In der Trinitatiskirche erlebten knapp 200 Zuhörer am 29. Februar den Auftakt zum Jubiläumsfestival der Finsterwalder Kammermusikreihe. Johannes Brahms als König der Kammermusik unter den Komponisten haben die Festivalorganisatoren Johanna Zmeck und Nassib Ahmadieh in diesem Jahr im Programm aller sechs Konzerte platziert. Den furiosen Start vollzogen sie selbst mit Barbara Seifert und Jakob Tuchscheerer als „Weimarer Klavierquartett“.

Musik voller Leidenschaft zum Auftakt

Zur Begrüßung versäumte Bürgermeister Jörg Gampe (CDU) nicht, den beiden Finsterwalder Musikern und Musikpädagogen für ihre Verdienste um die Etablierung des Festivals zu danken und ihnen zum Kunstpreis des Landkreises Elbe-Elster zu gratulieren.

Um es vorweg zu nehmen, die vier Musiker und Musikerinnen spielten großartig voller Leidenschaft und schafften es, „das Wagnis der zwei Klavierquartette von Brahms“ brillant zu bewältigen. Vor allem das fast sinfonisch wirkende A-Dur Quartett Nr.2, op 26 mit seinen vielfältigen Facetten von träumerisch-süß über grübelnde Sentenzen bis zu Stürmen der Leidenschaft und Lebenslust bewältigten die Musiker mit furioser Spielweise und perfekt aufeinander abgestimmtem Ensemblespiel.

Nach der Pause gab es als Streichtrio eine Neuentdeckung für die Zuhörer mit Heinrich von Herzogenberg, bevor die Musiker mit der Interpretation des Klavierkonzerts Nr. 1, g-Moll, op. 25 mit tänzerischen und Zigeunermelodien noch einmal alle Register ihres Könnens zogen. Stehender Applaus war Lohn für ein großartiges Konzert mit Brahms als Komponisten, der das Tor zur Moderne mit aufgestoßen hat.

Festival gewinnt Fans in Berlin und Lauchhammer

Großartig fanden das Konzert auch Gisela und Dieter Lachmann aus Berlin, die gemeinsam mit Friderun und Heinrich Losch aus Lauchhammer angereist waren. „Wir haben zufällig von dem Festival erfahren“, berichtete Gisela Lachmann.

Gemeinsam mit der Stadt laden Johanna Zmeck und Nassib Ahmadieh zu den nächsten vier Konzerten ins Logenhaus ein. Fast ausverkauft ist bereits das Konzert vom Trio Eisa am 6. März ebenfalls mit Zmeck und Ahmadieh und dem Klarinettisten Jussef Eisa. „Wir verstehen nicht, dass in der Sängerstadt das Liederkonzert am 13. März noch zu wenig gebucht ist.“ Der Mezzosopranistin Antigone Papoulkas sind mit Viola und Klavier zwei Instrumentalisten für die Interpretation von Schumann und Brahms Liedern und Gesängen an die Seite gestellt.

Termine


Weitere Konzerte: 20. März „Marc Aurel Quartett Wien“, 27. März „The Twiolins“ mit Vivaldi und Piazolla-Tangos und am 4. April das Abschlusskonzert in Trinitatis mit MusikerInnen der Barenboim-Said Akademie Berlin.

www.finsterwalder-kammermusik.de