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| 02:37 Uhr

Kreis-FDP sucht einen neuen Kopf

Gute Stimmung sieht anders aus: Johannes Wohmann (2.v.l.) und FDP-Landeschef Axel Graf Bülow (r.) beim Bürgermeister-Kegeln. Delf Gerlach und Silke Döring holten die Preise.
Gute Stimmung sieht anders aus: Johannes Wohmann (2.v.l.) und FDP-Landeschef Axel Graf Bülow (r.) beim Bürgermeister-Kegeln. Delf Gerlach und Silke Döring holten die Preise. FOTO: Dieter Babbe
Finsterwalde. Wenn am Sonntag Wahlen wären, würde die FDP erneut die Fünfprozenthürde und damit den Sprung in die Parlamente verpassen. Die Stimmung bei den Freien Demokraten ist nicht die Beste – wie auch beim "Bürgermeister-Kegeln" in Finsterwalde zu spüren war. Nicht ein einziger Bürgermeister hat teilgenommen. Dieter Babbe

Es kamen diesmal weniger Mitglieder und Sympathisanten als sonst zum traditionellen Neujahrstreff in die Sängerstadt, zu dem Finsterwaldes Alt-Bürgermeister Johannes Wohmann bereits zum 21. Mal eingeladen hat. Er leitet seit seinem Ruhestand den kleinen, nur noch achtköpfigen FDP-Ortsverband. Die Liberalen aus Herzberg und aus Elsterwerda fehlten sogar gänzlich. Der einzig verbliebene FDP-Bürgermeister im Elbe-Elster-Kreis aus Doberlug-Kirchhain ist erkrankt, der Stadtobere der Sängerstadt war trotz persönlicher Einladung auch diesmal nicht erschienen. Und auch das fiel auf: Der wortgewandte Wohmann, der die sportliche Runde an der Kegelbahn gern zu spitzen Attacken gegen die Politiker vor allem der Regierungsparteien nutzt - diesmal bekamen vor allem Angela Merkel und Siegmar Gabriel ihr Fett weg - lief nicht in der gewohnten Höchstform auf.

Die FDP ist, seit sie in Bundestag, Landtag und vielen kommunalen Vertretungen, so auch in der Finsterwalder Stadtverordnetenversammlung, nicht mehr dabei ist, öffentlich kaum noch wahrnehmbar. Nicht nur Landeschef Axel Graf Bülow, Gast des Abends, sorgt kaum für Schlagzeilen. Auch bei den Elbe-Elster-Liberalen ist der personelle Neuanfang zunächst schief gegangen. Nachdem die langjährige Kreisvorsitzende Carmen Schulz im März vorigen Jahres ihren Stuhl für den jüngeren Göran Knösch räumen musste, ist der neue Vorsitzende nach seiner Wahl nie öffentlich aufgetreten. Knösch hat den Kreis inzwischen aus beruflichen Gründen auch verlassen - die Partei sucht wieder einen neuen Kopf. Hannelore Lenhart vom Falkenberger Ortsverband leitet den Kreisvorstand bis zur Neuwahl.

Wer sich ein Bild von der FDP im Elbe-Elster-Kreis machen möchte, hat es nicht leicht. Auf der gemeinsamen Internetseite informieren die sieben Ortsverbände unregelmäßig oder überhaupt nicht über ihr Parteileben. Lediglich Johannes Wohmann, der im Kreisvorstand für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, äußert sich in langen Beiträgen - meist allerdings kritisch über die Bundeskanzlerin, mit Überschriften wie "Merkel-Dämmerung" oder "Merkel, die Chaos-Kanzlerin". Die aktuelle Kommunalpolitik blendete Wohmann auch am Kegelabend wieder völlig aus. Lediglich am Rande äußert er sich auch lobend über die Entwicklung in Finsterwalde in den letzten Jahren - für die zum Teil aber noch unter seiner Regie die Weichen gestellt worden seien, wie er betont.

Am Ende des sportlichen Abends gingen Delf Gerlach, der FDP-Ortsvorsitzende aus Uebigau, und Silke Döring, Wohmanns langjährige Sekretärin im Rathaus, als Kegelsieger hervor. Als Preis bekamen beide eine Flasche Sekt und - auch eine Tradition - eine Handpuppe geschenkt.