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| 19:24 Uhr

Schauturnen in der Sängerstadt
Johanna an den Ringen beim Osterturnen

Lily Henze glänzte auf dem Schwebebalken nicht nur mit akkurater Standwaage.
Lily Henze glänzte auf dem Schwebebalken nicht nur mit akkurater Standwaage. FOTO: Jürgen Weser
Finsterwalde. Finsterwalder Turnerschaft pflegt sportliche Traditionen und wagt den Blick in die Zukunft. Von Jürgen Weser

Zum Glück für den Osterhasen musste das traditionelle Weihnachtsturnen der Finsterwalder Turnerschaft wegen Heizungsproblemen in der Doppelturnhalle ausfallen, so dass er jetzt mit hoppelnden Helfern die Gala des Turnnachwuchses der Sängerstadt präsentieren konnte. Fast 150 Besucher waren Augenzeuge der Leistungsschau.

In historischer Feuerwehruniform erinnerte Vereinschef Wolfgang Blümel schmissig an die Gründung des Turnvereins in Finsterwalde 1862 und dass man sich wegen der körperlichen Gewandtheit auch in der zehn Jahre später gegründeten Feuerwehr engagierte.

Neugierig waren jedoch alle Zuschauer vor allem, was Osterhase Dieter Loos im schicken Kostüm für Überraschungen in den zwanzig von den Turnkindern gemalten Ostereiern versteckt hatte. Schnell merkten die Turnsportfreunde, Eltern, Großeltern, Freunde und Bekannte der jungen Turner, dass die Tradition des Gerätturnens in Finsterwalde auf hohem Niveau betrieben wird. Zu verdanken ist das Katrin und Wolfgang Blümel sowie Inge Kaule und Dieter Loos, die seit Jahrzehnten dem Turnsport verbunden sind und derzeit 36 Kindern und Jugendlichen die Begeisterung am Turnen vorleben und vermitteln.

So tauchten als gut vorbereitete Osterüberraschungen Kürübungen am Boden, Reck, Barren und Schwebebalken ebenso auf wie das Klettern und Turnen an den historischen Leitern in der 90 Jahre alten Doppelturnhalle. Staunen gab es für die sicheren grazilen Bewegungen von Lily Henze auf dem schmalen Balken ebenso wie von Julia Müller und Lea Gillner auf der Bodenmatte gemeinsam mit Lily. Gemeinsam mit Henning Stefens zeigte Johanna Feldt, wie gut die alten Turnleitern immer noch für verblüffende Übungen genutzt werden können. Johanna wagte sich unbekümmert sogar an das Männergerät Ringe. „Ich wollte das schon immer mal ausprobieren“, strahlte das Finsterwalder Turntalent. „Was du kannst, kann ich auch“, zeigte Lennert Gampe, als er mit Feuerwehrhauptmann Wolfgang Blümel am Parallelbarren turnte. Rasante Drehungen am Stufenbarren, Stangenkür, überstreckter Spagat, Gruppenübungen am Boden – die Zuschauer bekamen viel Staunenswertes zu sehen.

„Es ist toll, wie in Finsterwalde die Turntradition jung gehalten wird“, lobte Rainer Hanschke. Der ehemalige Bronzemedaillengewinner bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaft und Trainer der bundesdeutschen Nationalmannschaft hat in der Finsterwalder Doppelturnhalle unter Anleitung von Übungsleiter Manfred Dade das Turn-Einmaleins erlernt.

Ein wichtiges Kriterium für die gegenwärtige Attraktivität der Finsterwalder Turnerschaft ist die Verbindung zum Sängerkarneval. So konnten sich die Besucher des Osterturnens auch über Funkenmarie Julia und über vor allem durch Katrin Blümel choreographierte Tänze freuen. Die romantische Abschlussnummer mit Vogelgezwitscher machte Lust auf frühlingshafte Ostern. Danke Finsterwalder Turnerschaft, sagten viele Besucher nach der Schau.