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Kreativität zeigt sich selbstbewusst in der Alten Weberei

Sebastian Arsand (links) und Lutz Nessing bereiten die große "PHORM"-Ausstellung in der Alten Weberei vor. Mit Arbeiten wie Arsands "Flucht ins Idyll" (siehe Foto) will die Schau zum Nachdenken anregen.
Sebastian Arsand (links) und Lutz Nessing bereiten die große "PHORM"-Ausstellung in der Alten Weberei vor. Mit Arbeiten wie Arsands "Flucht ins Idyll" (siehe Foto) will die Schau zum Nachdenken anregen. FOTO: Jürgen Weser/jgw1
Finsterwalde. "PHORM2"-Ausstellung in dem weitläufigen Fabrikgebäude in Finsterwalde bietet am Pfingstwochenende vielfältige Kunstwerke. Jürgen Weser / jgw1

Seit 2001 wird in Finsterwalde junge, kreative und alternative Kunst aus der Region und von Gastkünstlern mit Wurzeln in oder Bezug zu Finsterwalde präsentiert. Unter den Bezeichnungen MORPH und PHORM verstehen es die Finsterwalder Künstler und Organisatoren Sebastian Arsand, Jens Puppe und Lutz Nessing als aktive Kräfte der künstlerischen Interessengemeinschaft, Ausstellungen in alten Fabrikgebäuden zu präsentieren.

Seit etlichen Jahren haben sie ihr künstlerisches Refugium in der Alten Weberei der ehemaligen Schaeferschen Tuchfabrik in der Oskar-Kjellberg-Straße gefunden, wo nebenan die Finsterwalder Stadthalle entstehen wird. Mit Unterstützung der Stadt konnten die Künstler Ausstellungsräume und Ateliers schaffen und verhalfen damit dem alten, weitläufigen Fabrikgebäude zu neuem Leben.

Kunst trifft Industriekultur. Die neue Gruppenausstellung "PHORM 2" als 14. Ausstellung der Reihe in dieser Größenordnung zeigt Arbeiten von zehn Künstlern aus Finsterwalde, Berlin, Dresden, Leipzig und Spremberg. Die Vernissage findet am 3. Juni um 18 Uhr im Hochbau Alte Weberei der ehemaligen Schaeferschen Tuchfabrik statt. Pfingstsonntag und -montag hat die Schau von 15 bis 18 Uhr geöffnet und kann bis zum 10. September nach Vereinbarung besichtigt werden. Kontakt unter 03531 718664 oder 015757272927 bzw. 015771574228.

Die Ausstellung präsentiert in jüngster Zeit entstandene vielfältige Gegenwartskunst mit Malerei, Grafik, Skulpturen, Installationen und Fotoarbeiten. Die Künstler-PHORMation trifft sich in der Auseinandersetzung mit Lebensformen, Wünschen und Ängsten in unserer Gesellschaft und mit Blick auf die Umwelt mit ihrer Schönheit und in ihrer Bedrohung. Großformatige Ölarbeiten von Jens Puppe zeigen Strukturen einer schwer durchschaubaren Welt, Sebastian Arsand beobachtet "Die Flucht in die Idylle" als Zeiterscheinung, Lutz Nessing macht mit seiner Akkumulation als Verpackungsparcours auf Verschwendung von Ressourcen aufmerksam. Die Malereien und Holzschnitte des Journalisten Thoralf Schirmer begegnen dem Betrachter metaphernreich, die aus Finsterwalde stammende Leipzigerin Jana Turpentine zwingt mit filigranen Druckarbeiten zum Nachdenken. Auch Lutz Krause, einer der führenden Poster-Künstler Deutschlands, zeigt seine Arbeiten. Malerei und Grafik von Christoph Butters aus Finsterwalde, der Diplom-Architektin Karina Kolbitz aus Berlin und der Leipziger Bühnenbildnerin Kathleen Schröter sind zu sehen. Die Fotografin Helene (Helen) Richter wagt sich mit Malerei in die Ausstellung.

Eine interessante und zur Diskussion herausfordernde Präsentation kreativer Gegenwartskunst erwartet die Besucher mit der Schau "PHORM 2" zu Pfingsten in Anwesenheit der meisten Künstler während der Vernissage.