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Finsterwalde
Kriegsmunition erfolgreich gesprengt

50 Granaten in der Bürgerheide gesprengt FOTO: Von Heike Lehmann
Finsterwalde. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst hat 50 Granaten in der Bürgerheide unschädlich gemacht. Von Heike Lehmann

Die laute Detonation war am Mittwoch bis in die Stadt zu hören. Um 12.15 Uhr sind in der Bürgerheide 2 cm Granaten – insgesamt 50 Stück – kontrolliert vom Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg gesprengt worden. Nach dem dreifachen Warnsignal drückte Sprengmeister Enrico Schnick den roten Knopf. Eine kräftige Druckwelle  war noch von den Munitionsbergern der Firma Röhl aus Brandenburg und neugierigen Journalisten in sicherer Entfernung spürbar. Die Bürgerheide war zu dem Zeitpunkt für die Öffentlichkeit großräumig abgesperrt. Wege wurden von Polizei und Feuerwehr abgesichert. Der Tierpark blieb geschlossen.

Der eigentliche Schreck kam während der Vorbereitung am Vormittag. In der Kita Nehesdorf holte die Firma Erd-Wolf bei Bauarbeiten auf dem Freigelände Munition aus der Erde. Die Experten eilten zum neuen Fundort, fanden dort 50 Schuss Gewehrmunition. Was die Kinder für einen „Schatz“ hielten, scheint eher in den letzten Kriegstagen verbuddelt worden zu sein. Die Fachleute haben die Patronen gesichert und sich dann wieder der Sprengung in der Bürgerheide gewidmet.

Begleitend zur Zaunerneuerung wurden in den vergangenen zwei Wochen auf dem Tierparkgelände  knapp 2000 Kampfmittel gefunden. Etwa 300 Granaten hat die Spezialfirma geborgen, darunter 50, „die vom Zündsystem her so angegriffen waren, dass sie keinesfalls über öffentliche Straßen hätten transportiert werden können“, so Enrico Schnick. Sie konnten nur vor Ort unschädlich gemacht werden. Der Rest, darunter Zünder und Gewehre sowie eine halbe Tonne Bruchstücke, wurde in ein Zwischenlager gebracht, bevor alles in den Munitionszerlegebetrieb in Kummersdorf zur Ententsorgung kommt.

Erleichtert vermeldete Enrico Schnick gestern: „Die Sprengung ist reibungslos verlaufen.“ Mit jetzigem Stand seien alle Freiflächen im Tierpark abgesucht und frei von verborgener Kriegsmunition. Wo Gebäude aus DDR-Zeiten stehen, könne er nicht ausschließen, dass darunter noch etwas schlummert. Der Tierpark ist heute wieder geöffnet. Dagegen beginnt auf dem Kita-Gelände jetzt eine Kampfmittelräummaßnahme. Der Kitabetrieb wird nicht beeinträchtigt.