Am Sportplatz in Buchhain steht ein großer Container. Am vergangenen Wochenende war er ganz offiziell für junge Graffiti-Kunst freigegeben. Und in Nexdorf sollte ein unansehnlicher Container am Container-Stellplatz ein farbiges Kleid bekommen. Mit Unterstützung beider Ortsvorsteher haben sich die Mitglieder der Jugendfeuerwehr Nexdorf, wozu auch Buchhainer und Prießener gehören, die Gestaltung der Container in der 48-Stunden-Aktion "Jugend packt an" zur Aufgabe gemacht.

Profis geben Tipps

Damit sich das Ergebnis auch sehen lassen kann, wurden Profis hinzugezogen. Michael, ein erfahrener Sprayer aus Herzberg, half bei den Motiven. Für die theoretischen Grundlagen waren aus Thüringen sogar Ralf Hecht und Susann Seifert angereist. "Wir veranstalten gemeinsam mit der enviaM Graffiti-Präventionstage, bei denen es um rechtliche und gesundheitliche Folgen oder eben die Wahrnehmung von Graffiti-Schmierereien bei den Leuten geht", erklärt Susann Seifert. Ziel sei, "am Ende gute Bilder an legalen Flächen zu haben und talentierten Jugendlichen berufliche Perspektiven im kreativen Bereich aufzuzeigen".

Nun sind Buchhain und Nexdorf nicht gerade Graffiti-Hochburgen. Das hielt den Energieversorger enviaM nicht davon ab, auch im ländlichen Raum das zweitägige Projekt mit 1500 Euro zu unterstützen. Überzeugt hat sicher auch, dass die gemeinsame Jugendfeuerwehr drei Ortsteile von Doberlug-Kirchhain mehr zusammenschweißt.

Bevor es richtig zur Sache geht, probieren sich die Jungen und Mädchen erst einmal aus. "Sie müssen ein Gefühl für die Spraydose kriegen", erklärt Ralf Hecht. Schwungvoll demonstriert er, was er meint. Yannek Manig und Dominik Kern aus Buchhain zaubern als begeisterte Simson-Fahrer einen Klasse Schriftzug hin. Man möchte fast nicht glauben, dass dies das erste Graffito der beiden 17-Jährigen ist. Auch für Nicole Kern (14) und Julia Kopsch (16) ist das Sprühen eine neue Erfahrung.

Ein Bild entsteht

Dann wird's ernst. Aus Bäumen, Büschen, Vögeln, Wolken und Blumen soll am Ende ein ansehnliches Bild den Container und die Naturparkgemeinde 2008 schmücken. Auch wenn es die zehn Jugendlichen bei der Motivvorgabe erst einmal die Sprache verschlägt. Dann aber legen sie los. Mitten drin: Chris Hüfner, der 23-jährige engagierte Leiter der Jugendfeuerwehr Nexdorf. Der Stahlbauer hat sich beim Arbeitgeber extra freigekämpft. Neben seinen Gräsern wachsen Bäume und Sträucher empor. Die Mopedfahrer Yannek und Dominik haben sich mit der Idee arrangiert und machen eifrig mit.

Während am Sportplatz Kreativität gefragt ist, wird in der Dorfmitte tüchtig zugepackt. "Wir haben schon öfter unseren Dorfputz mit der 48-Stunden-Aktion der Jugend verbunden", erklärt Ortsvorsteherin Birgit Springer. Etwa 30 Einwohner schwingen Harke, Hacke, Spaten und Pinsel. "Und der Jugendklub macht nächste Woche weiter", so Birgit Springer.