| 18:13 Uhr

Karneval
Jung, bunt und voller Esprit

Höhepunkt des Abends: Ralf „der Erste“ Wilhelm wurde zum neuen Prinz gekürt. Elferratschef Thomas Freudenberg stellte ihn vor. Foto: Torsten Pötzsch
Höhepunkt des Abends: Ralf „der Erste“ Wilhelm wurde zum neuen Prinz gekürt. Elferratschef Thomas Freudenberg stellte ihn vor. Foto: Torsten Pötzsch FOTO: Torsten Pötzsch
Finsterwalde. 65. Sängerkarneval-Saison steht unter dem Motto: „Das verrückte Klassenzimmer“. Von Torsten Pötzsch

65, für viele eine fast magische Zahl. Da denkt man über Ruhe nach, die Hände in den Schoß zu legen, Dinge einfach mal andere erledigen lassen. Nicht so bei den Finsterwalder Sängern rund um den Männerchor Einigkeit. Letzten Samstag starteten sie, wie es sich zum 11.11. gehört, in die Karnevalssaison und es ist wirklich schon die 65. Auflage.

Kaum zu glauben aber wahr und wie man beim großen Eröffnungsball sehen konnte, ist von Altersruhe noch keine Spur zu sehen – ganz im Gegenteil, es ging jung, bunt und voller Esprit zu. Und was das Thema angeht, scheint man zu meinen, die Närrinnen und Narren wollen noch einmal an den Start gehen. Streifte man 2017 noch durch den Märchenwald, geht es ab dem 27.01.2018 wieder in die Schule, denn die 65. Saison hat das Motto: „Das verrückte Klassenzimmer“. Ein Thema mit Potenzial, wie man sich unschwer vorstellen kann, wenn man den „ganz normalen Wahnsinn“ im Bildungssektor kennt.

Doch am Samstag ging es noch einmal ganz gediegen zu, schließlich feierte man mit einem großen Ball die neue Saison. Mit Funken, Showballett, den Spaßvögeln, Peter Neumann, der nach vier Jahren wieder am Start ist, dem stark umjubelten Männerballett und natürlich dem Elferrat blickte man zurück auf Gewesenes, ohne das Kommende aus dem Auge zu verlieren. Moderiert von Vereins- und Elferratschef Thomas Freudenberg, der immerhin schon zum 15. Mal die Sache leitete, ging es pünktlich 19.30 Uhr los und wie es sich für einen Sängerkarneval und die Sängerstadt gehört, eröffneten die Finsterwalder Sänger das bunte Treiben. Mit dabei befreundete Närrinnen und Narren aus Gaglow, Friedersdorf und die „Havelnarren“ aus Brandenburg, zu denen man bei den Deutschen Meisterschaften der Männerballette in Bonn freundschaftliche Bande geknüpft hatte.

Neben den vielen „kleinen“ Höhepunkten und Showacts war die Kür des neuen Prinzen einer der ganz großen Höhepunkte des Abends. Für jene, die sich für Sport und Fitness interessieren, war der neue Prinz kein Unbekannter. Es ist Ralf „der Erste“ Wilhelm, Chef des Fit Inn in Finsterwalde. Zur Filmmusik aus „Rocky“ marschierte er in den Saal und entsprechend beherzt kündigte er seine neue Regentschaft an. „Ende des Sommers hat mich Hans-Günter Richter von den Spaßvögeln angesprochen“, erklärte Prinz Ralf am Rande des Geschehens. „Eigentlich bin ich ja keiner, der so die große Öffentlichkeit und Bühne sucht, deshalb bat ich mir etwas Bedenkzeit aus. Und was den Karneval angeht, so kenne ich nur Rosenmontag. Bin also völlig voreingenommen, bin natürlich sehr gespannt und hoffe einfach, dass wir alle zusammen eine gute Zeit haben werden.“ Dem steht, wie deutlich zu sehen war, eigentlich nichts im Wege, bis auf den Umstand, dass er sich in den kommenden zehn Wochen noch um eine passende Prinzessin kümmern muss.

Neben der ganzen guten Laune und Feierei blieb aber auch noch etwas Platz für Offizielles. So wurde Torsten Neumann für 20 Jahre Elferrat und Tätigkeit in der Kartenkommission ausgezeichnet und vom erfolgsverwöhnten Männerballett gab es ein ganz großes, öffentliches Dankeschön für Nancy Reimschüssel und Sebastian Loos, die beiden Choreografen und Macher hinter der glitzernden Fassade des großartigen Balletts. „Vielen, vielen Dank für die Zeit, die Kraft, die Energie und die vielen Ideen, die die beiden in der Vergangenheit eingebracht haben“, hieß es unter tosendem Applaus im Grußwort eines Tänzers. Nach über zwei Stunden Programm fiel dann von allen Akteuren die Startanspannung ab und es konnte auf dem Parkett, zur Musik der Express-Partyband, das Tanzbein geschwungen werden. „Ich bin zufrieden und hoffe, die Gäste auch“, so Thomas Freudenberg nach der Show. „Alles hat geklappt und lief wie geplant. Es kann losgehen.“

Was den Karneval angeht, ist der Vereins- und Elferratschef mehr als optimistisch, da sieht er keine Probleme am Horizont. „Unsere größte Baustelle ist der Chor, da haben wir ernsthafte Nachwuchssorgen. Da muss dringend was passieren.“ Vielleicht war ja der Abend schon Werbung genug für den einen oder anderen Mann, einmal in einem Chor seine Stimme zu erheben. Sicherlich ist es dann auch einfacher, an die begehrten Karten für den Sängerkarneval zu kommen. „Noch vor Weihnachten wollen wir in den Verkauf gehen“, war von Thomas Freudenberg zu erfahren. „Erstmals auch online, dann kann man sich ganz bequem zu Hause sein Ticket ausdrucken und vielleicht als Geschenk unter den Gabentisch legen.“

Nun heißt es warten auf den 27. Januar und dann kann es mit dem 65. Närrischen Treiben in der Sängerstadt richtig losgehen. Torsten Pötzsch/top1