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Junge Ungarin singt im alten Schützenhaus

Erika Fazekas spielt von Kindheit an Geige, doch in Finsterwalde singt sie.
Erika Fazekas spielt von Kindheit an Geige, doch in Finsterwalde singt sie. FOTO: Dieter Babbe/dbe1
Finsterwalde. Sie haben eine Fangemeinde weit hinein nach Brandenburg und Sachsen. Sie werden immer jünger – Nachwuchssorgen kennen sie eigentlich nicht. Und jetzt werden sie 30! Andreas Bergener und seine Schlossberg-Musikanten haben Geburtstag. Dieter Babbe / dbe1

Erika Fazekas wird am Sonnabend von ihrem Landsmann Peter Mekis am Klavier begleitet.

Beide sind von Kindheit an eng mit der Musik verbunden - während Peter Mekis bereits im Kinderchor der Ungarischen Staatsoper gesungen hat, jetzt als Musiklehrer arbeitet und auch Konzerte gibt, spielte Erika Fazekas schon mit sieben Jahren Geige und lernte mit zwölf an einem Konservatorium, später studierte sie an der Budapester Universität Gesangsausbildung. Konzerte führten die junge Opernsängerin bisher nach Prag, Budapest, Würzburg und Wien. "Jetzt möchte ich mich in Deutschland weiterentwickeln - mein Ziel ist eine der großen Opernbühnen", sagt die 30-Jährige, zu deren Vorbildern auch Elina Garanca und Anna Netrebko gehören.

Dieser Tage erst hat Erika Fazekas die Aufnahmeprüfung für ein Studium der Gesangspädagogik an der Cottbuser Universität bestanden.

Den Kontakt zum Finsterwalder Schützenhaus bekam die Ungarin rein zufällig durch ihren hier lebenden Freund. "Diese Frau hat eine einzigartige Stimme", schwärmt Soja Koch, die selbst sehr musik- und kunstinteressiert ist.

Die Gastwirtin will den Besuchern des Opernabends auch einen kulinarischen Genuss bieten. So soll es in einer Konzertpause ein kleines Büffet mit ungarischer Gulaschsuppe, Kaviar und russischen Pelmeni geben.

Soja Koch setzt mit dem Konzert die Reihe kultureller Veranstaltungen im Schützenhaus fort. Seit vielen Jahren finden hier vor allem Ausstellungen von russischen und ukrainischen Künstlern, insbesondere Malern, statt, zuletzt sorgte vor drei Jahren eine Ikonen-Ausstellung für große öffentliche Aufmerksamkeit. Die aus dem russischen Brjansk stammende Wirtin, die bereits zu DDR-Zeiten in Finsterwalde gelebt und im sowjetischen Lazarett gearbeitet hat, und nach der Wende für immer hierher gezogen ist, führt in fünfter Familiengeneration das Schützenhaus weiter.

Das bereits im Jahre 1601 eröffnete Gasthaus war über Jahrhunderte die Heimstatt der Privilegierten Schützengilde, an die heute noch vieles im traditionsreichen Gemäuer erinnert, unter anderem eine große Tafel mit allen Schützenkönigen der Sängerstadt. Als nächstes will Soja Koch den historischen Saal, in dem die Finsterwalder einst rauschende Schützenfeste gefeiert haben und wo das Zentrum städtischer Geselligkeit war, wieder herrichten und für Veranstaltungen nutzen.

Das Opernkonzert beginnt am 15. Oktober um 19.30 Uhr. Wegen beschränkter Platzkapazität empfiehlt die Wirtin, sich anzumelden: 03531 61603.