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| 17:41 Uhr

Dollenchen/Wormlage
Landräte werden zu Grenzgängern

Maria Goldberg (2.v.l.) ist Initiatorin des Jungunternehmernetzwerkes NEOpreneurs. Sie brachte den Ortsvorsteher von Dollenchen, Frank Mittelstädt, die beiden Landräte Siegurd Heinze (OSL) und Christian Heinrich-Jaschinski (Elbe-Elster) auf ein Feld zwischen den beiden Landkreisen, um mit ihnen über die Möglichkeiten junger Unternehmer zu sprechen.
Maria Goldberg (2.v.l.) ist Initiatorin des Jungunternehmernetzwerkes NEOpreneurs. Sie brachte den Ortsvorsteher von Dollenchen, Frank Mittelstädt, die beiden Landräte Siegurd Heinze (OSL) und Christian Heinrich-Jaschinski (Elbe-Elster) auf ein Feld zwischen den beiden Landkreisen, um mit ihnen über die Möglichkeiten junger Unternehmer zu sprechen. FOTO: LR / Josephine Japke
Dollenchen/Wormlage. Innovatives Netzwerk „NEOpreneurs“ bringt Jungunternehmer und Landräte aus Elbe-Elster und Oberspreewald-Lausitz an einen Tisch zwischen den beiden Landkreisen. Von Josephine Japke

Blauer Himmel, ein Acker zwischen Dollenchen und Wormlage und mitten drauf ein mit regionalen Köstlichkeiten gedeckter Planwagen. Idylle pur also beim Treffen der NEOpreneurs mit den beiden Landräten Christian Heinrich-Jaschinski (Elbe-Elster) und Siegurd Heinze (Oberspreewald-Lausitz). „Das ist ja mal eine ganz andere Idee, das Treffen hier zu machen“, verkünden die Politiker bei ihrer Ankunft und bringen damit die Intention von Maria Goldberg, Gründerin des Jungunternehmernetzwerkes, auf den Punkt.

„Wir sind neu, innovativ und revolutionär. Und manchmal vielleicht auch ein bisschen provokant. Aber das muss man sein, um vorwärts zu kommen“, sagt die selbstständige Unternehmerin. Als sie 2016 ihre Firma Goldberg Lichtkonzepte gründete, suchte sie vergeblich nach einem unkonventionellen Netzwerk voller Gleichgesinnter, die ihr weiterhelfen könnten. Doch was nicht ist, kann selbst gemacht werden. Was mit 15 Kontakten Anfang 2017 begonnen hat, ist heute ein Netzwerk mit mehr als 150 Unternehmern und Selbstständigen aus Oberspreewald-Lausitz und Elbe-Elster.

„Uns alle eint, dass wir aufgeschlossen sind und nach neuen Wegen suchen. Wir alle bringen ein Alleinstellungsmerkmal für die Region mit“, erklärt Maria Goldberg. Und genau das brauche es, um einer Gegend, die für Kohleabbau und Metallindustrie bekannt sei, wieder Leben einzuhauchen. Wichtig sei dafür auch eine enge Zusammenarbeit mit anderen Unternehmern, die voneinander profitieren können.

Wie die Landkreis-übergreifende Kooperation zwischen OSL und Elbe-Elster aussehen kann, wird an diesem Tag bewiesen: Das Brot zur Vorspeise stammt vom Online-Regionalmarkt Soreegio, der Hauptgang wird vor Ort von Gasthof-Koch Raimund Stuckatz aus Dollenchen zubereitet und für die Nachspeise sorgt Geraldine Lösche aus Senftenberg. „Essen und Trinken hält Leib, Leben und die Region zusammen“, resümiert Siegurd Heinze da.

Der außergewöhnliche Veranstaltungsort auf einem Feld zwischen Wormlage (OSL) und Dollenchen (Elbe-Elster) ließ Unternehmer und Landräte staunen.
Der außergewöhnliche Veranstaltungsort auf einem Feld zwischen Wormlage (OSL) und Dollenchen (Elbe-Elster) ließ Unternehmer und Landräte staunen. FOTO: LR / Josephine Japke

Immer wieder betonen die beiden Landräte, wie sehr sich die Region in den letzten 20 Jahren gewandelt hat. „Nicht nur der Blick in die Zukunft ist wichtig, sondern auch der Blick 20 Jahre zurück, als es noch etwa 30 Prozent Arbeitslosigkeit gegeben hat“, sagt Siegurd Heinze und sein Elbe-Elster-Kollege Christian Heinrich-Jaschinski fügt hinzu: „Mittlerweile sind die Rahmenbedingungen viel, viel besser. Jeder, der will, kann hier eine Ausbildung beginnen und in seine Zukunft investieren.“

Dass das allerdings nicht immer so leicht ist, macht ihnen Steffi Hädicke, Make-Up-Artist und Fotografin vom Studio mir&mich in Finsterwalde, klar: „Viele Gewerberäume stehen hier leer. Trotzdem fällt es Neuunternehmern schwer, bezahlbare Geschäftsräume zu finden. Die Politik muss an dieser Stelle Anreize schaffen. Es muss Gründern leichter gemacht werden, wieder Leben in die Städte zu bringen“, erklärt sie.

„Es ist wichtig, dass wir Jung- und Kleinunternehmer wahrgenommen werden. Es gibt uns und in der Masse sind wir viele. Wir können auch ein Aushängeschild für die Region werden“, sagt Maria Goldberg.

Teilnehmer der Veranstaltung konnten regionale Köstlichkeiten verschiedener Anbieter probieren.
Teilnehmer der Veranstaltung konnten regionale Köstlichkeiten verschiedener Anbieter probieren. FOTO: LR / Josephine Japke