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| 19:00 Uhr

Einkehr, Besinnung und Verzicht
Jetzt noch bis Ostern fasten –  aber richtig

Finsterwalde. Als Fastenzeit gilt der vierzigtägige Zeitraum des Fastens und Betens zur Vorbereitung auf das Hochfest Ostern. Doch es wird zunehmend auch ein Trend. Und es ist für viele eine Zeit der Einkehr, Umkehr und Besinnung. Von Robert Pötzsch

Doch nicht jeder springt auf den Zug auf. Der 70-jährige Helmut Walter aus Finsterwalde meint, dass man im Alter ruhig etwas molliger sein darf. Darum sei das Fasten nichts für ihn. Egal ob aus religiösen Gründen gefastet wird oder ob man dem Trend folgt: Es gibt viel zu beachten.

Das sagt Diana Marwitz von der Verbraucherzentrale Brandenburg. Grundsätzlich muss man sich im klaren darüber sein, ob Fasten überhaupt der richtige Weg ist. „Wer abnehmen möchte, sollte nicht fasten“, so Marwitz. Vielmehr gehe es darum, den Körper zu entschlacken. Das sei, so die Ernährungsberaterin, der eigentliche Sinn des Fastens.

Auch für Kranke oder Kinder und Jugendliche in der Entwicklungsphase ist diese Art des Verzichts absolut nicht empfehlenswert. Das gilt ebenso für Rentner und Menschen, deren Kreislauf geschwächt ist. Denn: „Fasten ist eine Tortur für den Körper“, so Marwitz. In jedem Fall sollte man vorher seinen Hausarzt darüber verständigen und sich dazu beraten lassen.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann einen „Fastenurlaub“ buchen. Verschiedene Kliniken in ganz Deutschland bieten dazu ein ärztlich überwachtes Gruppenfasten mit viel Bewegung an der frischen Luft an. So fällt der Verzicht gleich viel leichter. Die Entscheidung zum Fasten muss laut Diana Marwitz jedoch immer gut überlegt sein. In jedem Fall empfiehlt die Ernährungsberaterin sich vorab gründlich zu dem Thema zu informieren und vor allem aus Überzeugung zu fasten, denn: „Wer fasten möchte, sollte auch innerlich bereit dazu sein“.

Wer aus religiösen Gründen fastet, folgt einer langen Tradition, sagt Anett Oussalah. Sie verzichtet aufgrund ihrer Religion für sieben Wochen auf Fleisch. Doch: „Der Sonntag ist fastenfrei“. Großer Beliebtheit erfreut sich auch das Intervallfasten. Silke Füchsel macht das bereits seit über 20 Jahren – durchgängig! Die 66-Jährige isst dabei ab 16 Uhr nichts mehr bis zum nächsten Morgen. „Wenn es ganz schlimm wird, esse ich einen Apfel.“ Das Fasten bekomme ihr einfach gut und sie könne besser schlafen. Ob und welcher Art des Fastens man sich verschreibt, muss letztendlich aber jeder für sich entscheiden.