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Konzert voller Überraschungen

Die Freude über das gelungene Konzert ist den vier Musikern ins Gesicht geschrieben.
Die Freude über das gelungene Konzert ist den vier Musikern ins Gesicht geschrieben. FOTO: Jürgen Weser/jgw1
Finsterwalde. Das Neujahrskonzert der Stadt Finsterwalde durfte in diesem Jahr wegen großer Nachfrage zweimal stattfinden. Am Sonntag begeisterte das Weimarer Klavierquartett im Logenhaus mit zwei ausverkauften Veranstaltungen vor 250 Zuhörern. Gleichzeitig machte das Konzert Lust auf das 7. Kammermusikfestival vom 31. März bis 29. April an gleicher Stelle und in der Trinitatiskirche. Jürgen Weser / jgw1

Das Weimarer Klavierquartett mit den beiden Finsterwalder Festivalorganisatoren Johanna Zmeck und Nassib Ahmadieh war immer ein beliebtes Ensemble der früheren Festivaljahre. Das wird diesmal nicht so sein, Violinistin Barbara Seiferthat etwas Besseres vor: Sie erwartet ein Kind. Dafür gab es den ersten Beifall am Sonntag. Da die Musiker ihr Stammpublikum in Finsterwalde aber nicht enttäuschen wollten, waren sie gern bereit, beim Neujahrskonzert der Stadt aufzuspielen. Und sie spielten mit einem ,,Französischen Abend" großartig auf. Voller Spielfreude rückten Johanna Zmeck (Klavier), Nassib Ahmadieh (Violoncello), Barbara Seifert (Violine) und Jakob Tuchscherer (Viola) die französischen Komponisten Camille Saint Säens (1835-1921) und Gabriel Fauré mit wenig gespielten Stücken in den Mittelpunkt des Konzertes. Dazu gab es kleine Kompositionen des Sechszehnjährigen Richard Strauss. Farbenprächtig, voller Überraschungen kam Saint-Säens mit seiner Barcerolle op. 108 wie eine tollkühne Schlittenfahrt daher, bevor vor allem der arabische Tanz von Strauss mit überraschenden Klängen zum Schmunzeln brachte.

Nach der Pause eine Premiere für das Weimarer Klavierquartett: die Musiker haben mit Gabriel Faurés Quartuor pour piano, violon, alto et violoncelle en ut minor op.15 eine selten gespielte Komposition für sich entdeckt und spielten sie erstmalig vor dem Finsterwalder Publikum. Von ernsthaft über angejazzt tauchten sie im Adagio in Faurés Lebenskrise, bevor an ihren Instrumenten und im Zusammenspiel mit furiosem Finale ihr Können eindrucksvoll unter Beweis stellten. Stürmischer Applaus mit Klatschen und Füßetrampeln zeigte die Begeisterung des Publikums und zauberte den Musikern die Freude über das gelungene Konzert ins Gesicht.

Auch beim Kammermusikfestival dabei sein wollen viele Besucher des Neujahrskonzertes. Sechs Konzerte stehen dafür zur Auswahl. Beeilen müssen sich Interessenten für das Startkonzert am 31. März mit dem Duo Johanna Zmeck und Nassib Ahmadieh. Der Abend unter dem Motto ,,Beethoven - Tradition, Revolution, Neuland!" ist fast ausverkauft. Beethoven bildet in seinem 190. Todesjahr die Klammer bei allen Konzerten und wird von Komponisten wie Britten, Ravel, Brahms und Haydn flankiert. Interessant ist auch der Liederabend mit Damon Nestor Ploumis als Zyklus ,,An die ferne Geliebte" mit Liedern von Beethoven, Ravel, Ibert und mit griechischen Volksliedern. Ein Erlebnis verspricht das Abschlusskonzert mit dem Posaunenquartett ,,OPUS 4" mit Posaunisten des Gewandhausorchesters am 29. April.

Infos unter www.finsterwalder-kammermusik.de . Karten können unter www.reservix.de und im Touristbüro und im Blumen- und Weingeschäft KukiaVini am Markt erworben werden.