Von Daniel Roßbach

Wenn die Lichtplanerin Maria Goldberg über die Gründe spricht, aus denen sie sich mit einem eigenen Unternehmen selbstständig gemacht hat, betont sie vor allem die größere Flexibilität, die ihr das im Vergleich mit einem konventionellen Angestelltenverhältnis mit starren Arbeitszeiten gewährt.

Maria Goldberg ist die Initiatorin des Netzwerks „Neopreneurs“, einem Zusammenschluss von jungen Unternehmen in Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz und Südbrandenburg insgesamt. Dieses Netzwerk soll dazu dienen, eine Plattform für Erfahrungsaustausch zu schaffen. „Gerade innerhalb von Branchen gibt es oft zu viel Konkurrenzdenken“, sagt Maria Goldberg. „Dabei ist es produktiver, Erfahrungen zu teilen, daraus zu lernen – und sich der eigenen einzigartigen Stärken bewusst zu werden.“

Auf einem Treffen der „Neopreneurs“ in Finsterwalde berichteten andere junge Unternehmerinnen und Unternehmer auch von den Schwierigkeiten, die ihnen gerade Förderprogramme bereiten, die Existenzgründungen eigentlich erleichtern sollen. Unterstützende Angebote für Unternehmensgründungen lassen bei jungen Unternehmerinnen und Unternehmern immer wieder auch Frustration aufkommen.

Denn nicht immer passen die Formate, Anforderungen und bürokratischen Abläufe der Förderangebote zu den realen Gegebenheiten der jungen Betriebe. Gründe dafür sind etwa, dass Fördermittel nicht für Arbeiten benutzt werden können, die teilweise in Eigenleistung geschehen, oder dass sie nur für sehr spezifische Zwecke verwendet werden können, nicht freier planbar für bestimmte Projekte.

Besonders wenn sich Konditionen für Förderprogramme während der Antragstellung ändern oder nicht klar kommuniziert werden, wirkt sich das negativ auf die Gründungen aus. Denn dann sind die Mittel daraus, basierend auf anfänglichen Zusagen, unter Umständen schon in Geschäfts- und Zeitplänen eingeplant.

Der Nutzen und der Umgang mit solchen Fördermöglichkeiten ist im Nachgang des Treffens ein Thema, mit dem sich die „Neopreneurs“ eingehender befassen wollen, so Maria Goldberg im Anschluss an die Diskussion darüber. Sie selbst habe solche Erfahrungen jedoch nicht gemacht.

Ihr fehlt in Elbe-Elster vor allem konsequenter Wille, Unternehmensgründungen zu fördern: „Es gibt keinen richtigen Plan für junge Gründer für die nächsten zehn Jahre. Dabei liegt der Landkreis Elbe-Elster in Statistiken dazu auf den letzten Plätzen. Damit sollte man sich nicht abfinden.“

Goldberg selbst betreibt ihr Unternehmen „Goldberg Lichtkonzepte“ aus einem Co-Working-Space in Finsterwalde – schon um anders als in ihrem Wohnort auf verlässliches Internet zählen zu können. In diesem Gemeinschaftsbüro, bisher dem einzigen in Finsterwalde, gibt es allerdings genau zwei Arbeitsplätze. Darüber, dass das nicht ausreichend ist, besteht zwischen Gründerszene und Kommunalpolitik in der Kleinstadt in der Niederlausitz Einigkeit. Weitere Angebote dazu sollen etwa in der neuen Stadthalle entstehen.

Dass Neugründungen ein besseres Umfeld vorfinden, ist gerade in Regionen wie der Lausitz, in denen etablierten Industrien große Umwälzungen oder perspektivisch das Aus bevor steht, wichtig, um den Menschen dort wirtschaftliche Perspektiven zu geben. Das war jedenfalls der Tenor einiger Wortmeldungen in einer Diskussionsrunde zum Thema in Finsterwalde, an der unter anderem Maria Goldberg und Bürgermeister Jörg Gampe (CDU) teilnahmen.