ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:04 Uhr

Klaus Szymanski will Bürgermeister von Sonnewalde werden

Großkrausnik / Wehnsdorf.. Beide Dörfer liegen nur knapp drei Kilometer ausein ander. Jeder kennt jeden beim Nachbarn, viele Familien sind miteinander verwandt. Und doch leben sie seit den 50er Jahren getrennt – durch die Kreisgrenze zwischen Luckau und Finsterwalde. Doch dann sind beide Dörfer, das eine inzwischen ein Ortsteil von Walddrehna und das andere ein Stadtteil von Sonnewalde, enger zusammengerückt. Dieter Babbe


Die holprige Staub- und Schlaglochstraße wurde endlich glatt. Das war fast auf den Tag genau vor zehn Jahren - und wurde bei einem ganz spontan organisierten Straßenfest am vergangenen Sonnabend gefeiert. Bis tief gen Mitternacht sangen und schunkelten 130 Großkrausniker und Wehnsdorfer nach der Musik der Wehnsdorfer Blasmusikanten gemeinsam auf dem Feld am Straßenrand und unter dem Pavillondach - ganz dicht an der Kreisgrenze, die für die Dörfler keine Grenze ist.
Dort erinnerte Klaus Szymanski, Großkrausniks Ortsbürgermeister, an die Zeit, als die Trabis noch über die Buckelpiste aus Sand fahren mussten, was viele so rare Stoßdämpfer kostete - und woran auch seine Staatsratseingabe nichts änderte. Und nach der Wende, als der Straßenbau endlich geplant war und mit 95 Prozent Fördergeld gebaut werden sollte, drohten plötzlich die fehlenden fünf Prozent, den Traum von einer glatten Straße noch platzen zu lassen. „Das Dorf hat kein Geld“ , sei damals die Antwort vom Sonnewalder Amt gewesen, wird Klaus Szymanski nicht vergessen. Er ließ sich nicht schrecken und ging mit 50 000 Mark privat in Haftung. Das war damals beinahe sensationell.
Inzwischen ist es ruhiger geworden um Klaus Szymanski. Der Großkrausniker hat sich in seine Arbeit im städtischen Bauamt in Luckau gestürzt. Ortsbürgermeister ist er zwar geblieben, doch in die neue Sonnewalder Stadtverordnetenversammlung zog es ihn nicht mehr. Eigentlich wollte Szymanski schon lange ehrenamtlich kürzer treten, sich aus der Kommunalpolitik verabschieden. Doch dann überraschte er die Großkrausniker am Sonnabend beim Straßenfest mit einer spontanen wie wohl überlegten Botschaft: „Ich kandidiere für das Bürgermeisteramt in Sonnewalde.“ Er wolle damit nicht gegen die derzeitige Amtsdirektorin, von der angenommen wird, dass auch sie kandidiert, antreten - „Frau Neisser macht eine gute Arbeit“ , würdigt er. Klaus Szymanski, der 46-Jährige, sieht eher die „neue Herausforderung für mich“ - die zahlreichen Ortsteile in der neuen Stadt trotz klammer Kassen und vieler Probleme zu vereinen und weiterzuentwickeln. Jürgen Aland, Gemeindevertreter und Stadtverordneter für Großkrausnik in Sonnewalde, ist jedenfalls fest überzeugt: „Klaus Szymanski - ruhig, sachlich, ein Organisationstalent - ist der richtige Mann für Sonnewalde.“

Hintergrund Wer kandidiert?
 Bislang ist Klaus Szymanski, neben der Amtsinhaberin Hannelore Dißler, der einzige, der öffentlich angekündigt hat, für das Sonnewalder Bürgermeisteramt kandidieren zu wollen. Von Silke Neisser, der Amtsdirektorin, wird es vermutet, ebenso von Horst Flieger, dem ehemaligen Amtsdirektor, und Herbert Mittag, dem Ortsbürgermeister von Münchhausen. Im Sonnewalder Wahlbüro lagen bis gestern noch keine Unterlagen vor.