tage sorgten der internationale und regionale Wettbewerb um den „Finsterwalder Sänger“. Der Pokal ging am Samstagabend an die strahlende Siegerin Nathalie Hoyer aus Mainz. Von Jürgen Weser

Der Gesangswettbewerb wurde 1992 aus der Taufe gehoben und hat sich vom regionalen über den nationalen zum internationalen Wettbewerb im Jazz-Pop-Gesang etabliert. Der 8. „Regionale und Internationale Wettbewerb um den Finsterwalder Sänger“ ließ am Wochenende die Finsterwalder Marktpassage mit 36 jungen Sängerinnen und Sängern, mit Jamsession, Power-Konzert, Preisverleihung und Preisträgerkonzert zum Eldorado großartiger junger Musik in vielen Facetten der Jazz-Rock- und Popmusik werden. Das Kulturamt des Landkreises und die Sparkassenstiftung „Zukunft Elbe-Elster-Land“ sorgen gemeinsam mit der Stadt Finsterwalde, dem Kulturministerium des Landes, dem Verein „Kulturfeste Land Brandenburg“ und anderen Unterstützern für das hochkarätige Musikfestival.

Die Zuhörer erlebten beim Internationalen Wettbewerb mit  Pop-Highlights, Soul- und Jazz-Standards, angejazzter litauischer Volksmusik, koranischen Klängen und der „African Woman“ sowie selbstgeschriebenen Songs und gekonnt experimentell eingesetzter Technik-Sounds eine Leistungsschau erster Güte. Kein Wunder, denn die Teilnehmer aus sechs Ländern sind allesamt Absolventen oder Studierende von und an renommierten europäischen Musikschulen.

Den Pokal „Finsterwalder Sänger“ und die Siegprämie von 2000 Euro konnte freudestrahlend Nathalie Hoyer aus Mainz in Empfang nehmen. Mit toller variationsreicher Stimme und adäquatem Spiel auf dem Kontrabass überzeugte sie die Juroren. „Es hat unheimlich viel Spaß gemacht, aber mit dem Sieg habe ich überhaupt nicht gerechnet“, sprudelte es glücksstrahlend aus der 25-jährigen inzwischen freiberuflichen Sängerin heraus.

Viele Fans gewann Ida Sevelkaityte als 2. Preisträgerin mit gefühlvollem Volkslied aus ihrer litauischen Heimat über starke Frauen, gespielt auf der traditionsreichen Kankles. Als „Songs mit Botschaften und Weltsichten“ beschrieb rbb-Kulturradio-Moderator Ulf Drechsel, der kenntnisreich durch den Wettbewerb führte, die Beiträge von Betina Quest. Die Siegerin vom Jahr 2015  holte diesmal mit afrikanischem Background den dritten Preis.

„Es waren schwierige Entscheidungen zu treffen“, beschrieb Jurymitglied Anna Matheur die Aufgabe, aus den „vielen hervorragenden Beiträgen“ Sieger auszuwählen. Für den Berliner Erik Leuthäuser mit seinem „Känguru“-Titel gab es wie für Christian Hoeper aus Dortmund nicht nur „Bessere Zeiten“, wie er sang, sondern lukrative Konzert­einladungen durch die Stiftung Kulturfeste. Beide waren, wie auch die aus der Ukraine stammende Ganna Gryniva, die jetzt in Weimar im Fach „improvisierter Gesang“ studiert, des Lobes voll über die prima Atmosphäre und die Betreuung. Den Dank reichte Thomas Hettwer als Vorstand der Sparkassenstiftung „Zukunft Elbe-Elster-Land“ in seiner Begrüßungsrede auch an Organisatorin Steffi Marschner vom Elbe-Elster-Kulturamt weiter.

„Hohe künstlerische Leistungen haben ihre Wurzeln jeweils in der Region“, hob Hettwer die Bedeutung des regionalen Wettbewerbs und die Arbeit der Kreismusikschule um Gesangslehrer Chris Poller hervor. Unter den fünfzig Bewerbern und den zwölf Finalisten setzte sich schließlich dessen Schülerin Chantal Skadock aus Sonnewalde als Siegerin des regionalen Förderpreises durch. Vor etlichen Jahren selbst beim Wettbewerb dabei, freute sich Sebastian Pöschl über seinen Schützling Antonia Schiemenz, die mit „Lass uns ein Wunder sein“ den Nachwuchspreis ersang. Der Spatzenpreis ging an die zwölfjährige Marie Zickert.

Katie La Voix, die ebenfalls in der Jury saß, sorgte im ersten Teil der Abschlussveranstaltung als kraftvolle Power-Frontfrau mit der acht Musiker starken Brass-Band „beat’n blow“ aus Berlin für ein wahres Feuerwerk an Jazz-Soul- und Funk-Musik mit so kaum für möglich gehaltener Blasmusik der Modern-Art. „Das wäre eine tolle Band für das Sängerfest“, kam begeisterten Konzertbesuchern der Gedanke.

Der 1. Preis ging an Nathalie Hoyer aus Mainz. Sie präsentierte sich als strahlende Siegerin.
Der 1. Preis ging an Nathalie Hoyer aus Mainz. Sie präsentierte sich als strahlende Siegerin. FOTO: Jürgen Weser
Die Berliner Band Beat‘n Blow hat der Abschlussveranstaltung einen gelungenen i-Punkt verpasst.
Die Berliner Band Beat‘n Blow hat der Abschlussveranstaltung einen gelungenen i-Punkt verpasst. FOTO: Jürgen Weser
Antonia Schiemenz bekam den Nachwuchs­preis beim regionalen Wettbewerb.
Antonia Schiemenz bekam den Nachwuchs­preis beim regionalen Wettbewerb. FOTO: Jürgen Weser