Es dauert nicht lange, da haben die jungen Gäste aus Eritrea ihre Rhythmusinstrumente in der Hand und kurz darauf tanzen sie gemeinsam mit den Ferienkindern in der Johanniter-Teestube im Kreis. In der Küche bereiten derweil die Frauen ein Gericht aus Eritrea vor. Babette Brendel, die Sozialarbeiterin bei den Johannitern, hat Tage zuvor mit den Flüchtlingen aus dem Nordosten Afrikas die Zutaten dafür eingekauft. Rindfleisch, Zwiebeln, Kartoffeln, ganz viel Knoblauch, Paprika - der Duft weht schon von der Küche herüber. Wie aufgeschlossen die jungen Flüchtlinge auf die Einladung in die Teestube reagieren, beweist die Tatsache, dass 14 von 16 Landsleuten gekommen sind. Mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit dem Bus. Auf einer Karte von Afrika zeigen sie den deutschen Kindern, die das Ferienprogramm der Johanniter nutzen, wo ihre Heimat liegt. Wer möchte, lässt sich seinen Namen in der Landessprache Tigrinya aufschreiben. Kevin Günther (12) findet das cool und erst recht die Gelegenheit, afrikanischen Trommeln Musik zu entlocken.

Für Babette Brendel ist das lockere, unkomplizierte Aufeinanderzugehen von einheimischen Ferienkindern und den Flüchtlingen aus Afrika keine Überraschung. "Das hat schon bei unserem interkulturellen Fest im Juli funktioniert und das klappt auch heute wieder", freut sie sich. Von Anfang an mischt sie in der Finsterwalder Flüchtlingsinitiative mit und wirbt dafür, die Welt in ihrer Vielfalt zu schätzen und Menschen in Not mit Offenheit zu begegnen. Dafür möchte sie noch viel mehr Finsterwalder als bisher gewinnen.

Am 20. August werden Flüchtlinge aus Tschetschenien zu den Ferienkindern in die Teestube kommen.