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| 14:50 Uhr

Finsterwalde
Zuhörer schwebten auf Flügeln des Gesangs

Katrin Hübner, Stefan Heibach und Paolo Bressan begeisterten das Publikum im Logenhaus.
Katrin Hübner, Stefan Heibach und Paolo Bressan begeisterten das Publikum im Logenhaus. FOTO: Jürgen Weser
Finsterwalde. Das Fazit ist eindeutig: Die Rotary-Neujahrskonzerte als Benefizveranstaltungen waren ein voller Erfolg. Von Jürgen Weser

Drei Musiker haben sich vor zehn Jahren in Schwerin am Mecklenburgischen Staatstheater gefunden, haben gemeinsam konzertiert und sind Freunde geworden. Am Wochenende zeigten sich der ehemalige Finsterwalder Stefan Heibach, Katrin Hübner und Paolo Bressan als großartige Dreieinigkeit im Finsterwalder Logenhaus und brillierten mit ihrem Programm aus Liedern, Oper und Operette sowie Musical. Das Publikum bei den zwei restlos ausverkauften Konzerten sparte nicht mit Lob und spendete den drei Künstlern enthusiastisch Applaus.

„Freunde, das Leben ist lebenswert“, ließ Stefan Heibach nach der Pause Franz Lehar mit der Arie des Hauptmanns Octavio erklingen. Das Leben für die 130 Konzertbesucher am Sonnabendabend war zu diesem Zeitpunkt besonders lebenswert, denn sie waren „Auf den Flügeln des Gesangs“ von Katrin Hübner und Stefan Heibach, begleitet von Paolo Bressan, schon durch die romantische Tonsprache Robert Schumanns als begnadeter Liedschöpfer geführt worden und hatten vom einfühlsamen Pianisten Paolo Bressan erfahren, dass Oper vor allem italienisch ist und es immer um Liebe und Tod geht. Der Italiener, der sich auf sein Festival am Comer See freut, liebt sein Mutterland und in Berlin lebend inzwischen „Deutschland als Vaterland“, schmunzelt er. „O mio babbino caro“ zauberte Katrin Hübner mit ihrem wohlklingenden und voluminösen Sopran und mit darstellerischem Können die Arie der Lauretta aus Puccinis „Gianni Schicchi“ in den Saal, glänzte Stefan Heibach als Alfredo aus Verdis „La Traviata“, bevor sich beide mit hinreißendem Duett beim vermeintlichen „Liebestrank“ von Donizetti trafen. Oper ganz für das Herz.

„Das Konzertprogramm bieten wir heute so erstmalig“, erzählten die drei sympathischen Musiker vorab. „Wir wollten für Finsterwalde etwas zusammenstellen ohne flach zu werden, wo sich die Zuhörer wiederfinden können“, hob Stefan Heibach für seine Heimatstadt hervor, wo er als Stefan Knispel groß geworden, als 16-Jähriger von einer Karriere als Schlagzeuger und Rockstar geträumt hat. Dann wurde es der Weg zum inzwischen renommierten Opernsänger, auf den ihn die Frage eines Professors bei der Aufnahmeprüfung zum Lehrerstudium in Dresden brachte. „Warum nicht Gesang?“

Zum Glück, so die zahlreichen Freunde, ehemaligen Wegbegleiter, Mitschüler, Lehrer und Bekannten im Publikum, hat er als Tenor diesen Weg eingeschlagen und inzwischen berühmte Spielstätten wie Bayreuth erobert. Man merkte und hörte Stefan Heibach an, mit welcher Freude er in seiner Heimatstadt sang. „Es ist großartig, was er leistet“, fanden Christa und Wolfgang Materne, die ihn noch als Student Mitte der Neunziger in Wedding erlebt haben.

Die Herzen des Finsterwalder Publikums vermochte auf Anhieb Sopranistin Katrin Hübner zu erobern, auch mit dem Couplet „Mein Herr Marquis“ und gemeinsam mit Stefan Heibach im „Uhrenduett“ von Johann Strauss“. „Ein wundervoller, phantastischer Sopran“, war Annette Fähnel von der Vokalgruppe „Erbschleicher“ aus Finsterwalde hingerissen. Natürlich war die abschließende Balkonszene aus der „West Side Story“ mit Stefan Heibach noch nicht das Finale. „Ihr wart einfach phantastisch“, genügte als Dankeschön von Ulrich Tallarek vom Rotary Club Finsterwalde als Veranstalter, um den abschließenden Beifallssturm mit Standing Ovation auszulösen.

„Der Erlös der beiden Konzerte“, so Tallarek weiter, „geht auf das Spendenkonto für den Steinway-Flügel“.  „Toll ist solch ein Engagement, um den Flügel für die künftige Stadthalle aus Spendengeldern finanzieren zu können“, freut sich Heibach für Finsterwalde und als Künstler. Viel Zeit war nicht für die Heimatstadt, denn ab Montag proben er und Katrin Hübner bereit in Schwerin für Haydns „Schöpfung“.