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| 16:33 Uhr

Gelungene Integration
Beim Frühstück auf Jobsuche

 Ist der Bäckerberuf für Sarah-Michelle Trappe (v. re.) das richtige? Die Fünfzehnjährige und ihr Stiefvater Ronny Thomas informieren sich bei Bäckermeister Gäbler über Ausbildungsmöglichkeiten.
Ist der Bäckerberuf für Sarah-Michelle Trappe (v. re.) das richtige? Die Fünfzehnjährige und ihr Stiefvater Ronny Thomas informieren sich bei Bäckermeister Gäbler über Ausbildungsmöglichkeiten. FOTO: LR / Jenny Theiler
Doberlug-Kirchhain. Lockere Plaudereien statt steifer Bewerbungsgespräche – Die vierte Auflage des „Inklusive Frühstück“ startet erstmalig in Elbe-Elster. Jugendliche mit und ohne Behinderungen haben den Dienstagvormittag genutzt, um 15 regionale Arbeitgeber bei einem zwanglosen Frühstück im Refektorium kennenzulernen. Von Jenny Theiler

Der erste Eindruck ist immer der wichtigste – so sagt man. Um beim ersten Aufeinandertreffen mit dem künftigen Arbeitgeber möglichst locker und aufgeschlossen zu sein, veranstaltet die Agentur für Arbeit in Kooperation mit dem Jobcenter Elbe-Elster, den Kammern, dem Integrationsfachdienst und weiteren Partnern das „Inklusive Frühstück“. Am Dienstagvormittag sind zahlreiche Jugendliche aus der Region der Einladung ins Refektorium gefolgt. Die Veranstaltung richtet sich vornehmlich an Jugendliche mit Behinderungen oder besonderem Förderbedarf.

Bereits in den ersten paar Minuten nach der Eröffnungsansprache durch Claudia Sieber, von der Agentur für Arbeit, zeigt sich, wie dankbar die Veranstaltung von den Jugendlichen, ihren Eltern und Lehrern angenommen wird. Anregende Gespräche füllen den ehemaligen Klosterspeisesaal. Neugierig drängen sich die Besucher um die kleinen Stehtische, um sich mit regionalen Unternehmern wie der Agrargenossenschaft Werenzhain oder dem Bauservice Dorow bei Kaffee und Schnittchen auszutauschen.

„Wir wollen weg von dieser steifen Bewerbungsgespräch-Situation. Im Rahmen eines aufgelockerten Frühstücks kommt man auf kurzer Distanz viel schneller miteinander ins Gespräch“, sagt Claudia Sieber. Die jungen Besucher nutzen die Gelegenheit ihre möglichen Chefs mit vielen Fragen zu löchern: Wie sind die Arbeitszeiten? Wie hoch ist die Bezahlung? Vor allem aber fragen viele nach den Übernahmechancen. Sowohl in der Dienstleistung, als auch im Handwerk sind die Tendenzen ähnlich: Motivierter Nachwuchs wird überall gebraucht. Einige besonders Ehrgeizige haben daher ihre Bewerbungsmappe sogar gleich dabei.

Viele Unternehmen würden Jugendlichen, die eine Förderschule besucht haben, gar keine Chance geben sich vorzustellen. Das kann Bäckermeister Uwe Gäbler nicht verstehen. „Jeder Jugendliche ist es wert, dass man sich um ihn bemüht“, sagt er. Wer aufgeschlossen und motiviert sei, verdiene auch eine Chance. Alles andere könne man immer noch lernen. Die Bäckerei Gäbler betreut derzeit eine Auszubildende mit einem Förderschulabschluss und begrüßt das Vermittlungskonzept des inklusiven Frühstücks. „Wir sind unheimlich zufrieden mit ihr. Sie ist fleißig, immer pünktlich und sehr lernwillig“, betont Uwe Gäbler.

Auch Tom Wilhelms Fleiß hat sich bezahlt gemacht. Der 21-Jährige hat seinen Fachpraktiker für Metallbau in der Tasche und will nun, in einem weiteren Ausbildungsjahr, seinen Gesellen schaffen. Zuvor hat er die Förderschule Lauchhammer besucht. „Es fing mit einem Praktikum an und es hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich die Ausbildung machen wollte“, sagt der Auszubildende. Josefine Dreßler (19) und Marcel George (24) sind noch auf der Suche nach der perfekten Ausbildung. Beide interessieren sich aber für den Verkauf. „Ich arbeite gern mit Kunden zusammen und könnte mir vorstellen, dass ich das gut kann“, sagt die Senftenbergerin. „Es klang sehr spannend, was der Bäckermeister erzählt hat. Vielleicht probiere ich es dort“, sagt Marcel George aus Elsterwerda.