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| 17:33 Uhr

Kündigung für Siag-Mitarbeiter in Massen

Rohrturm-Segmente für Windkraftanlagen werden in der Firma Siag bearbeitet.
Rohrturm-Segmente für Windkraftanlagen werden in der Firma Siag bearbeitet. FOTO: Z1005 Waltraud Grubitzsch (dpa-Zentralbild)
Finsterwalde. Das Aus steht schon länger im Raum. Nun bekamen die Siag-Mitarbeiter in Massen (Elbe-Elster) ihre Kündigung - ausgerechnet zum 1. Mai, dem Tag der Arbeit. Die IG Metall in Südbrandenburg erhebt schwere Vorwürfe. dpa/boc

Die Mitarbeiter der insolventen Siag Anlagenbau GmbH in Massen (Elbe-Elster) stehen vor der Arbeitslosigkeit. Die 160 Beschäftigten hätten am Dienstag ihre Kündigung erhalten, sagte der Dresdner Insolvenzverwalter Andrew Seidl am Mittwoch. Spätestens Ende Juli sei damit für alle Schluss, sagte der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Südbrandenburg, Ralf Köhler. Der Gewerkschafter erhob schwere Vorwürfe gegen den Insolvenzverwalter. "Offensichtlich macht sich Herr Seidl die Veräußerung des Betriebes auf dem Rücken der Mitarbeiter einfach", sagte Köhler. Seidl wies dies zurück. "Wir haben die Kündigung so weit rausgezögert wie möglich".

Nach Angaben des Rechtsanwalts mangelt es dem Unternehmen an Aufträgen. Deshalb habe er keine andere Wahl. Die Suche nach einem Investor gehe aber weiter. Derzeit gebe es elf Interessenten, so Seidl. "Die Situation ist aber schwierig."

Aus Sicht der IG Metall hat sich Seidl nicht früh genug um Folgeaufträge für den Windanlagenhersteller gekümmert. "Die Kündigung der Mitarbeiter ist für uns in keiner Weise nachvollziehbar", so Köhler. Vor vier Monaten habe Seidl noch einen geordneten Verkaufsprozess bis Ende 2013 versprochen.

Das Unternehmen in Finsterwalde hatte früher zu der Siag-Gruppe mit einst rund 1800 Mitarbeitern gehört. Diese hatte im März 2012 ein Insolvenzverfahren in Eigenregie beantragt. Infolge dessen gliederte der Stahlbauer das Werkes in Südbrandenburg aus. Der Standort in Leipzig soll dagegen ausgebaut werden.

Das Insolvenzverfahren ist inzwischen beendet. Mit 600 Beschäftigten macht das Unternehmen als GmbH weiter und will sein Kerngeschäft auf Deutschland und Tschechien und den Onshore-Bereich - Anlagen auf dem Festland - beschränken. Die Firmenzentrale wurde von Dernbach (Rheinland-Pfalz) nach Dresden verlagert.