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| 10:51 Uhr

Sommerzeit ist Bauzeit
Kleiner Bauboom in Sonnewalde

Die Firma Veolia Umweltservice Ost GmbH & Co. KG aus Hoyerswerda baut eine neue Außensportanlage an der Grundschule Sonnewalde. An dieser Stelle entsteht die neue Tartanbahn.
Die Firma Veolia Umweltservice Ost GmbH & Co. KG aus Hoyerswerda baut eine neue Außensportanlage an der Grundschule Sonnewalde. An dieser Stelle entsteht die neue Tartanbahn. FOTO: Heike Lehmann
Sonnewalde. Gebaut wird an Kulturhaus, Außensportanlagen, Gerätehaus und Kriegerdenkmal. Nicht dabei ist der Marktplatz. Von Heike Lehmann

Die Stadt Sonnewalde baut momentan an mehreren Stellen gleichzeitig. Das ist für die kleine Kommune mit ihren vielen Ortsteilen nicht selbstverständlich. Vieles ist über die Jahre liegen geblieben, weil kein Geld da war.

An der finanziellen Situation hat sich kaum etwas geändert. Dennoch dulden einige Dinge keinen Aufschub, wie Bürgermeister Werner Busse (CDU) am Mittwoch deutlich macht. So haben am Montag die energetische Sanierung und Ertüchtigung des Brandschutzes im Kulturhaus begonnen. Werner Busse betont: „Das Dach ist bereits saniert. Es war porös, weil 25 Jahre und länger daran nichts gemacht wurde. Jetzt ist es dicht und ordentlich isoliert.“ Vor allem für die Vereine, die das Kulturhaus regelmäßig nutzen, und natürlich den Schulsport sei wichtig, dass die energetische Sanierung in Angriff genommen wird. Dauerhafte Nutzer sind laut Stadtverwaltung die Schützengilde, der Reiter Carneval Club (RCC), der SV Blau-Gelb Sonnewalde mit den Abteilungen Fußball, Billard und Tischtennis sowie eine Frauensportgruppe. Zudem ist das Kulturhaus Veranstaltungsort für den Sonnewalder Karneval. „Auch andere große Veranstaltungen finden dort statt. Wenn sich dann viele Menschen dort treffen, haben wir die Pflicht, dass der Brandschutz gewährleistet ist.“

Das Kulturhaus Sonnewalde soll energetisch saniert werden. Zunächst ist der Sporthallenboden zu sichern, bevor das Raumgerüst errichtet wird.
Das Kulturhaus Sonnewalde soll energetisch saniert werden. Zunächst ist der Sporthallenboden zu sichern, bevor das Raumgerüst errichtet wird. FOTO: Heike Lehmann

Das Gebäude ist ein typischer DDR-Wirtschaftsbau aus dem Jahr 1980 und diente einst der gesellschaftlichen Speisung für die umliegenden LPG. Mehrfach wurde angebaut. Zur Wende erfolgte die Umnutzung als Diskothek. Aus dieser Zeit stammt der Name „Manhattan“, der sich hartnäckig hält.

Bauamtsleiter Chris von Rein blättert in einem dicken Ordner und zählt auf, was in den nächsten acht Wochen – dann soll die Baumaßnahme beendet sein – unter anderem zu tun ist. „Momentan wird der Sporthallenboden gesichert. Der bleibt drin. Dann wird im Hallenbereich ein Raumgerüst aufgebaut. Die Hallendecke, eine Kastendecke aus DDR-Zeiten, wird komplett zurückgebaut. Die Dämmung wird erneuert. Eingebaut wird eine ballwurfsichere Decke, deren Höhe aber bleibt unverändert.“

Das Kriegerdenkmal am Markt Sonnewalde wird aufgefrischt.
Das Kriegerdenkmal am Markt Sonnewalde wird aufgefrischt. FOTO: Heike Lehmann

Neue effiziente LED-Leuchten lösen die alten Lampen ab. Die bisherige Hallenheizung kommt raus, eine moderne Dunkelstrahlheizung wird eingebaut. „Energetisch sehr effektiv“, wie Bürgermeister Busse mit Blick auf die laufenden Kosten und Sorge um seine Stadtkasse hofft. Und schließlich werden auch die Fenster komplett erneuert.

Inklusive Planung geht man von 252 000 Euro Gesamtkosten für diese Baumaßnahme aus. Aus der Stadtkasse allerdings muss kein Cent genommen werden. „Wir bekommen 90 Prozent Förderung aus dem Kommunalinvestitionsprogramm und die zehn Prozent, die als städtischer Eigenanteil anfallen, werden mit Mitteln über das Finanzausgleichsgesetz abgesichert“, sagt Yvonne Gutsche, im Rathaus unter anderem für Fördermittel zuständig.

Unweit des Kulturhauses fressen sich die Bagger ins Erdreich. Dort ist seit Mitte Juli der erste Bauabschnitt für eine neue Außensportanlage im Gange. Ein Blick auf die alte Weitsprunganlage bestätigt, dass die Schüler wohl seit Langem darauf warten. Nach Planungen der Subatzus & Bringmann GbR aus Groß­räschen, die schon in Finsterwalde und Doberlug-Kirchhain Schulsportplätze konzipiert hat, entstehen eine Tartanbahn, eine Spielfläche für Basketball und Fußball inklusive Weitsprunganlage, eine Ballwurf- und Kugelstoßanlage. Ballfangnetze und Zaun werden erneuert. „Etwa 165 000 Euro sind dafür notwendig“, so Chris von Rein. 75 Prozent werden mit europäischer Hilfe über die Leader-Förderung für den ländlichen Raum abgedeckt. Ein Viertel muss die Stadt selbst berappen.

Am kommenden Montag ist im Ortsteil Großkrausnik Baustart für ein neues Gerätehaus. „Dort bauen wir zu hundert Prozent mit eigenen Mitteln einen Stellplatz mit zwei Räumen, Umkleide- und Lagerraum“, sagt Werner Busse. Auf Sanitäranlagen wird verzichtet, die sind im Nebengebäude vorhanden. Den Rohbau wird die Firma Dorow aus Crinitz errichten, Zimmererarbeiten übernimmt die Firma Lieske aus Sonnewalde und das Dach deckt die Firma Wildau aus Massen.

Schließlich wird demnächst auch das Kriegerdenkmal am Markt saniert. Lottomittel, der Landkreis, die Sparkassenstiftung „Zukunft Elbe-Elster-Land“ und bislang 5500 Euro von privaten Spendern machen dies möglich. Kosten insgesamt: knapp 30 000 Euro.

Definitiv aufs nächste Jahr geschoben wird aber der dritte Bauabschnitt zum Ausbau der B 96 mit gleichzeitiger Neugestaltung des Marktbereichs. Hierzu laufen noch Gespräche, heißt es.