ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:00 Uhr

Kleine Leute mit großem Auftrag

Finsterwalde.. Die diesjährige Martinsfeier der evangelischen und katholischen Kirche war außergewöhnlich gut besucht. Bereits 16.45 Uhr gab es am Sonntag fast nur noch Stehplätze für die hereinströmenden Menschen. Silvia Dedek

Die Jüngsten störte das natürlich weniger, sie machten es sich einfach im Mittelgang der Trinitatiskirche bequem.
Die Messe begann mit der Begrüßung durch Pfarrer Kliemank, Pfarrer Herrbruck und Superintendent Oehmichen. Doch bereits kurz nach deren ersten Worten hatten sie nicht mehr sehr viel zu sagen, die Messe war von Kindern für Kinder, das war deutlich zu spüren. Auch die Kollekte war wie letztes Jahr wieder für Kinder aus sozial schlechter gestellten Familien gedacht, die von der "Tafel" zu Weihnachten ein Geschenk bekommen sollen.
Nach dem Eröffnungslied durch den großen Kinderchor nahmen schließlich die Kinder der evangelischen Grundschule Aufstellung. Sie hatten gemeinsam mit ihren Lehrern das diesjährige Martinsspiel vorbereitet und sich einige Gedanken dazu gemacht. In kurzen Szenen aus ihrem Schulalltag stellten sie dar, wie einfach es manchmal sein kann, jeden Tag ein bisschen wie Martin zu handeln. Sei es indem man einem kranken Kind einen Brief schreibt, einem schwer Bepackten beim Tragen hilft oder indem man einfach nur sieht, wenn jemand abseits steht und ihn dann in die Gemeinschaft holt. Anschließend zeigten sie dann noch, wie es sich ihrer Meinung nach damals vor 1600 Jahren in Amiens zugetragen haben könnte. Die 16 Kinder aus der 3. Klasse hatten knapp einen Monat geprobt und geübt, um die Aufführung vorzubereiten. Die kurzen Szenen waren ein Gemeinschaftswerk des Lehrerkollegiums, und auch die ersten Proben für das Projekt, beispielsweise das Einüben der Lieder, fanden im Unterricht statt. "Anders wäre es ja auch gar nicht zu schaffen gewesen" berichtet die Schulleiterin Kristin Trepsdorf.
Den Kindern zumindest hat es großen Spaß gemacht. Das können Celine, Laura und Pauline nur bestätigen. Und wer sie an diesem Abend erlebt hat, konnte deutlich spüren, dass ihnen die Sache ernst war. "Unser Auftrag für die Welt kann oft klein sein, doch er zählt!", sangen die Schüler in ihrem Abschlusslied und forderten dabei gleichzeitig alle Anwesenden auf, einfach öfter mal Augen, Ohren und Hände offen zu halten, um die kleinen Aufträge im Alltag zu bemerken.
Nach dem Lampionumzug durch die Stadt verweilten die Menschen noch einmal vor der katholischen Kirche. Sie beteten gemeinsam das "Vater unser" und sangen mit Unterstützung des Bläserchors, der mit 18 Leuten aus beiden Gemeinden gut besetzt war, das Martinslied. Anschließend gab es noch die traditionellen Hörnchen. Da es recht kalt war, gab es für die jüngeren warmen Tee und für die Erwachsenen den ersten Glühwein. Überall sah man die Jüngsten eigentlich immer nur "halbe" Hörnchen essen. Ein erster kleiner Auftrag. Aber immerhin, auch der zählt.