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| 21:40 Uhr

Benefizkonzert in Finsterwalde
Weitere Tasten für den Flügel

Lorenzo Lucca, Johanna Zmeck, Nassib Ahmadieh, Felicitas und Elisabeth Wrede während des Konzertes.
Lorenzo Lucca, Johanna Zmeck, Nassib Ahmadieh, Felicitas und Elisabeth Wrede während des Konzertes. FOTO: Jürgen Weser
Finsterwalde. Hochkarätiges Benefizkonzert mit „Beethoven gesungen und gespielt“ begeistert. Von Jürgen Weser

Der junge Ludwig van Beethoven war am Freitagabend mit seinem Klaviertrio Nr. 1 Op. 1 und mit walisischen und schottischen Liedern in Finsterwalde zu Gast. Es musizierten in der Aula des Sängerstadt-Gymnasiums die Finsterwalder Kammermusik-Organisatoren Johanna Zmeck und Nassib Ahmadieh und Lorenzo Lucca aus Weimar sowie die Sängerinnen Elisabeth und Felicitas Wrede.

Das zweite Benefizkonzert für einen hochpreisigen Steinway & Sons Flügel ließ die knapp 200 Besucher einen hochwertig-unterhaltsamen musikalischen Abend erleben und spülte weitere Fördermittel in die „Flügelkasse“. Rainer Willems, Vorsitzender des Vereins der Finsterwalder Kulturfreunde, fiel ein Stein vom Herzen, dass der Konzertabend so gut angenommen wurde. Froh sei er auch, dass die Ausleihekosten für den kleinen Steinway von 1200 Euro und die Saalmiete von Sponsoren übernommen wurde.

Immerhin, so verkündete er stolz, „sind bereits 50 000 Euro für den Ankauf eines Steinway-Flügels gespendet worden“, aber man könne auch sagen erst, denn etwa 100 000 Euro fehlen noch. Sowohl Vereinsmitglieder, zu denen Johanna Zmeck und Nassib Ahmadieh gehören, wie auch viele Besucher des Abends sind überzeugt, dass die Summe aufgebracht werden kann. Ziel bleibt natürlich, den Flügel ständig in einer neuen Stadthalle stehen zu sehen. Aber, „wir verfolgen den Kauf unabhängig vom Stadthallenbau“, so Rainer Willems im Gespräch.

Welche großartigen Konzerterlebnisse zur Regel werden können in Finsterwalde, stellte das Benefizkonzert unter Beweis. Fröhlich und heiter startete das Konzerttrio in den ersten Satz mit einem aufsteigenden Dreiklang, das lyrische Thema wurde im zweiten Satz von Johanna Zmeck am Klavier vorgegeben, von Lorenzo Lucca auf der Violine aufgenommen und von Nassib Ahmadieh auf dem Cello aufgegriffen. Über den Scherzo-Charakter im dritten Satz bis zum Presto-Finale erlebten die Zuhörer ein blendend abgestimmtes Trio mit einem frischen und jugendlichen Stück Beethovens, mit dem er sich an Mozart als Vorbild angelehnt hatte. 

„Ganz großartige Musiker“, schwärmte in der Pause Hilmar Thor, der mit seinem Alt-Nauendorf-Team das Konzert mit dem Getränkestand unterstützte und die Konzertbesucher mit sehr gut gefüllten Weingläsern erfreute. Lob von allen Seiten heimsten die Schwestern Elisabeth und Felicitas Wrede mit ihren tollen Sopran- und Mezzosopran-Stimmen für die Interpretation walisischer und schottischer Lieder aus Beethovens Liederzyklus über Liebe, Sehnsucht, verlorene Freundschaft und gar Mord wegen verschmähter Liebe ein, die sie mit großen Gefühlen darboten.

Auch Neuntklässler Paul Krätschmann, der mit Klassenkameraden vom Sängerstadt-Gymnasium bestens Besucher und Musiker betreut hatte, gefiel „der ungewohnte Gesang“. Trampeln und Standing Ovations am Ende des Konzertes sowie Skulpturengruppen der Finsterwalder Sänger als Dankeschön machten klar: Die Finsterwalder wollen die Musiker gern öfter als Konzertgäste erleben!  „Das werden wir sehr gern sein“, versicherten Elisabeth Wrede und Lorenzo Lucca. „Uns verbindet eine enge Freundschaft mit Johanna und Nassib, und das Publikum war toll!“

Rainer Willems treibt als Vorsitzender des Kulturvereins die Spendenbereitschaft für den Konzertflügel an.
Rainer Willems treibt als Vorsitzender des Kulturvereins die Spendenbereitschaft für den Konzertflügel an. FOTO: Jürgen Weser
Lorenzo Lucca, Johanna Zmeck, Nassib Ahmadieh, Felicitas und Elisabeth Wrede während des Konzertes.
Lorenzo Lucca, Johanna Zmeck, Nassib Ahmadieh, Felicitas und Elisabeth Wrede während des Konzertes. FOTO: Jürgen Weser
Rainer Willems treibt als Vorsitzender des Kulturvereins die Spendenbereitschaft für den Konzertflügel an.
Rainer Willems treibt als Vorsitzender des Kulturvereins die Spendenbereitschaft für den Konzertflügel an. FOTO: Jürgen Weser