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| 02:51 Uhr

Kein ICE-Halt in Doberlug-Kirchhain

Finsterwalde. Bereits um 6.10 Uhr fährt die S-Bahn, die ihn zuerst nach Berlin und der Zug von hier aus über Wittenberg und Falkenberg nach 3,12 Stunden Fahrzeit und insgesamt vier Umstiegen endlich nach Finsterwalde bringt. Alternativ kann er um 6.50 Uhr losfahren, die östliche Schleife über Berlin und Cottbus nehmen, wo er "nur" zweimal umsteigen muss. Dieter Babbe

Etwa 130 Frauen und Männer, die im Elbe-Elster-Kreis wohnen und in Potsdam arbeiten, geht es tagtäglich so - hinzukommen die 700 Auspendler aus dem Kreis, die in Berlin arbeiten. Die müssen in den letzten Jahren, seit es keine Direktverbindung zwischen der Sänger- und der Hauptstadt mehr gibt, eine deutliche längere Fahrzeit in Kauf nehmen. Waren Pendler aus Finsterwalde im Jahre 1998 lediglich 79 Minuten nach Berlin unterwegs, so sind es gegenwärtig im Idealfall 103 Minuten - auf der seit dem letzten Fahrplan ausgewiesenen Verbindung braucht man bereits 128 Minuten für die 120 Kilometer. Auf Einladung des CDU-Landtagsabgeordneten Rainer Genilke war Minister Jörg Vogelsänger am Freitag für eine Stunde in Finsterwalde in einer Runde mit den kommunalen Verwaltungsspitzen der Sängerstadtregion zu Gast, an der auch der Beigeordnete des Kreises, Peter Hans, sowie die SPD-Landtagsabgeordnete Barbara Hackenschmidt teilgenommen haben. Die Abbestellung der Direktverbindung zwischen Berlin und Finsterwalde sei für den Tourismus zum "Genickbrecher" geworden, kritisierte Bürgermeister Jörg Gampe (CDU). Die Besucherzahlen seien in der Folge in der Stadt und Region dramatisch zurückgegangen. Amtskollege Bodo Broszinski (FDP) forderte von der Landesregierung, sich bei der Bahn für den Halt von IC- und EC-Zügen am Knotenbahnhof in Doberlug-Kirchhain stark zu machen. Damit wäre der Berliner Hauptbahnhof in etwa 90 Minuten erreichbar - 1998 sei das noch in einer Stunde möglich gewesen.

Dass die schnellen Züge in Elsterwerda und gleichzeitig in Doberlug-Kirchhain halten werden, schließt Minister Vogelsänger aus. "Die Bahn will die Strecke Berlin-Dresden ausbauen, damit sie schneller wird. Bei Tempo 200 wird es künftig eher weniger als mehr Halts unterwegs geben, die immer auch das Tempo bremsen."

Auf den angesprochenen Bahnhof Finsterwalde, wo die Bahnsteige einerseits behindertengerecht erneuert werden und andererseits für die Reisenden weite Wege von bis zu 400 Metern zwischen Zug und Bahnhof entstehen sollen, ging der Minister nicht ein. Allerdings zeigte er sich weiter gesprächsbereit in der Debatte um den Fortschreibung des Landesnahverkehrsplanes 2013 bis 2017.