Der traditionelle Silvester-Schwimm-Spaß des in diesem Jahr hundertjährigen SV Neptun 08 lockte viele Interessenten ins Fiwave, die beim Wasserballzielwerfen, Staffelschwimmen um die Wurst, Streckentauchen oder Wasserrutschen das vergangene Jahr ausklingen ließen.
Für Inge und Hans-Jürgen Kaule gehört dieser Termin schon seit 1987 zum festen Ritual eines Jahreswechsels. Inge, 2007 deutsche Vizemeisterin im Turnen in ihrer Altersklasse, freut sich immer auf diesen sportlichen Jahresabschluss, der zugleich auf ein nächstes sportliches Jahr einstimmt und von Hans-Jürgen war mit Augenzwinkern zu erfahren, dass zu Hause dann mit Rolle vorwärts und rückwärts sozusagen rum- und ins neue Jahr hineingekugelt wird.
Juliane Lehmann, die Weihnachten ihren zehnten Geburtstag feiern konnte, sicherte sich auf der 50 Meter Lagen sprintstrecke mit 0:44:79 den ersten Platz der bis Zehnjährigen. "Ich begann mit viereinhalb Jahren zu schwimmen. Am liebsten mag ich Brustschwimmen. Beim Schmettern ist der ganze Bewegungsablauf nicht so prickelnd, doch heute ging es ganz gut. Ich wusste noch gar nicht, dass ich gewonnen habe. Seit drei Jahren trainiere ich intensiv bei Neptun. Nachher geht es zum Weittauchen. Da möchte ich 25 Meter schaffen", erzählte sie.
Nach ihr startete Franz Löschke (18), Europameister 2007 im Team Triathlon. "Ich habe hier im Verein, zu dem ich seit 1997 gehöre, bei Frau Hartmann meine ersten Schritte absolviert. Seitdem verpasste ich, außer während der Schließung der Halle, keinen Silvester-Schwimm-Spaß. Da mache ich immer mit, auch wenn ich jetzt seit 2005 auf der Sportschule in Potsdam bin", erklärte er. Während dessen warf Bruder Paul den Wasserball ins Ziel und Vater Torsten zählte die Vorwärts- und Rückwärtsrollen von Sarah Raspe und Julia Lortz im Wasser des Schwimmerbeckens. Christian Homagk kommentierte: "Wir spielen alle eine Rolle im Leben und deshalb hier bei uns die Rollenspiele …"
Marie Göllnitz (12) schwimmt schon acht Jahre und ist seit 2003 Triathletin. Sie findet "dieses Messen in Gaudidisziplinen" lustig. "Da hätte ich auch einen Beitrag für unser Vereinsheft zum Hundertjährigen schreiben können. So habe ich aber über meinen schönsten Triathlon in Leipzig einen Artikel verfasst", erklärte sie. Auch Louise Albrecht (14), die Marie durch deren Schwester Tina kennenlernte und mit ihr vieles gemeinsam unternimmt, hatte für "Gut Naß! und Sport frei!" eine Geschichte über ihren Papa und seine Unterstützung für ihren Triathlonsport geliefert.
Martina Seidel, eine Finsterwalderin, die seit 1988 in Ro stock lebt, machte mit ihren Zwillingen Florian und Lisa (11) bei Oma Philipp in Finsterwalde Urlaub und waren mehrmals im Fiwave. Da war es selbstverständlich, dass sie auch am Schwimmspaß teilnahmen. Sie krönten ihren Einsatz beim Staffelschwimmen um die Wurst mit dem Gewinn einer Salami. Bei der Viererstaffel sicherte sich Familie Scheibe aus Finsterwalde mit den Töchtern Emily und Anny (4), welche mit Papa und Schwimmhilfe ihre Bahn zog, die Wurst. Bodo Katzschke (44) und Sohn Jonas (7) hatten sich nur aus Spaß auf den Weg ins Fiwave begeben. "Jonas hat hier schwimmen gelernt. Es ist ein schöner Ausgleich, und so sind wir heute zum zweiten Mal dabei. Die Preise, die wir erhielten, können wir nach unseren sportlichen Einlagen dann Mutti präsentieren, bevor wir schön gemütlich in Familie Silvester feiern", erzählten sie.
Der jüngste Teilnehmer am Schwimmspaß, Sunny Homagk (3), beobachtete freudestrahlend Oma Marlies, Opa Christian und Mutti Annett bei der Staffel.
Beim Tauchen legte Rudi Lehmann (66), der sich zuvor 800 Meter warm geschwommen hatte, hervorragende 60 Meter zurück. Da war kaum zu glauben, dass dies noch jemand toppen würde. Doch Julia Pukrop (19), die schon als ganz junges Mädel bewundert hatte, wie Rudi tauchen kann, nahm sich vor, dessen Weite zu überbieten. Sie zog die erste Bahn, die zweite Bahn und schaffte auch noch die dritte Bahn komplett. "75 Meter Tauchen und plötzlich war die Wand da. Es ging auch absolut nichts mehr. Ich bin glücklich, es geschafft zu haben", freute sie sich. Sie genießt es, zu Silvester so viele Vereinsmitglieder zu treffen, bevor sie dann abends mit Gleichaltrigen Party macht.