(pm/blu) Die gute Nachricht zuerst: Die Zahl der Verkehrsunfälle im Elbe-Elster-Kreis ist im vorigen Jahr um 178 gesunken. Aber die schlechte: Auf den Straßen starben bei Verkehrsunfällen wieder sechs Menschen, einer mehr als im Jahr davor. Diese kurze Bilanz stellte Gerd Elsel, Leiter des Führungsdienstes in der Polizeiinspektion Elbe-Elster, dieser Tage in der Jahreshauptversammlung der Kreisverkehrswacht Elbe-Elster vor.

Nach Hinweisen aus der Mitgliederschaft, die Polizei würde zu wenig das Verkehrsverhalten, insbesondere auch der Radfahrer, kontrollieren, erklärte Elsel, die Polizei werde mit künftig wieder mehr Personal auch mehr kontrollieren können – allerdings könne das nicht nur ein Thema der Polizei sein. Elsel schlug in dem Zusammenhang die Bildung eines Runden Tisches vor, an dem neben Verkehrswächtern auch kommunale Verantwortliche aus der Politik und der Gesellschaft mitarbeiten müssten.

Im Bericht ging Dieter Babbe, der Vorsitzende der Kreisverkehrswacht Elbe-Elster, auf zwei im Straßenverkehr gefährdete Personengruppen besonders ein: die Senioren und die Kinder. Nach Faktenlage gehe von Verkehrsteilnehmern ab 65+ im Vergleich zu Jüngeren nicht tatsächlich eine größere Unfallgefahr aus.  Allerdings sollten vor allem Ältere verantwortungsbewusst einschätzen – und hier den Rat insbesondere von Angehörigen annehmen – ob sie aus gesundheitlichen Gründen noch fahrtauglich sind. Die Kreisverkehrswacht Elbe-Elster bietet dazu Betroffenen „begleitende Probefahrten“ an, wo bei einer oder mehreren Fahrten mit einem Verkehrswächter als Beifahrer mögliche Defizite erkannt und möglicherweise abgestellt werden können.

Breiten Raum nahm in Dieter Babbes Ausführungen das neue, in Brandenburg bisher einzigartige Kita-Projekt ein. Ziel der Kreisverkehrswacht ist es, alle mehr als 900 Schulanfänger in sämtlichen 81 Kindertagesstätten zwischen Elbe und Elster auf ihren ersten Schulweg vorzubereiten. Dank eines aktuellen Förderprogramms der Bundesregierung und der finanziellen Unterstützung der Kommunen können bisher die Kinder in den Kitas von Finsterwalde, Doberlug-Kirchhain, Elsterwerda, Uebigau-Wahrenbrück und in den Ämtern Kleine Elster, Schradenland, Elsterland und Röderland in die Verkehrserziehung einbezogen werden. „Wir sind unserem Ziel zwar deutlich näher gekommen, wir haben es aber leider noch nicht erreicht“, bedauert Babbe. „Wir wollen hier noch nicht locker lassen.“ Absagen habe es zum Beispiel aus Bad Liebenwerda, Falkenberg und Mühlberg gegeben.

Erneut konnte im vorigen Jahr die Zahl der Verkehrssicherheitstrainings auf dem Übungsplatz in Massen gesteigert werden. In 35 Veranstaltungen haben 326 Auto- und Motorradfahrer gelernt, ihr Fahrzeug in Gefahrensituationen gut zu beherrschen. 16 Trainings fanden erstmals unter der Regie des neuen Fahrtrainers Hubertus Koslowski aus Finsterwalde statt. Auch in diesem Jahr finden – in aller Regel an den Sonnabenden, bei Bedarf aber auch an anderen Tagen – Veranstaltungen auf dem Massener Übungsplatz statt, für die Interessenten sich noch anmelden können. „Diese Trainings laufen nach den strengen Regeln des Deutschen Verkehrssicherheitsrates ab, sind bei uns aber deutlich preisgünstiger als bei anderen Anbietern“, lädt der Vereinsvorsitzende zum Besuch ein.

Ein Höhepunkt des Jahres soll der Verkehrstag am 22. Juni werden, wenn es an dem Sonnabend in Massen wieder ein Kart-Rennen für jedermann um den „Großen Preis des Elbe-Elster-Kreises“ gibt – federführend ist der MC Lebusa, erstmals unterstützt vom erst ein Jahr alten Verein FIWA Racer, der in Massen wieder die Rennsporttradition aufleben lassen will.

Bei insgesamt 268 Veranstaltungen zu den verschiedenen Projekten der Verkehrserziehung hat die Kreisverkehrswacht Elbe-Elster im vorigen Jahr nahezu 4700 Teilnehmer erreicht. Großer Beliebtheit erfreuen sich die Verkehrsteilnehmerschulungen – „hier ist die Nachfrage so groß, dass wir aus personellen Gründen gar nicht alle Wünsche erfüllen können. Uns fehlen einfach Moderatoren“, bedauert Dieter Babbe.

Der 65-jährige langjährige Journalist bei der Lausitzer Rundschau ist in der Jahreshauptversammlung erneut zum Vorsitzenden der Kreisverkehrswacht gewählt worden. Zum Vorstand gehören weiter Wolf-Arne Müller,  Gudrun Müller, Sigrid Heyne, Anneliese Hensel, Peter Schiller und Holmar Zeisbrich.