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| 01:30 Uhr

Klaus Töpfer kämpft für den Feuerteufel

Doreen Nitzsche hat nur noch bis März Arbeit auf einer Kommunalkombistelle. Foto: Dieter Babbe
Doreen Nitzsche hat nur noch bis März Arbeit auf einer Kommunalkombistelle. Foto: Dieter Babbe FOTO: Dieter Babbe
Sonnewalde. Sie spielt den schrecklichen Feuerteufel Lars – und doch ist sie der Liebling der Kinder in den Kitas und Schulen: Doreen Nitzsche, die Brandschutzerzieherin. Doch bald stirbt der Feuerteufel – die junge Sallgasterin verliert ihren Job. Von Dieter Babbe

Seit dem 1. April 2008 ist die junge Frau für die Brandschutzerziehung in den Kindereinrichtungen und Schulen zuständig - allerdings von Anfang an befristet. Am 31. März läuft ihre und die Kommunalkombistelle ihrer Kollegin Regina Klisch aus. Der Kreis hat kein Geld, die beiden Expertinnen auf dem Gebiet der Brandschutzerziehung zu übernehmen, so heißt es in Herzberg. “Was in drei Jahren mühevoll aufgebaut wurde und sich bewährt hat, wird kaputt gemacht„, kritisiert Klaus Töpfer, der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes.

Doch er will nicht kampflos aufgeben. Am Mittwochabend trommelte der Verbandsvorstand die Bürgermeister und Amtsdirektoren des Kreises in Sonnewalde zusammen, um für den Erhalt der beiden, wenigstens aber einer Stelle zu werben. “Wenn Frau Nitzsche geht, fehlt eine qualifizierte Fachfrau, die mit ihrem Wissen und pädagogischem Geschick die Kinder für den Brandschutz brennen lässt.„ Töpfer verweist auf ihre Touren mit dem sogenannten Branddemohaus, wo man Brände simuliert und Kinder mit Feuer und Flamme dabei sind, zu beweisen, wie man sich in solchen Situationen richtig verhält. Letztlich ist es auch der Verdienst von Doreen Nitzsche und Regina Klisch, wenn im vorigen Jahr in einer gemeinsamen Aktion von Sparkasse und RUNDSCHAU 79 Kinder den Weg zu den Jugendwehren fanden - um die zunehmend personellen Lücken bei den Feuerwehren etwas zu schließen. “Es dauert ein halbes bis dreiviertel Jahr, bis man sich die notwendige Qualifikation in der Brandschutzerziehung angeeignet hat. So gesehen ist es für Neulinge, die über die neue Arbeitsfördermaßnahme Bürgerarbeit wiederum nur zeitweise eingestellt werden, schwer sich einzuarbeiten. Wenn sie eingearbeitet sind, müssen sie bald schon wieder gehen„, sagt Doreen Nitzsche, die selbst an den Bildungsminister geschrieben und um den Erhalt ihrer Stelle gekämpft hat. Doch das Antwortschreiben lässt keine Zweifel aufkommen: Das Land hat kein Geld - und außerdem: Brandschutz ist Sache der Kommunen. So hofft Klaus Töpfer, dass die Kommunen, die zur Brandschutzerziehung gesetzlich verpflichtet sind, Interesse daran haben, die beiden Stellen zu erhalten. In der Sonnewalder Runde unterbreitete er einen Finanzierungsvorschlag: Wenn jede Kommune im Kreis im Monat etwa 80 Euro beisteuert, kann wenigstens eine Stelle gerettet werden. Beim Treffen der Kreisarbeitsgemeinschaft Ende Januar will er für seinen Vorschlag werben - in der Hoffnung, die Kommunen machen mit. In der Sonnewalder Runde saßen lediglich sieben Vertreter beisammen - immerhin 39 Einladungen waren verschickt worden. “Ich will nicht glauben, dass das Ausdruck von Desinteresse an der Brandschutzerziehung der Kinder und an der Feuerwehr ist„, sagt Klaus Töpfer enttäuscht.