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| 19:42 Uhr

Es ist Karneval in Finsterwalde
Schnapszahl-Saison ist eröffnet

Party und Konfetti: Stimmungsvoll ist der Finsterwalder Karneval auch und erst recht in seiner 66. Session.
Party und Konfetti: Stimmungsvoll ist der Finsterwalder Karneval auch und erst recht in seiner 66. Session. FOTO: Torsten Pötzsch
Finsterwalde . Die Finsterwalder Narren sind dieses Mal mit hohem Tempo auf der Route 66 unterwegs. Von Torsten Pötzsch

Es gibt Städte, die haben als gesellschaftliches Ereignis einen Opernball, andere haben einen Presseball und Finsterwalde kann da durchaus mithalten, denn die Stadt hat einen Karnevalseröffnungsball. Dieser wurde am Sonnabend ganz groß im „Alt Nauendorf“ gefeiert. Damit starteten die Närrinnen und Narren des Finsterwalder MCE in ihre mittlerweile 66. Saison. Natürlich darf bei so einem Ereignis Politprominenz nicht fehlen. Und so saßen am Tisch von Bürgermeister Jörg Gampe der Parlamentarische Staatssekretär Michael Stübgen und der Finsterwalder Mann im Landtag, der CDU-Abgeordnete Rainer Genilke.

Schlag 19.30 Uhr hieß es „Licht aus! Spot an!“, und der Vereinsvorsitzende und Elferratschef Thomas Freudenberg betrat die große Bühne. Die Freude, dass es endlich wieder losgeht, stand ihm förmlich ins Gesicht geschrieben. Mit launigen Worten begrüßte er die Gäste.

Die „66“ ist keine runde Zahl, eher eine „Schnapszahl“. Doch diese hat für die Närrinnen und Narren eine besondere Bedeutung und wird gefeiert wie ein Jubiläum. Auch im Motto schlägt sich die Zahl nieder: „Das Alter tut uns nix – der MCE auf der Route 66“. Das gibt Raum für viel Action. Man darf gespannt sein, was die Saison bringt. Fest steht schon einmal der neue Prinz. Abdanken musste Prinz Ralf I. nebst Prinzessin Katrin. In feinster Versform bedankten sie sich für die tolle Zeit beim Karneval.

Inthronisiert wurde dann der neue Prinz. Dies ist seit Samstagabend Andreas I, der mit bürgerlichen Namen Andreas Schulz heißt. Die Bürde des Amtes schien noch sehr schwer auf ihm zu lasten, denn im Rampenlicht stehend vergaß er vor lauter Lampenfieber seinen kompletten Antrittstext. Alles soufflieren nutzte nichts, erst der Text in geschriebener Form, der schnell zur Hand war, rettete die Situation.

Aktuell ist er ohne weibliche Begleitung. Er nutzte aber den Abend intensiv zur „Brautschau“. „Noch bin ich für jede zu haben. Wer Ambitionen hat, kann sich bei mir melden“, verriet er gegenüber der RUNDSCHAU.

Mit viel Show, Tanz, Glanz und Glamour nahm der Ball langsam an Fahrt auf. Gezeigt wurden einige Nummern aus der vergangenen Saison, die immer noch hervorragend funktionierten. Auch die befreundeten Brenitzer Männer schauten vorbei und rockten die Bühne. Rauschender Höhepunkt und gleichzeitig das Ende der Show war der Auftritt von Deutschlands erfolgreichstem Männerballett. Zweimal deutscher Meister, zweimal Vizemeister, zweimal auf dem dritten Platz. Das ist die Erfolgsbilanz. Der Saal tobte. „Es ist immer wieder der Knaller, die Jungs zu sehen“, so Peter Munz.

Wenn es ein Karnevalsurgestein gibt, dann ist es Peter Munz. Von den 66-mal mischte er 52-mal mit. Ob als Leiter der Funkengarde, des Showballetts, zusammen mit Rainer Schulz beim Bühnenbau oder in der Bütt – Peter Munz wirkte fast überall mit. Er ist mittlerweile eine Legende unter den Karnevalisten. Pilot, Feuerwehrmann, Bacchus oder Koch – er schlüpfte in viele Rollen und begeisterte die Massen.  „Der Karneval hält mich einfach fit“, so seine Erklärung. „Natürlich wird man über die Jahrzehnte etwas professioneller und abgeklärter, doch wenn es wieder richtig losgeht, kommt auch etwas Lampenfieber auf.“ Ein wenig Talent hätte er. Doch der überwiegende Teil sei Fleißarbeit, meinte er bescheiden. Und auch in der kommenden Saison wird er wieder auf der Bühne stehen.

Über die Jahre zum „Edelfan“ des Karnevals geworden ist  Hilmar Thor. Seit 1978 leitet er mit seiner Frau Gabi das „Alt Nauendorf“. Der Karneval ist ihm förmlich ans Herz gewachsen. „Obwohl es eine Zeit voller Arbeit ist, ist auch viel Spaß und Freude dabei. Na klar, der geschäftliche Aspekt ist auch nicht zu verachten“, gesteht er. „Irgendwie ist der Karneval wie eine große Familie. Da gibt es auch mal Zank und Streit, das ist völlig normal. Doch am Ende wird immer alles gut, und die Stimmung im Publikum und der Applaus versöhnen alle wieder.“

Ein gutes Gefühl für die kommende Saison hatte nach der Show auch „Obernarr“ Thomas Freudenberg. „Die 66 ist schon was Besonderes und in unseren Augen eine echte Jubiläumssaison. Wir werden wieder über 60 Leute auf der Bühne haben. Zwei Dutzend wirken hinter den Kulissen. Da ist dann garantiert für jeden was dabei.“ Besonders freute er sich schon beim Eröffnungsball über die vielen jungen Menschen im Publikum. Für ihn ein Indiz, dass Karneval in Finsterwalde nichts Altes und Verstaubtes ist, sondern Menschen zusammenführt.