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| 18:07 Uhr

Aus den vier Museen in Elbe-Elster
Das Kulturerbe steht im Mittelpunkt

Das Schloss ist der „jüngste“ Zuwachs im Museumsverbund Elbe-Elster.
Das Schloss ist der „jüngste“ Zuwachs im Museumsverbund Elbe-Elster. FOTO: Heike Lehmann
Finsterwalde. 2018 wird der Museumsverbund Elbe-Elster sein Profil und das seiner Häuser weiter schärfen. Vor allem in Doberlug und Bad Liebenwerda stehen konzeptionelle Arbeiten zu den Dauerausstellungen an. Von Heike Lehmann

Das jüngste der vier Museen im Museumsverbund Elbe-Elster, das Schloss Doberlug, war am späten Dienstagabend mit der Dauerausstellung „Doberlug und das sächsische Brandenburg“ Thema bei den „Märkischen Wandlungen“, einer Sendereihe vom Kulturradio des rbb. Nach dem erfolgreichen Jahr mit dem Schwerpunkt Reformationsjubiläum machen die vier Museen des Landkreises Elbe-Elster 2018 weiter auf sich aufmerksam. Knapp 40 000 Besucher haben im vergangenen Jahr den Weg in eines der vier Häuser, das Sänger- und Kaufmannsmuseum in Finsterwalde, das Mitteldeutsche Marionettentheatermuseum in Bad Liebenwerda, das Museum Mühlberg 1547 oder das Museum Schloss Doberlug, gefunden. „Das waren 10 000 mehr als im Jahr 2016“, freut sich Babette Weber, die den Museumsverbund leitet.

In diesem Jahr werden eher die Standards den Arbeitsalltag bestimmen. Für das Schloss Doberlug wird es zudem das erste richtige Veranstaltungsjahr. Jedes Museum wird eine Kulturerbe-Ausstellung zeigen. „Wir erben. Europa in Brandenburg – Brandenburg in Europa“ heißt das neue Themenjahr von Kulturland Brandenburg, das die Ausstellungen in Bad Liebenwerda und Doberlug auch fördern wird. Ab dem 24. März heißt es in der Kurstadt als Vorgeschmack auf die zu überarbeitende Dauerausstellung „Kasper & Co vorm großen Auftritt. Die lustige Figur im Puppenspiel Europas“. „Parallelwelten. Leben in zwei Schönborns“ erzählt ab dem 3. Mai im Schloss Doberlug die spannende Geschichte einer Annäherung von Schönborn in Elbe-Elster und Schönborn in der Ukraine. Das Finsterwalder Museum greift zum Stichwort Erbe in die museumseigene Sammlung und zeigt, was sich dort auch dank eines jährlichen Ankaufsfonds von der Sparkasse Elbe-Elster befindet. Und das Mühlberger Museum folgt mit seiner Kulturerbe-Ausstellung den Spuren von Kaiser Karl V. in Mitteldeutschland im Frühjahr 1547. „Viele Wege führen nach Wittenberg“ wird diese Schau ab dem 23. März heißen.

Mit der positiven Nachricht, dass die einzigartige ostpreußische Sammlung Dohna-Schlobitten ins Museum Schloss Doberlug kommt, um dort den zweiten Teil der Dauerausstellung mit dem Schwerpunkt Adelskultur zu prägen, beginnt die konzeptionelle Arbeit im Museum. Etwa 1000 Objekte sind angekündigt und erfordern „erste inhaltliche Überlegungen“, wie Babette Weber formuliert. Für die Präsentation der bedeutsamen Marionettensammlung Brockmüller in Bad Liebenwerda ist man schon einen Schritt weiter. Kurator Dr. Olaf Bernstengel wird in Kürze dem Fachbeirat das Konzept vorstellen, dann wird die Gestaltung ausgeschrieben. Parallel steht die Sanierung des Hauses mit Eigenmitteln des Landkreises an.

Lesungen und Konzerte sowie Vorträge und Puppenspiel ergänzen die musealen Angebote. Der Leipziger Namensforscher Professor Jürgen Udolph erklärt am 1. März in Bad Liebenwerda, warum Martin Luther zweimal seinen Namen geändert hat. Am 22. März schildert in Finsterwalde der Autor Peter Walther das bewegte Leben von Hans Fallada, der 1932 mit „Kleiner Mann – was nun?“ einen ersten Welterfolg verbuchen konnte. Ein Vokalfeuerwerk mit Charme verspricht das Konzert mit The B Side in Finsterwalde am 4. Mai. Musikalisch wird es auch im Schloss Doberlug. Ein von der Stiftung Schlösser und Gärten der Mark zur Verfügung gestellter Flügel erlebt seine ersten Konzerte. Am 15. April spielt Professor Ulrich Eckhardt zum Auftakt ein Scarlatti-Programm.

Schon im Februar gastiert die Neue Bühne Senftenberg mit „Love Letters“ im Schloss Doberlug und im Juni noch einmal in Mühlberg. Babette Weber dazu: „Das Theater sucht Spielorte in der Fläche. Vereinbart wurde eine Kooperation der Neuen Bühne mit diesen beiden Museen.“

„Zum Internationalen Museums­tag im Mai möchten wir erstmals freien Eintritt in unsere Museen anbieten“, sagt Babette Weber. Dazu kann man sich am 13. Mai in Doberlug bei barocken Spielen ausprobieren und in Bad Liebenwerda den Familiensonntag genießen. Einen Aktionstag wird es am 5. Oktober unter dem Motto „Museum mal vier“ geben. In Finsterwalde erklärt Schauspieler Peter Bause an diesem Tag, wie man einen Rotwein trinkt.

Demnächst ist der Museumsverbund mit eigener Internetseite online. Mit einem neuen Kassensystem werden unter anderem „schöne neue Museumstickets die angestaubten ,Garderobenmarken’ ablösen“, kündigt Babette Weber an. Auch neue Angebote der Museumspädagogik sind zu erwarten. Positive Resonanz habe die Werbetour der Museumsmitarbeiter  durch alle Schulen gefunden. Eine neue Arbeitsgemeinschaft „Schattentheater“ kann im Landkreis als dritte Puppentheater-AG ins Leben gerufen werden.