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| 15:49 Uhr

Trübe Aussichten
Brandruine beschäftigt Juristen

Trauriger Anblick: Brandruine des  Hauses der Freundschaft.
Trauriger Anblick: Brandruine des Hauses der Freundschaft. FOTO: Gabi Böttcher / LR
Finsterwalde. Still ruht der See auf dem Areal des abgebrannten Hauses der Freundschaft an der Sonnewalder Straße. Neben Schutt und Hausskeletten sind juristische Hürden zu beräumen. Von Gabi Böttcher

Wer mit einem grundlegenden Wandel des Erscheinungsbildes auf dem Areal des ehemaligen Hauses des Freundschaft an der Sonnewalder Straße rechnet, muss sich gedulden. Bisher erfolgte Abrissarbeiten galten der Abwehr von Gefahren. Doch Zukunftspläne für das Areal können derzeit nicht geschmiedet werden, erklärt der Finsterwalder Rechtsanwalt Steffen Thor. Er vertritt den derzeitigen Eigentümer der Immobilie Johannes Steyer, der im Ausland lebt und den genauen Ort nicht nennen möchte.

Grund  für die Zurückhaltung sind juristische  Auseinandersetzungen zwischen dem Grundstückseigentümer und einem Kaufinteressenten. Letzterer habe das ihm vor dem Großbrand des Hauses unterbreitete Kaufangebot bisher nicht angenommen, sei jedoch im Zuge der Kaufvertragsverhandlungen Verpflichtungen eingegangen. Diesen sei der Interessent nach Auffassung des Grundstückseigentümers jedoch nicht vollständig nachgekommen. Johannes Steyer habe deshalb „von seinem dadurch gebotenen Recht des Rücktritts vom Kaufangebot Gebrauch gemacht“, informiert Steffen Thor.  Beide Parteien befinden sich nun in einer juristischen  Auseinandersetzung, deren Dauer nicht einzuschätzen sei.

„Es liegt im Interesse meines Mandanten, das Areal ordnungsgemäß zu bereinigen und einer Nutzung zuzuführen“, erklärt Steffen Thor das Ziel. Zuvor sei jedoch die juristische Auseinandersetzung mit dem Kaufinteressenten „sauber zu klären“.

Was die Frage nach der Versicherung des Hauses angeht, sagt der Anwalt: „Das Objekt war zum Zeitpunkt des Brandes versichert. Im Zuge der juristischen Klärung steht auch auf der Agenda, ob und wie Entschädigungszahlungen für die vollständige Beräumung des Areals des ehemaligen Hauses der Freundschaft eingesetzt werden können.“

In der Nacht  zum 15. September vorigen Jahres  war das als Haus der Freundschaft bekannte Objekt Opfer von Flammen und damit zur Ruine geworden.

Johannes Steyer hatte das Gebäude im Paket mit anderen vom Landkreis gekauft. Der Kreistag hatte dazu im Frühjahr 2008  mit seinem Beschluss den Weg geebnet, das Haus bundesweit und bedingungsfrei auszuschreiben und an den Meistbietenden zu verkaufen. Begründet wurde dieser Schritt mit einer vorangegangenen langen Geschichte von erfolglosen Verkaufsversuchen.  Die zunächst  vom neuen Eigentümer bekundete ernste Absicht, aus dem Haus  wieder ein Kulturhaus zu machen, war nach seiner Aussage schließlich  durch das Abspringen von Investoren geplatzt.  In dem von ihm ebenfalls erworbenen früheren Jugendheim im  Frankenaer Weg seien indes erfolgreich altersgerechte Wohnungen entstanden, betont Johannes Steyer. Er bedauere, dass es ihm nicht gelungen sei, das Haus der Freundschaft „ins Leben zurückzuholen“.

Polizeiliche Ermittlungsergebnisse zur Brandursache sind inzwischen an die Staatsanwaltschaft übergeben worden. Von dort wurden für nächste Woche Informationen zum weiteren Vorgehen angekündigt.