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Kreis zum Krankenhaus konzeptlos

Finsterwalde.. Mit einer gestern Abend einmütig verabschiedeten Resolution unterstützen die Stadtverordneten ausdrücklich den öffentlichen Protest gegen die angekündigte Schließung der gynäkologischen Abteilung am Finsterwalder Krankenhaus. In dem Papier wird der Landrat aufgefordert, der Stadt die konzeptionellen Vorstellungen zur Wiederaufnahme der Station mitzuteilen.


Außerdem will man im Rathaus wissen, was genau in der Regionalkonferenz am 5. September besprochen und festgelegt worden ist. Die Stadt bietet weiterhin Hilfe bei der Ansiedlung von Fachärzten an, so durch die Bereitstellung von Wohnungen - „allerdings nur, wenn diese Ärzte auch am Finsterwalder Krankenhaus ihren Dienst versehen“ , wie Bürgermeister Johannes Wohmann betonte.
Finsterwalde sei Mittelpunkt eines Zentrums, in dem mehr als 45 000 Menschen leben, so heißt es. Immerhin würden jährlich etwa 1 450 Patientinnen in der jetzt vor der Schließung stehenden Abteilung behandelt, darunter seien etwa 300 Geburten. Zum Vergleich: Im Herzberger Krankenhaus gebe es etwa 1 000 Patientinnen, bei etwa 320 Geburten, weil sich dort eine Kinderstation befinde. Die Erwartung, Patientinnen ließen sich aus der Region Finsterwalde nach Herzberg „umlenken“ , um so den dortigen Krankenhausstandort nachhaltig zu stabilisieren, sei aus Finsterwalder Sicht unrealistisch.
Er vertraue dem Landrat, der erklärt habe, er werde das Wort Schließung nicht in den Mund nehmen, so Wohmann. Dagegen stünden allerdings Äußerungen der Geschäftsführung. Die politische Verantwortung für das Krankenhaus trage allerdings der Kreis. Die Resolution soll an den Landrat und an die Potsdamer Staatskanzlei gerichtet werden, „wir wollen Einsicht in das Verfahren bekommen“ , erklärte der Bürgermeister.
Es habe beim Kreis kein Konzept zur Schließung der Abteilung gegeben. Das sei bei einer Gesprächsrunde am Dienstag in Herzberg deutlich geworden, so der Bürgermeister, der dazu eingeladen war. „Auf meine Frage, wie es konzeptionell weitergehen soll: Stille“ , gab Wohmann seinen Eindruck wieder.
Günther Haferland (BfF) regte an, eine Abordnung der Stadtverordnetenversammlung sollte nach Potsdam fahren, um durch persönliches Auftreten mehr Druck zu machen. Udo Linde (Die Linke) forderte, den Landrat an seine Kontrollpflicht gegenüber der Geschäftsführung zu ermahnen. „Wir sollten den Landrat nicht als Gegner betrachten“ , entgegnete der Bürgermeister - „so lange er sein Wort hält“ . Für Edelgard Luckfiel (UWGF) wird mit der angekündigten „vorübergehenden Schließung der Abteilung den Leuten Sand in die Augen gestreut“ . (-db-)