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Arbeitslosenservice umgezogen
„Alfi“ nun in der Kjellberg-Straße

Am Montag ist der Arbeitslosenservice in Finsterwalde an neuem Ort in der Oscar-Kjellberg-Straße 15 eröffnet worden. Leiterin Angelika Hillebrand (r.) hier mit Mitarbeiterin Elke Konzack in den neuen Räumen.
Am Montag ist der Arbeitslosenservice in Finsterwalde an neuem Ort in der Oscar-Kjellberg-Straße 15 eröffnet worden. Leiterin Angelika Hillebrand (r.) hier mit Mitarbeiterin Elke Konzack in den neuen Räumen. FOTO: Böttcher / LR
Finsterwalde. Auf engstem Raum wollen Angelika Hillebrand und ihre Mitstreiter vom Arbeitslosenservice Finsterwalde weiter unverzichtbare Hilfe leisten. Mehr Unterstützung fürs Ehrenamt gefordert. Von Gabi Böttcher

Nach Wochen kräftezehrenden Umzugs aus dem  angestammten Sitz in der Naundorfer Straße sind Leiterin Angelika Hillebrand und ihre Mitstreiter vom Arbeitslosenservice in Finsterwalde seit Wochenbeginn offiziell  in der Oscar-Kjellberg-Straße 15 angekommen.  Mit einem weinenden und einem lachenden Auge meisterte die langjährige Chefin der als „Kaufhaus für Bedürftige“ beziehungsweise „Alfi“ bekannten Einrichtung ihre nach eigenen Angaben erste Eröffnungsrede. Von etwa 400 Quadratmetern hat sich die nutzbare Fläche auf etwa 170 Quadratmeter verkleinert. Gleichzeitig liegt die monatliche Miete bei einem jetzt privaten Vermieter im Vergleich zum früheren Domizil in einem Hause der Wohnungsgesellschaft Finsterwalde mehr als doppelt so hoch. Etwas mulmig ist Angelika Hillebrand angesichts der monatlich selbst zu erwirtschaftenden Kosten schon zumute. Doch die während der Zeit des Umzugs erlebte Unterstützung macht ihr Mut. Ausdrücklich dankt sie dem ehemaligen Vermieter, der Wohnungsgesellschaft Finsterwalde, dem Hausmeisterservice Schumann und der Umzugsfirma Pohle. Michael Miersch übergibt zur Eröffnung im Auftrag der Stadt Finsterwalde einen Zuwendungsbescheid über  1000 Euro für Sachkosten.

Inga-Karina Ackermann, Vorsitzende des Arbeitslosenverbandes Brandenburg mit seinen insgesamt 33 Standorten, lobt die Menschen, die sich in Finsterwalde für andere Menschen einbringen  und das im Ehrenamt.  Ohne die Unterstützung der Kommunen und weiterer Partner seien die Aufgaben jedoch auch künftig nicht zu erfüllen. Seit Jahren plädiert sie für  einen öffentlich geförderten Beschäftigungssektor und spricht damit Angelika Hillebrand aus dem Herzen. „Ein  Tag des Ehrenamtes im Jahr ist zu wenig“, sagt die Chefin der Einrichtung und denkt an die ungezählten Stunden, die in den zurückliegenden Wochen allein für den Umzug im Ehrenamt geleistet wurden.

Immerhin wissen die etwa 20 Mitstreiter – drei von ihnen im 1,50-Euro-Job und drei im Bundesfreiwilligendienst, dass ihre Arbeit gefragt ist. Etwa 800 Menschen kommen in jedem Monat vorbei, geschätzt 90 Prozent von ihnen versorgen sich hier  mit Kleidung, Möbeln  oder Artikeln für den täglichen Gebrauch. In einer kleinen, durch einen Raumteiler abgegrenzten Ecke, hilft Sandra Richter beim Formulieren von Bewerbungsunterlagen. Obwohl es im neuen Domizil sehr viel enger ist, gefällt es ihr besser hier. Alles sei neu und frisch. Der Vorteil der Barrierefreiheit gegenüber dem vorherigen Standort, den René Junker anführt,  wird auch von Angelika Hillebrand unterstrichen. Der Geschäftsführer des ehemaligen Vermieters, der Wohnungsgesellschaft Finsterwalde, gehörte am Montag zu den Gästen am neuen Standort des Arbeitslosenservice in der Oscar-Kjellberg-Straße. Langfristig hat das Unternehmen dabei geholfen, einen Ersatz für das Domizil in der Naundorfer Straße zu finden, das nun zu einem Wohnhaus  umgebaut werden wird.

Noch sind die Mitstreiter um Angelika Hillebrand dabei, sich an der Kjellberg-Straße mit den neuen Bedingungen auf engstem Raum zu arrangieren. Ungleich bedeutsamer jedoch wäre es für sie, wenn die Gesellschaft ihrer  Arbeit für bedürftige Menschen eine größere Wertschätzung und Unterstützung entgegenbringen würde. „Ein finanzieller Zuschuss für die ehrenamtliche Arbeit wäre wichtig. Und auch das ständige Kommen und Gehen auf Grund befristeter Arbeitsverträge ist nicht vorteilhaft für uns“, legt Angelika Hillebrand ihren Finger in eine immer wieder schmerzende Wunde. Die Frau, die am 1. Januar ihren 66. Geburtstag feiert und seit  21 Jahren im Arbeitslosenverband aktiv ist, stellt sich den neuen Herausforderungen am neuen Standort und baut weiter auf die Solidarität von Menschen für Menschen.

Geöffnet ist das „Alfi“ montags bis donnerstags von 8.30 bis 14 Uhr und freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr.

Angelika Hillebrand erhält von Michael Miersch von der Stadtverwaltung einen 1000-Euro-Zuschuss.
Angelika Hillebrand erhält von Michael Miersch von der Stadtverwaltung einen 1000-Euro-Zuschuss. FOTO: Böttcher / LR