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| 17:42 Uhr

Große Geburtstagsfeier
Kita „Olga Günther-Mechel“ ist seit 90 Jahren ein Kinderhaus

Kita-Leiterin Nicole Müller und Bürgermeister Bodo Broszinski weihen das neue Außenspielgelände für den U3-Bereich an der Kita „Olga-Günther-Mechel“ ein.
Kita-Leiterin Nicole Müller und Bürgermeister Bodo Broszinski weihen das neue Außenspielgelände für den U3-Bereich an der Kita „Olga-Günther-Mechel“ ein. FOTO: Heike Lehmann
Doberlug-Kirchhain. Außenspielfläche für den U3-Bereich wurde eingeweiht. Von Heike Lehmann

Mehrere Kinder-Generationen der Stadt kennen das Haus an der Waldhufenstraße aus eigenem Erleben. Zum Teil besuchen heute schon Enkel und Urenkel die Kita „Olga Günther-Mechel“. Vor wenigen Tagen wurde dort ein großes Sommerfest und gleichzeitig 90. Geburtstag mit Überraschungsgästen gefeiert.

Derzeit werden in der Einrichtung 65 Kinder – 53 im Kita- und zwölf im Krippenbereich – von insgesamt zehn Erzieherinnen betreut. Für ein Programm hatten die Erzieherinnen tief in der Liederkiste gekramt – und mit den Knirpsen Gesang einstudiert, der bei so manchem Erwachsenen Erinnerungen an die eigene Zeit im Kindergarten geweckt hat.

Fast auf den Tag genau, am 3. Juni 1928, wurde – gestiftet von Olga Günther Mechel, einer ehemaligen Kirchhainerin, die in Amerika lebte – ein Kinderheim eingeweiht. Die Stifterin soll „jedes Jahr am 3. Juni nach Kirchhain gekommen sein und den Kindern immer Schokolade mitgebracht“ haben, erzählt die ehemalige Kita-Leiterin Gudrun Paulisch. Sie und ihre Kolleginnen hatten 2002 die Namensrückbesinnung von Kita Waldhufenstraße in Kita „Olga Günther-Mechel“ vorangetrieben.

Aufmerksame Zuhörer fand Gudrun Paulisch in Gunter und Felicitas Neuhaus aus Geithain bei Leipzig. Der Oberschulrektor für Mathematik und Physik vertrat die „Paul-Günther-Schule“ und gleichzeitig die „Bruno und Therese Günther Stiftung“, „die Paul Günther zu Ehren seiner Eltern eingerichtet hat“, wie Gunter Neuhaus aus dem Geburtsort des Stifters erklärte. Ziel dieser Stiftung sei bis heute, sowohl bedürftige Bürger als auch leistungsstarke Schüler zu unterstützen.

„Der Stifter Paul Günther hat die Olga Mechel aus Kirchhain weggeheiratet. Dass sie selbst gestiftet hat, haben wir erst jetzt durch Recherchen von Hans-Georg Procopius vom Heimatverein Doberlug-Kirchhain erfahren“, so der Gast aus Leipzig. Olga Günther-Mechel hatte eine Bausumme von 30 000 Reichsmark für das Kinderheim in ihrer Heimatstadt bewilligt.

Seit 1945 wird das Haus als Kindergarten, heute Kindertagesstätte,  genutzt. Ein Geburtstag wäre nicht perfekt, wenn es nicht Geschenke gäbe. Nicole Müller, seit 2014 Leiterin der Kita, und Bürgermeister Bodo Broszinski haben das Band zur neuen Außenspielfläche für den U3-Bereich durchschnitten. Das Stadtoberhaupt verwies darauf, dass die Kita sehr gut angenommen werde und sich die Abgeordneten schrittweise für Verbesserungen einsetzten. Der Bürgermeister: „Wir haben in den letzten sechs Jahren fast 300 000 Euro in diese Kita investiert und wollen mit weiteren Fördermitteln noch einmal so viel in die Innensanierung und die Außenhülle des Haupthauses stecken.“

Aber auch andere Gäste kamen nicht mit leeren Händen. Detlef Zobel, Botschafter der Town & Country Stiftung, schenkte den Kindern ein neues Wasserwelten-Aquarium. Wasserwelten ist ein Spendenmodul der Umwelt-Initiative Zukunft Stadt & Natur. Einrichtungsgegenstände und Fische sind Teil der Spende. Gemeinsam mit den Kindern wird das Aquarium in den kommenden Wochen bestückt.

Und auch Bauunternehmer Andreas Schumann, der selbst diesen Kindergarten besucht hat, möchte Gutes tun. Als Landschaftsbaubetrieb würde er den Kindern gern einen Fahrradparcours und einen Naturlehrpfad anlegen.