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| 02:38 Uhr

Kein Geld für Dobrilugker Mönche

Doberlug-Kirchhain. Für eine Ausstellung über die letzten Mönche vom Kloster Dobrilugk im Museum Schloss Doberlug wird es kein Geld aus der Stadtkasse geben. Die Stadtverordneten haben am Mittwochabend mit acht Nein- und sieben Ja-Stimmen die im Haushalt fest eingeplanten 12 000 Euro – verteilt auf 2016/17 – nicht freigegeben. Heike Lehmann

Gedacht war das Geld für die wissenschaftliche Recherche zu Ausstellungsinhalten im Rahmen eines Kooperationsvertrages mit der Universität Potsdam. Bei der von der SPD/FDP-Fraktion beantragten namentlichen Abstimmung haben die Christdemokraten und das Wählerbündnis Umland/LUN nicht zugestimmt. Damit haben sie auch den Rückzug der Stadt aus dem Kulturland Brandenburg sowie der Arbeitsgruppe "Prediger und Bürger" der AG Städte mit historischen Stadtkernen für 2017 besiegelt.

Für Argumente waren die Gegner an diesem Abend nicht mehr empfänglich. In der Einwohnerfragestunde hatte sich Margot Pauli mutig an die Stadtverordneten gewandt, ihre Haltung zur Heimatgeschichte zu überdenken. Gert Fest (WBU/LUN) erklärte, das Geld werde an anderer Stelle gebraucht.

Torsten Drescher und Manfred Oettrich (SPD/FDP) verwiesen auf die Bedeutung Luthers, und Karla Pohl sowie Elke Wondzinski (Linke) betonten das Erfolg versprechende Geflecht mit anderen Städten. Bürgermeister Bodo Broszinski (FDP) warnte, die Absage werde auf "großes Unverständnis in der Stadt, beim Landkreis und im Land stoßen". In den Leuchtturm Doberluger Areal seien auch regionale Fördermittel geflossen, Nachbarkommunen profitieren messbar vom Besucherstrom. Die Stadt stünde auch deshalb in der Verantwortung. Enrico Reiche (CDU) empfahl "alternative Finanzierungswege".

Beschämend war der Umgang mit Dr. Rainer Ernst, Leiter vom Museumsverbund Elbe-Elster, der extra - auch auf Vorschlag der CDU-Fraktion - eingeladen war. Erst auf Drängen des Bürgermeisters hat man ihn zu Wort kommen lassen. Dass die Institutionen wie die Universität Potsdam und das Brandenburgische Landeshauptarchiv an der Zusammenarbeit mit Doberlug-Kirchhain interessiert sind, "dazu können wir uns nur beglückwünschen", so Ernst. Die Reformation sei in der Region so facettenreich wie woanders kaum nachvollziehbar. "Doberlug könnte mit unverwechselbarer Solostimme im Konzert der Ereignisse 2017 auftreten", hob er hervor. Beeindruckt hat das nur einen Teil der Stadtverordneten.